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CO<sub>2</sub>-Bilanz

Besser essen fürs Klima

Wenn der Klimaschutz die Speisekarte erreicht, geht es ans Eingemachte.

Besser essen fürs Klima Besser essen fürs Klima
energlobe.de

Üppig belegt mit saftiger Bulette, Salat und Tomatenscheiben, umzingelt von kross frittierten Pommes präsentiert er sich hinter der Theke. Mein schlechtes Gewissen meldet sich, wenn ich ihn nur ansehe. Der Hamburger in der Betriebskantine führt mich direkt ins Dilemma. Dabei hatte ich tagelang recherchiert und mich mit der Frage befasst, ob der Verzicht auf Fleisch das Klima retten könne. Und nun bin ich kurz davor, mich mit knurrendem Magen und hungrigen Augen am Klima zu versündigen.

So viel CO2 wie im Straßenverkehr

Ich sollte es wirklich besser wissen. Durch die Landwirtschaft gelangen jährlich 133 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre – fast so viel wie durch den Straßenverkehr. Die weltweite Fleischproduktion ist für 18 Prozent der durch Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich. Was würden nur meine fleischlos glücklichen Kollegen sagen, wenn sie sähen, was da auf meinem Teller liegt? Sie sind die Trendsetter einer umweltbewussten, hippen Lebensart.

Vielleicht bin ich ja eine von denen, die sich den fleischlichen Genüssen nur hin und wieder ergeben und die sich neuerdings als Flexitarier bezeichnen? Gelegenheitsvegetarier haben durchaus das Zeug zu einer Massenbewegung. Seit den BSE-Skandalen, der Schweinepest und Gammelfleisch gehört Fleisch bei immer mehr Menschen immer seltener auf den Speiseplan. Deshalb brutzeln bei diesen vermeintlichen Besseressern ausschließlich Tofuwiener auf dem Grill, und in der Bolognese-Soße schwimmt vornehmlich Soja-Geschnetzeltes.

Vegetarismus aus Klimaschutz

Der Deutsche Vegetarierbund (VEBU) rechnet fest mit einem gesellschaftlichen Wandel: „Das Klimaargument wird für viele ein immer stärkerer Grund, sich vegetarisch zu ernähren. Wir gehen davon aus, dass 20 Millionen Deutsche ihren Fleischkonsum reduzieren möchten“, erklärt Sebastian Zösch, Geschäftsführer des VEBU. Er prognostiziert, dass bald jeder dritte Deutsche ein Vegetarier ist.

Auch ich will zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Zu Hause fließt aus meinen Steckdosen Ökostrom, ich trenne meinen Müll, kaufe vorwiegend saisonale, oft auch biologisch angebaute Produkte aus der Region. Zur Arbeit fahre ich mit der Bahn oder dem Fahrrad und ich verzichte oft auf Konserven und Tiefgefrorenes. Und ich will meinen Fleischkonsum halbieren. Weniger aus Tierliebe, denn um einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten.

Ich blicke wieder auf den Burger hinter der Theke. Schritt für Schritt addiere ich die Öko-Bilanzen der Zutaten: Für die etwa 150 Gramm Rindfleisch kommen 2.000 Gramm CO2 zusammen. Die ehemals tiefgefrorenen Pommes stammen vermutlich aus konventionellem Anbau. Für ihre Herstellung und Lagerung ist viel Energie nötig – sie schlagen mit weiteren 1.100 Gramm CO2 zu Buche. Mit dem im Treibhaus gezogenen Salat für den Burger ergibt sich eine Gesamtbilanz von fast 3.000 Gramm CO2. Zum Vergleich: Mit einem Tofu-Burger und Bratkartoffeln käme ich auf rund 360 Gramm CO2.

Ich überlege noch einmal kurz und marschiere dann zur Gemüsetheke. Heute gibt es kein Fleisch, dafür ein gutes Gewissen. Das tut mir gut. Dem Klima auch.

 

Weitere Informationen:

Eine Sammlung hilfreicher Tipps aus den Bereichen Mobilität, Wohnen, Konsum und Ernährung mit denen Sie ganz einfach etwas für das Klima tun können: www.verbraucherfuersklima.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014