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Solarenergie

Marktplatz an der Sonne

Solardachbörsen sind Plattformen, die Besitzer von geeigneten Dachflächen und Investoren zusammenbringen.

Marktplatz an der Sonne Marktplatz an der Sonne
energlobe.de, Denny Rosenthal

In den letzten Monaten gab es einen Solarbauboom in Deutschland: Noch schnell vor der Kürzung der Einspeisevergütung zum 1. Juli wollten viele Investoren Photovoltaikanlagen zu den alten Konditionen errichten. Den Ansturm auf die Dächer spürten auch die Solardachbörsen – zum Beispiel die der Region Stuttgart: Sie war im Mai erstmals komplett ausverkauft.

Marktplätze für Sonnendächer

Solardachbörsen sind Plattformen, die Besitzer von geeigneten Dachflächen und Investoren zusammenbringen. Hauseigentümer können ihre Dachfläche zur Pacht anbieten. Will ein Unternehmen darauf eine Photovoltaikanlage errichten, wird ein Vertrag abgeschlossen, meist über 20 Jahren. Der Investor finanziert die Anlage und speist den produzierten Strom in das öffentliche Netz ein. Der Hausbesitzer erhält eine Pacht, die sich je nach Vertrag aus der Größe der Dachfläche oder der eingespeisten Strommenge ergibt. Bei der Dachbörse Alpensolar beispielsweise erhalten Dachbesitzer eine Pacht von 50 bis 80 Euro pro genutztem Quadratmeter. Bei 240 Quadratmetern Nutzfläche mit einer Photovoltaikanlage mit 30 Kilowatt Leistung kann die Gesamtpacht nach 20 Jahren bis zu 18.000 Euro betragen.

Einspeisevergütung

Der Investor macht sein Geschäft durch die Einspeisung des Ökostroms in das öffentliche Netz, da dieser besonders hoch vergütet wird. Bei einer Solaranlage zwischen 30 und 100 Kilowatt Leistung erhält der Betreiber rund 37 Cent je eingespeister Kilowattstunde. Die Regierung will diesen Satz kürzen, bei Dachflächen beispielsweise um 16 Prozent. Diese Gesetzesänderung hat der Bundesrat vorerst gestoppt. Die Länder wollen maximal eine Krüzung von 10 Prozent akzeptieren. Im nun eingesetzten Vermittlungsausschuss soll ein Kompromiss gefunden werden. Dass die dann beschlossenen Kürzungen das Geschäft der Solardachbörsen schädigen, glaubt Peter Ruck von der Dachbörse Alpensolar nicht. „Die Einspeisevergütung bietet auch nach den Kürzungen noch interessante Renditeaussichten, so dass wir nicht mit einem gravierenden Einbruch rechnen." Er geht außerdem von weiter sinkenden Modulpreise aus. Davon würden auch die Dachbörsen profitieren.

Nationale Börsen

In Deutschland gibt es viele Solardachbörsen mit unterschiedlichen Konzepten. So existieren zum Beispiel bundesweite Online-Börsen. "Jeder der über eine geeignete Dachfläche verfügt und sie vermieten will, kann sich hier eintragen", erklärt Bernd Kleinmanns vom Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR), das die Webseite solardachboerse.de betreibt. Für Hausbesitzer ist es kostenlos, das eigene Dach auf der Börse anzubieten.

Kommunale Börsen

Auch viele Kommunen wie Nürnberg oder Stuttgart haben Solarmarktplätze, auf denen Dächer aus der Region vermittelt werden. Die Berliner Solardachbörse des Senats beispielsweise bietet seit 2004 Dächer von öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Sporthallen an. Damit ist sie eine der ersten Börsen in Deutschland gewesen. Vor ihrem Start gab es zwei Anlagen auf öffentlichen Dächern, mittlerweile wurden 64 Anlagen über die Plattform vermittelt. In Berlin melden die Bezirksämter nach einer Vorprüfung geeignete Flächen an die Dachbörse. „Bei einer Vorprüfung geht es vor allem darum, zu klären, ob das Dach die richtige Ausrichtung und Neigung hat, dass es in den nächsten 20 Jahren nicht mehr saniert werden muss und dass die Statik passt", erklärt Wolfram Müller von der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz.

Das ideale Dach

Eben diese Eckpunkte sollten auch Hausbesitzer klären, wenn sie ihr Dach auf einer Börse anbieten: Das ideale Dach ist nach Süden ausgerichtet und hat eine Neigung von 30 Grad. Vorteile haben Hausbesitzer mit einer Dachfläche ab 100 Quadratmetern oder mit einem Standort im Süden Deutschlands. Ihre Dächer sind wegen der hohen Ausbeute und des hohen Solarertrags bei den Investoren besonders heiß begehrt.

Webseiten einiger Solardachbörsen:

www.solarlokal.de

www.alpensolar.de

www.solardachboerse.de

www.nuernberg.de/internet/solardaecher/anmeldung.html

zukunftsenergien.region-stuttgart.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014