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Verbraucher

Gas ist zu teuer

Firmen geben sinkende Einkaufspreise oft nicht an ihre Kunden weiter. Sparen lässt sich durch einen Anbieterwechsel.

Gas ist zu teuer Gas ist zu teuer
energlobe.de, Maud Radtke

Deutsche Privatverbraucher profitieren noch zu wenig vom Überangebot und dem Preisverfall auf dem internationalen Gasmarkt. "Insgesamt sind die Preise auf der Stufe der Haushaltskunden bisher noch nicht so stark gefallen, wie es die aktuelle Gasschwemme zuließe", sagt der Energieexperte Josef Auer von Deutsche Bank Research. Schuld daran seien die Verbraucher zum Teil selbst, weil sie noch zu selten den Anbieter wechselten.

Großhandelspreise fielen deutlich

Die Einkaufspreise deutscher Unternehmen mit langfristigen Lieferverträgen waren im Laufe des vergangenen Jahres von durchschnittlich 45 auf 15 Euro pro Megawattstunde gesunken, teilten die Finanznachrichten-Agentur Bloomberg und die Consultingfirma Booz and Company mit. An den kurzfristigen Gasbörsen fielen die Preise demnach im Schnitt von 30 auf zehn Euro. Zwar ziehen sie auf beiden Märkten seitdem wieder an, aber lediglich auf 25 beziehungsweise 15 Euro. So bleibt ein Spielraum für Preissenkungen. Der Preisverfall kam durch große Schiefergasfunde in den USA und einen Einbruch der Nachfrage infolge der Wirtschaftskrise zustande.

Verbraucherpreise ziehen an

In den Gasrechnungen vieler deutscher Haushalte macht sich die günstige Marktentwicklung aber nicht bemerkbar. "Die Unternehmen geben ihre niedrigeren Einkaufspreise nicht automatisch weiter", sagt Auer. Zwischen Dezember und Januar stieg der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde Gas nach Angaben des Verbraucherportals Verivox von 5,93 auf 5,95 Cent. Für einen durchschnittlichen Haushalt seien so Zusatzkosten in Höhe von rund 60 Euro pro Jahr entstanden. Und auch zum Start der diesjährigen Heizperiode haben 74 Versorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 8,9 Prozent angekündigt, teilte das Vergleichsportal Toptarif mit. Für andere wiederum wird es günstiger: Bei mehr als 40 Anbietern wird Gas laut Toptarif im September und Oktober im Schnitt um 6,7 Prozent billiger.

Nur zehn Prozent wechseln Anbieter

Die Privathaushalte sind laut Auer mitverantwortlich dafür, dass die Preis nicht flächendeckender sinken. Denn in der Summe wechselten sie immer noch zu selten den Anbieter. "Die Unternehmen sind nicht in der Bringschuld", meint er, "sondern die Kunden in der Holschuld." Viele, insbesondere ältere Kunden hätten keinen Internetanschluss und seien daher schlecht informiert. Außerdem haben sie mit "ihrem" örtlichen Versorger oft eine enge emotionale Verbindung und blieben ihm deshalb treu. Zwar steigt die Wechselbereitschaft, allerdings auf geringem Niveau. Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben elf Prozent der Gaskunden schon einmal einen anderen Lieferanten gewählt. Im Jahr 2007 erreichte dieser Wert erst ein Prozent.

EU stärkt die Verbraucherrechte

Verstärkt wird dieser Trend durch die steigende Zahl der Angebote. Sie sind das Ergebnis der vor über zehn Jahren begonnenen Gasmarkt-Liberalisierung. Dank einer Gesetzesnovelle der Europäischen Union können Verbraucher ihren Versorger jetzt innerhalb von drei Wochen wechseln. Zuvor war dies nur zum Ende des nächsten Kalendermonats möglich. Neuerdings haben Kunden zudem Anspruch auf eine Abschlussrechnung mit allen Verbrauchsdaten bis spätestens sechs Wochen nach dem Anbieterwechsel. Ein Entschädigungsanspruch soll Falschberechnungen und Verspätungen eindämmen.

Im Durchschnitt 100 Euro sparen

"Viele Kunden wissen immer noch nicht, dass der Lieferantenwechsel heute nur noch wenige Klicks mit der Computermaus entfernt ist", meint Auer. Auf Internetportalen wie Verivox, Check 24 oder TopTarif können sie sich unter Angabe ihrer Postleitzahl über die günstigsten Angebote informieren. Auer: "Das kann die die jährliche Gasrechnung für typische Privathaushalte um etwa 100 Euro mindern."

Weitere Informationen:

Gaspreisvergleiche im Internet bei verivoxcheck24 und toptarif

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014