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Bauen

KfW verschärft Anforderungen

Seit dem 1. Juli gelten neue Förder-Standards für energieeffiziente Häuser.

KfW verschärft Anforderungen KfW verschärft Anforderungen
energlobe.de, Denny Rosenthal

Die staatliche Förderbank KfW hängt die Messlatte höher: Seit Juli 2010 gelten neue Förderstandards für energieeffizientes Bauen und Sanieren. „Damit unterstützen wir die Entwicklung hin zu höheren Energieeffizienzniveaus im Wohnungsbau und setzen entsprechende Standards“, sagt KfW-Vorstand Axel Nawrath.

Nunmehr gelten bei Sanierungen die Förderstandards KfW-Effizienzhaus 70 und 55, für Neubauten die Standards KfW-Effizienzhaus 55 und 40. Die Zahl hinter dem Effizienzhaus gibt an, wie hoch der jährliche Primärenergiebedarf im Verhältnis zu einem Neubau sein darf. Das KfW-Effizienzhaus 70 benötigt beispielsweise 70 Prozent des Energiebedarfs, den ein nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtetes Gebäude hat. Je niedriger die Ziffer des Programms, umso höher die Anforderung an die Energieeffizienz.

Auch Einzelmaßnahmen werden gefördert

Wer sein Haus saniert, dem stehen weiterhin die Förderstufen der KfW-Effizienzhäuser 115, 100 und 85 zur Verfügung, bei Neubau bleibt der Standard KfW Effizienzhaus 70 bestehen. Weggefallen sind die KfW-Effizienzhäuser 130 in der Sanierung und 85 im Neubau. Im Programm Energieeffizient Sanieren werden darüber hinaus weiterhin Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energiebilanz gefördert. Dazu zählen Wärmedämmung, der Austausch der Fenster oder der Einbau einer modernen Heizungsanlage.

Gefördert werden Bauherren und Sanierer durch zinsvergünstigte Darlehen und Zuschüsse. Dabei gilt: Je besser der energetische Standard ist, umso höher fällt die Förderung aus. Wer seine Immobilie energieeffizient saniert und dafür ein Förderdarlehen in Anspruch nimmt, kann einen Tilgungszuschuss von bis zu 12,5 Prozent oder 9.375 Euro erhalten oder einen Investitionszuschuss von bis zu 17,5 Prozent oder 13.125 Euro beantragen.

Förderung vor dem Baubeginn beantragen

Neu ist, dass die KfW auch in der Neubauförderung Tilgungszuschüsse ergänzend zum Förderkredit gewährt. Diese betragen bis zu zehn Prozent der Darlehenssumme. Damit können Bauherren bis zu 5.000 Euro sparen. Gleichzeitig wurden die Zinssätze innerhalb der einzelnen Programme vereinheitlicht. Damit sollen die Fördermodalitäten einfacher und transparenter werden.

Der Tilgungszuschuss wird dem Bauherrn gutgeschrieben, sobald ein Sachverständiger und die Hausbank bestätigen, dass bei Sanierung oder Neubau die Förderrichtlinien eingehalten wurden. Die Anträge auf das Geld vom Staat müssen allerdings gestellt werden, bevor mit dem Bau begonnen wird, betont der Verband privater Bauherren (VPB).

Bis zu 2.000 Euro für Baubegleitung

„Was viele nicht wissen: Bei einigen Programmen gibt es inzwischen Zuschüsse für die Baubegleitung durch einen Sachverständigen, in anderen ist die unabhängige Baubegleitung sogar vorgeschrieben“, erläutert VPB-Vorsitzender Thomas Penningh. Die KfW übernimmt fünfzig Prozent der Kosten, maximal 2.000 Euro. Hintergrund ist, dass mit den zunehmenden Anforderungen an den Effizienzstandard der Gebäude auch die Qualität der Bauausführung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Deshalb gelten ab dem KfW-Effizienzhaus 55 zusätzliche Anforderungen an die Baubegleitung durch Sachverständige. Damit soll gewährleistet werden, dass der gewünschte Effizienzhausstandard in der Praxis auch tatsächlich erreicht wird.

Bauherren und Hausbesitzer gehen ihr Vorhaben am besten zügig an. Denn angesichts der knappen Haushaltslage ist abzusehen, dass die Förderungen in den kommenden Jahren niedriger ausfallen werden. 2009 förderte die KfW mit 8,9 Milliarden Euro in den Programmen für energieeffizientes Bauen und Sanieren über 600.000 Wohneinheiten. Die dafür vorgesehenen Bundesmittel von 1,5 Milliarden Euro waren im vergangenen Jahr frühzeitig aufgebraucht, sodass ab August 2009 weitere 700 Millionen Euro bereitgestellt wurden, die eigentlich für 2010 und 2011 vorgesehen waren. Mit 1,1 Milliarden Euro steht in diesem Jahr im Bundeshaushalt entsprechend weniger Geld zur Verfügung. Inzwischen hat die Bundesregierung angekündigt, die Förderung für energetisches Bauen und Sanieren 2011 auf rund 400 Millionen Euro drastisch zu senken.

Jeder Förder-Euro zieht neun Euro Investition nach sich

„Statt zu kürzen, sollte die Bundesregierung die Förderung für Gebäudesanierungen aufstocken“, kommentiert Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), die Pläne der Bundesregierung und führt aus: „Die Internationale Energieagentur hat gerade erst vor einem sprunghaften Anstieg des Ölpreises gewarnt, falls die Offshoreförderung eingestellt werden sollte. Die Menschen müssen vor hohen Energiepreisen geschützt werden. Der beste Schutz sind Investitionen in Energieeffizienz.“

Die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) forderte die Politik auf, „bei der Aufstellung der Haushaltspläne nicht den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, sondern den wirtschaftlich effektivsten“, wie es in einer Presseinformation heißt. Denn ein Euro an Förderung ziehe rund neun Euro an privaten Investitionen nach sich.

Weitere Informationen:

Die KfW-Förderangebote für Privatpersonen: www.kfw.de
Das KfW-Infocenter ist zu erreichen unter der Telefonnummer 01801 / 33 55 77.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) informiert über Fördermöglichkeiten unter www.zukunft-haus.info

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014