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Öko-Geldanlagen

Nachhaltige Geldgeschäfte

Seit der Bankenkrise verzeichnen Ökobanken 33 Prozent mehr Kunden.

Nachhaltige Geldgeschäfte Nachhaltige Geldgeschäfte
energlobe.de, Denny Rosenthal

Ob in Wirtschaft, Politik oder bei Lebensmitteln: Der Begriff Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Ein grüner Anstrich erhöht ganz offensichtlich die Attraktivität auf dem Markt. Jetzt drängen immer mehr Finanzdienstleister mit ihren Produkten auf den Markt. Doch nicht überall wo öko draufsteht, ist auch öko drin.

Misstrauen gegenüber Banken

Seit dem Bankencrash 2008 fragen sich immer mehr Menschen: Was macht meine Bank eigentlich mit meinem Geld? Anleger erfahren normalerweise nicht, an wen die Hausbank Kredite vergibt oder wie sie ihr Kapital arbeiten lässt. Seit dem Zusammenbruch großer Geldinstitute haben viele Anleger das Vertrauen in ihre Bank verloren. Neben einer Aussicht auf Rendite wollen immer mehr Bürger auch sicher sein, dass mit ihrem Ersparten sinnvoll und nach ökologischen Kriterien gewirtschaftet wird.

Und so erleben die so genannten Öko- und Umweltbanken einen enormen Kundenzuwachs. "Wir haben durch die Finanzkrise keinen Cent verloren. Wir haben sie weder verursacht, noch sind wir davon betroffen", bestätigt Eva Schneeweiss, Sprecherin der Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS Bank) in Bochum. Die 1974 gegründete GLS Bank ist neben der Nürnberger Umweltbank und der Ethikbank in Thüringen der Pionier im sozial-ökologischen Banking. Seit der Finanzkrise verzeichnet die GLS Bank einen noch nie dagewesenen Kundenzuwachs. Allein 2009 zählte die Bank 11.000 neue Kunden; die Bilanzsumme stieg um 33 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Nachhaltige Geldanlagen und soziale sowie ökologische Finanzprodukte bieten laut Schneeweiss Antworten auf gesellschaftliche Fragen wie den Klimawandel oder die Ausbeutung der Dritten Welt: „Viele Menschen wollen mit ihrem Spargroschen etwas Gutes tun, die Welt ein bisschen besser machen“, so die Finanzexpertin.

Beispielsweise können Anleger in Aktien oder Anleihen von Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien investieren. Nachhaltige Geldanlagen ergänzen die klassischen Kriterien der Rentabilität, Liquidität und Sicherheit um ökologische, soziale und ethische Bewertungspunkte. Banker sprechen dann von einer „sauberen" Geldanlage.

Ob allerdings die Aktie eines Automobilherstellers sauber ist, weil er Fahrzeuge mit Hybridmotoren herstellt, obgleich der Benzinverbrauch seiner restlichen Flotte überdurchschnittlich hoch ist, muss jeder Investor selbst entscheiden. „Anleger sollten ihrem Bankberater nicht blind vertrauen. Wer sich wirklich nachhaltig und ethisch korrekt auf dem Finanzparkett bewegen will, sollte sich selbst einen Überblick verschaffen und am besten unabhängig beraten lassen“, erläutert Dorothea Mohn, Finanzexpertin vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Keine Prüfsiegel und Standards

Ein großes Problem ist die fehlende Standardisierung grüner Finanzprodukte. Daher tummeln sich auch schwarze Schafe auf dem Markt. „Unter den Begriffen ethisch oder nachhaltig kann jeder von uns etwas anderes verstehen“, gibt Mohn zu Bedenken. „Das schier undurchsichtige Angebot macht es Verbrauchern schwer, sich für eine Kapitalanlage zu entscheiden“, so die Verbraucherschützerin.

Ein wesentlicher Bestandteil des ökologisch-sozialen Bankings ist also Transparenz. Bei der GLS Bank etwa wird jede Kreditvergabe in der hauseigenen Kundenzeitschrift veröffentlicht. Anleger können sogar mitbestimmen, welche Projekte mit ihrem Geld unterstützt werden sollen: zum Beispiel Freie Schulen, Bioläden, Umwelt- und Sozialprojekte oder Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien.

Jeder Kunde soll sicher sein, dass sein Geld nicht in Firmen landet, die in Waffengeschäfte oder Kinderarbeit involviert sind. "Wir investieren nicht in spekulative, sondern nur in realwirtschaftliche Projekte", resümiert Schneeweiss die Philosophie der GLS Bank: "So wollen wir die Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft vorantreiben".

Weitere Informationen:

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) ist ein Zusammenschluss von knapp 100 Unternehmen und Organisationen, die sich für Nachhaltige Geldanlagen einsetzen: www.forum-ng.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014