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Befragung

Der Sanierer – das unbekannte Wesen

Laut Umfrage besitzen energetische Sanierer häufig einen Hochschulabschluss und investieren 46.000 Euro.

Der Sanierer – das unbekannte Wesen Der Sanierer – das unbekannte Wesen
energlobe.de, Maud Radtke

Fast neun Milliarden Euro an Investitionszuschüssen hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW im Rahmen ihrer Förderprogramme für „Energieeffizientes Bauen und Sanieren“ im vergangenen Jahr bereitgestellt. Schließlich entfallen auf die Bewirtschaftung von Immobilien immer noch rund ein Drittel aller Kohlendioxid-Emissionen. Eine energetische Sanierung, besonders bei Altbauten, birgt daher erhebliche Kosteneinsparungen und ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Doch bislang war nur wenig über die Beweggründe der Sanierer sowie die Auswirkungen von Modernisierungen auf Mietpreise bekannt: Aus welchen Gründen entscheiden sich Hausbesitzer und Vermieter für  Modernisierungsmaßnahmen wie etwa einer besseren Dämmung der Gebäudehülle oder den Kauf einer effizienteren Heizungsanlage? Zu welcher Altersgruppe gehört der typische Modernisierer und wieviel Geld ist er bereit zu investieren?

Der Prototyp des Sanierers

Neue und teilweise überraschende Einblicke bietet eine Erhebung, die die KfW Bankengruppe mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln Anfang dieses Jahres durchgeführt hat und deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Insgesamt wurden 5.500 Haushalte – die sich aus Selbstnutzern und privaten Kleinvermietern zusammensetzen - sowie 250 Wohnungsunternehmen befragt, die zwischen 2006 und 2009 KfW-Fördermittel in Anspruch genommen haben.

Laut Studie ist der typische private Auftraggeber für energetische Sanierung in Deutschland 55 Jahre alt, verfügt über einen Hochschulabschluss und steckt rund 46.000 Euro in die Modernisierung.

Selbstnutzer modernisieren früher als Vermieter

Aus den Ergebnissen geht zur Überraschung der Volkswirte hervor, dass das Alter der Eigentümer zwar keinen Hinderungsgrund für Sanierungen darstellt. „Über 36 Prozent der befragten Wohneigentümer – und das ist deutlich mehr als man erwarten konnte – sind älter als 60 Jahre“, bilanziert Michael Voigtländer, der auf Seiten des IW Köln für die Studie verantwortlich ist. Allerdings lasse die geringe Repräsentanz älterer Eigentümer die Vermutung zu, dass Sanierungsmaßnahmen speziell von dieser Altersgruppe als schwierig oder nicht mehr lohnend eingestuft werden, so Voigtländer.

Auf Seiten der privaten Vermieter kommt die Umfrage zu dem Schluss, dass diese durchschnittlich seltener, dafür aber umfassender als öffentliche oder genossenschaftliche Unternehmen sanieren.

Selbstnutzer hingegen entschließen sich schneller und sanieren ihre Wohnimmobilien durchschnittlich acht Jahre früher als Vermieter. Dabei geben sie im Mittel etwa 288 Euro pro Quadratmeter für die Sanierung aus, während private Vermieter rund 394 Euro investieren. Wohnungsunternehmen sind sogar bereit, 522 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen.

Steuervorteile wichtiger als Fördergelder

„Über das Motivationsspektrum der Sanierer wussten man bisher nur wenig“, erläutert Lars Testorf, von der KfW Bankengruppe und Co-Autor der Studie. Dabei sei es besonders wichtig, mehr über tatsächliche Investitionsanreize und die Attraktivität von staatlichen Förderungen zu erfahren, so Testorf. „So können die vorhandenen Anreizprogramme optimiert und noch besser an den Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet werden.“

Was neun von zehn privaten Bauherren als Investitionsanreiz tatsächlich wichtig ist, sind laut Erhebung eine größere Unabhängigkeit von den Energiepreisen; gefolgt von dem Wunsch, die Kosten für Heizung und Strom langfristig zu senken. Beinahe ebenso viele wollten einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, und drei von vier Eigentümern wollen mit einer energetischen Sanierung die Wohnqualität ihrer Immobilie steigern.

Sowohl aus Sicht der Wohnungseigentümer als auch der Unternehmen ließe sich die Attraktivität energetischer Sanierungsmaßnahmen durch mehr staatliche Förderung erhöhen, beispielsweise mit steuerlichen Abschreibungen. Rund 60 Prozent aller Befragten sprachen sich für insgesamt höhere Förderungen aus.

Weitere Informationen:

Studie „Wohngebäudesanierer-Befragung 2010 - Hintergründe und Motive zur energetischen Sanierung des Wohnungsbestands“: www.kfw.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014