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Wärmeversorgung

Sonnenwärme im Heizkörper

Solarthermieanlagen wandeln Sonnenenergie in Wärme für Heizung und Warmwasser um.

Sonnenwärme im Heizkörper Sonnenwärme im Heizkörper
energlobe.de, Denny Rosenthal

Kürzung der Einspeisevergütung hin oder her - die Zuschüsse für Photovoltaik werden weiter gezahlt, auch wenn zurzeit noch nicht klar ist, zu welchen Konditionen. Bei der Solarthermie sieht es anders aus: Hier wurde die staatliche Förderung im Mai mit dem Stopp des Marktanreizprogramms eingefroren. Der Rotstift des Finanzministeriums hat Folgen: Allein im Mai brach die Nachfrage nach Solarkollektoren um 33 Prozent ein. Der Branchenverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) ist besorgt: „Die unvermittelte Vollbremsung des Bundesfinanzministers bringt die Erneuerbare Wärmebranche in große Bedrängnis“, so der BSW-Solar-Geschäftsführer Carsten Körnig.

Solarthermie – das Prinzip

Anders als Photovoltaikanlagen, die Sonnenenergie in Strom umwandeln, produzieren Solarthermie-Kollektoren warmes Wasser für Heizung oder Duschwasser. Über das Jahr gesehen liefern diese Anlagen etwa 60 bis maximal 70 Prozent des Energiebedarfs für die Erwärmung des Trinkwassers. Wird auch noch ein Teil der Heizung über die Sonne geregelt, liegt das Einsparpotenzial bei bis zu 20 Prozent des gesamten Heizenergiebedarfs. „Die Investition in eine solarthermische Anlage bringt über Jahre hinweg Einsparungen der Betriebskosten mit sich, was sich insbesondere bei den steigenden Preisen fossiler Energieträger mehr und mehr rentiert“, erklärt Beate Lüdecke, Solarexpertin bei der Berliner Energieagentur. Eigentlich eine gute Bilanz, die allerdings noch wenig Resonanz findet. Derzeit liegt der Solarthermie-Anteil am deutschen Wärmeverbrauch bei unter einem Prozent.

Solarthermie im Mehrfamilienhaus

Eine der insgesamt rund 1,4 Millionen Anlagen in Deutschland befindet sich auf dem Dach eines Gründerzeit-Altbaus in Berlin. 2008 stattete die Wohnungsbaugesellschaft Genowo das Mehrfamilienhaus, Baujahr 1900, mit einer Solarthermie-Anlage aus. Sie übernimmt seitdem die Warmwasserbereitung und unterstützt die Heizung. Zum Einsatz kommen dazu nicht nur Dachkollektoren, sondern auch eine Regeleinheit und ein Wasserspeicher. Die Anlage spart 1.100 Kubikmeter Erdgas und damit 2,25 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. „Im Sommer kann der Warmwasserbedarf des Hauses fast ausschließlich über Solarthermie sichergestellt werden“, stellt Roland Stübler, Vorstand der Genowo, fest.

Solarthermie im Einfamilienhaus

Auf Einfamilienhäusern ist Solarthermie mittlerweile häufiger zu finden als bei Mehrfamilienhäusern. Auch weil das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz Neubauten die Nutzung erneuerbarer Wärmequellen vorschreibt. Die Solarwärme stellt eine Möglichkeit dar, diese gesetzliche Auflage zu erfüllen. Für einen Vier-Personen-Haushalt ist laut der Deutschen Energieagentur (Dena) eine Kollektorfläche von vier bis sechs Quadratmetern nötig. Damit können rund sechzig Prozent des Bedarfs an Warmwasser abgedeckt werden. Kostenpunkt: zwischen 4.000 bis 6.000 Euro. Unterstützt die Solaranlage zusätzlich noch die Heizung, muss die Dachfläche knapp dreimal so groß sein, die Kosten liegen zwischen 8.000 bis 12.000 Euro. Viel Geld im Vergleich zu einem herkömmlichen Heizkessel.

„Ohne eine verlässliche und klar kalkulierbare Förderung scheuen viele Verbraucher vor der Modernisierung ihrer Heizung zurück“, meint Holger Krawinkel, Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Bis auf weiteres gibt es allerdings keine Förderung durch das Marktanreizprogramm.

Förderung außerhalb des Marktanreizprogramms

Andere Förderprogramme gibt es zum Beispiel für größere Anlagen. Ab einer Kollektorfläche von 40 Quadratmetern können Bauherren günstige Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Auch gibt es in den einzelnen Bundesländern spezielle Programme. In Berlin bezuschusst der regionale Gasversorger Gasag im Rahmen des Projekts Erdgas+Solar XXL mit der Berliner Energieagentur den Bau von solarthermischen Anlagen.

Förderstopp vielleicht bald aufgehoben

Es scheint aber so, als ob das letzte Wort zum Marktanreizprogramm noch nicht gesprochen ist. Aktuell wird diskutiert, ob die Sperrung trotz des Sparkurses der Bundesregierung wieder aufgehoben werden soll. Ein möglicher Hintergrund: Nach Angaben des BSW Solar löst ein Euro Fördergeld acht Euro private Investitionen aus – in Zeiten der Wirtschaftskrise kein schlechtes Argument. Die Entsperrung hätte außerdem noch Vorteile für den Bundeshaushalt, so eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien. Demnach führen 115 Millionen Euro Fördermittel zu rund 150 Millionen Euro Steuereinnahmen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass schon zum Juli mit einer Wiederaufnahme der Förderung gerechnet werden kann.

Weitere Informationen:

Solarthermie-Übersicht der dena: www.zukunft-haus.info

Praxisbeispiel genowo Berlin: www.berliner-energieagentur.de

Beratungsstelle für große Solarwärmeanlagen: www.solarwaerme-info.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014