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Zukunftsmarkt

Heizen mit Regenerativen

Gaswärmepumpen kombinieren die Brennwerttechnik mit regenerativen Wärmequellen

Heizen mit Regenerativen Heizen mit Regenerativen
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Seit Anfang Mai ist die neue Fassung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) in Kraft – ohne die zunächst von der  Bundesregierung geplante Nutzungsverpflichtung von Erneuerbaren Energien für Altbauten. Dennoch steht eine solche Regelung weiterhin auf der Agenda: Eine EU-Richtlinie verlangt von den Mitgliedsstaaten, entsprechende Vorgaben bis Ende 2014 in nationales Recht umzusetzen. Die Hersteller richten sich bereits auf eine steigende Nachfrage nach Heizsystemen ein, die regenerative Quellen integrieren. Sie setzen dabei zunehmend auf technische Innovationen – wie die Gaswärmepumpe.

Wärmepumpen beziehen aus der Erde, Luft, Wasser oder Sonne Wärme und speisen diese in einen Heizkreislauf ein. Ihr Funktionsprinzip ist mit einem Kühlschrank vergleichbar. Während dieser dem Innenraum Wärme entzieht und nach außen leitet, gibt die Wärmepumpe die von außen gewonnene thermische Energie an ein Heizsystem ab.

Im Vergleich zur Elektrowärmepumpe, die mit jährlich über 50.000 verkauften Systemen inzwischen rund acht Prozent des Wärmemarktes ausmacht, „ist die Gaswärmepumpe für das Einfamilienhaus noch ein Nischenprodukt und wird es auch noch ein bis zwei Jahre bleiben“, sagt Thorsten Formanski, Leiter der Transferstelle neue Produkte bei der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE).

Bisher nur ein Modell am Markt

In Gewerbe und Industrie sind Gaswärmepumpen bereits seit Jahren im Einsatz. Dabei finden häufig gasmotorisch angetriebene Anlagen Anwendung, sogenannte Gasklimageräte. Die umweltschonende Technik war jedoch lange Zeit zu teuer, um für kleinere Leistungsbereiche wirtschaftlich zu sein. Das soll sich jetzt ändern.

Als erstes Heizsystem speziell für Ein- und Zweifamilienhäuser brachte die Firma Vaillant bereits im Frühjahr letzten Jahres die Gaswärmepumpe zeoTherm auf den Markt. Deren Preis ist laut Vaillant inzwischen mit einer Gasbrennwerttherme in Kombination mit Solarthermie vergleichbar – wobei die Gaswärmepumpe rund 30 Prozent weniger Energie verbraucht. Im Vergleich zu konventionellen Heizungsanlagen seien sogar Einsparungen von bis zu 55 Prozent möglich.

Heizen mit der Energie der Sonne

Das Vaillant-System besteht aus einem wartungsfreien Vakuum-Zeolith-Modul, einem integrierten Gasbrennwertgerät, drei Solarkollektoren sowie einem Warmwasserspeicher. Das Besondere ist, dass die Umweltwärme, die in anderen Systemen aus der Erde oder der Luft gewonnen wird, in diesem Fall aus Solarthermie bezogen wird. Die dabei entstehende Wärme wird von der Wärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und zum Heizen genutzt. Dabei kommt die Eigenschaft des kristallinen Materials Zeolith zum Tragen, das in Kontakt mit Wasser Wärme entwickelt.

Die Effizienz der zeoTherm-Wärmepumpe entspricht in den kalten Wintermonaten etwa der eines Gasbrennwertgerätes. Ihre Stärke liegt in den Übergangszeiten, in denen sie deutlich weniger Energie verbraucht als ein Brennwertgerät mit Solarunterstützung – denn die Sonnenenergie kann durch das Zeolith schon bei geringen Temperaturen genutzt werden.

Die Konkurrenz schläft nicht

Eine ähnliche Technik beinhaltet der Vitosorp-200 von Viessmann. Die Markteinführung der Gaswärmepumpe, die ebenfalls auf Zeolith-Basis arbeitet, ist für September 2012 geplant. Das Viessmann-Konzept setzt als Wärmequelle auf Erdsonden oder Luft, aber auch die Integration von Solarthermie soll möglich sein. Im Vergleich zur zeoTherm-Wärmepumpe von Vaillant will man durch die Oberflächenbeschichtung des Wärmetauschers mit Zeolith – im Gegensatz zur Kugelschüttung im Modell des Konkurrenten – einen rund zehn Prozentpunkte höheren Wirkungsgrad erreichen. Darüber hinaus soll der Vitosorp-200 nicht nur mit Gas, sondern auch mit Öl betrieben werden können.

Grundsätzlich eignen sich Wärmepumpen – egal ob gas- oder strombetrieben – aufgrund ihres verhältnismäßig geringen Temperaturniveaus bisher eher für den Einsatz im effizienten Neubau oder im energetisch sanierten Altbau. Durch falschen Einsatz oder fehlerhafte Auslegung haben sich die Energiesparwunder jedoch für manche Hausbesitzer in wahre Stromfresser verwandelt.

Wärmepumpen als Alternative für den Altbau

Als geeignete Alternative für in die Jahre gekommene Öl- und Gasheizungssysteme entwickelt Viessmann zurzeit den Vitosorp-300. Das ist eine Gaswärmepumpe mit Absorptionstechnik, die eine Steigerung des Wirkungsgrades um weitere 20 Prozentpunkte und damit höhere Vorlauftemperaturen verspricht. Bei der Absorption wird ein Kältemittel in einem kontinuierlichen Prozess verdampft und wieder kondensiert, wodurch die Umweltwärme auf ein höheres Temperaturniveau gebracht wird.

Geplant ist ein kompaktes Wandgerät, das durch ein alternatives Kältemittel – anstatt des in größeren Anlagen zum Einsatz kommenden Ammoniaks – für Wohnräume geeignet ist. „Die Markteinführung ist nicht vor 2014 zu erwarten“, sagt Robert Franz, Leiter des zentralen Produktmanagements bei Viessmann. Ausschlaggebend sei der Preis des Geräts, der sich „durch bessere Energieeffizienz innerhalb von fünf Jahren gegenüber bestehender Brennwerttechnik rechnen“ müsse. 

Weitere Informationen:

Über das Heizen, Kühlen und Klimatisieren mit Erdgas informieren die Initiative Gaswärmepumpe (www.igwp.de), die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. (www.asue.de) sowie E.ON Ruhrgas (www.eon.com).

Produktdetails zur zeoTherm-Gaswärmepumpe von Vaillant: www.vaillant.de

Presseinformation zu den Vitosorp-Gaswärmepumpen von Viessmann: www.viessmann.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014