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Baumaterialien

Wieder auf Holz gebaut

Traditionelle Materialien sollten wegen ihrer guten Klimabilanz wieder viel stärker genutzt werden, fordern Umweltschützer.

Wieder auf Holz gebaut Wieder auf Holz gebaut
energlobe.de, Maud Radtke

Geschmäcker ändern sich. Noch in den achtziger Jahren war Plexiglas en vogue und in vielen Wohnzimmern zu finden. In den Neunzigern galt der Kunststoff dann als spießig und musste aus den Wohnräumen wieder ausziehen. Doch jetzt steht Plexiglas vor einem Comeback – zumindest wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe (DUH) geht. Traditionelle Materialien sollten wegen ihrer guten Klimabilanz wieder viel stärker genutzt werden, fordert DUH-Expertin Annette Grass: „Damit eröffnen sich auch für die Architektur neue Potenziale in der Verbindung von Klimaschutz mit Ästhetik“. Das gelte etwa für Holz, Beton und auch bestimmte Kunststoffe.

Plexiglas wird bereits seit knapp 80 Jahren verwendet und gehört zur Gruppe der Thermoplasten. Die Vorteile gegenüber Glas sind eine um 50 Prozent geringere Dichte und die leichtere Verarbeitung. Auch die Möglichkeiten der Formgebung sind dadurch vielfältiger. Plexiglas-Platten haben aufgrund ihrer besseren Dämmwirkung einen sehr positiven Effekt etwa auf den Energieverbrauch eines Gewächshauses. „Betrachtet über den Lebenszyklus des Hauses, kann fast die Hälfte der im Betrieb notwendigen Energie und auch der daraus resultierenden Emissionen eingespart werden“, erläutert Grass.

Holz ist Klassenbester

Beim Baustoff Holz geraten die Fachleute noch stärker ins Schwärmen: Eine überragende, klimaneutrale CO2-Bilanz kennzeichnet diesen nachwachsenden Rohstoff. Sogar Abfälle können energetisch weiterverarbeitet werden. Außerdem isoliert Holz gut. Holzhäuser mit Doppelwänden und Zwischendämmung gehören zu den günstigen Energiesparhäusern. Das Material wird derzeit vor allem für tragende Bauelemente verwendet. „Energiepolitisch ist Holz eine wichtige Säule für die Bauwirtschaft der Zukunft“, prognostiziert Martin Hoffmann vom Berliner Architekten-Team Living Equia. Die Zertifizierung durch ein ökologisches Gütesiegel sei hier besonders wichtig.

Auch Beton ist besser als sein Ruf. Er ist hochfest und meist nicht ersetzbar. Gerade Leichtbeton ist vielseitig einsetzbar und dämmt hervorragend. Zwar ist die Herstellung energieintensiv, über den gesamten Lebenszyklus schneidet Beton hinsichtlich der Energieeffizienz aber gut ab. „Eine vollständige Bewertung eines Baumaterials kann nur in einem Gesamtkonzept des Gebäudes erfolgen“, betont Hans Peters, Geschäftsführer des Instituts Bauen und Umwelt in Königswinter. Er setzt auf das Konzept des „ökologischen Rucksacks“: Dabei werden alle Ressourcen einbezogen, die bei der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung eines Produktes anfallen.

Nullenergiehäuser sollten Standard werden

Null- und Plusenergiehäuser haben einen besonders „leichten“ ökologischen Rucksack. Ihre gesetzlichen Grundlagen wurden bereits im vergangenen Jahr beschlossen: durch die Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes und die Novellierung der Energieeinsparverordnung. „Aus unserer Sicht müssen Nullenergiehäuser so bald wie möglich zum Standard werden, weil neue Häuser 50 bis 100 Jahre bewohnbar sind“, betont DUH-Expertin Grass. 2050 sollten alle neueren Häuser mehr Energie bereitstellen als verbrauchen.

Bereits vor 35 Jahren, nach der ersten Ölkrise, bewarb die Bundesregierung Energieeffizienz als „die beste Energiequelle“. Nach wie vor liegen die höchsten Einsparpotenziale im Gebäudebestand: Rund 90 Prozent des gesamten Energiebedarfs in privaten Haushalten werden für Heizung und Warmwasser verbraucht.

Weitere Informationen:

Homepage Institut Bauen und Umwelt

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014