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Förderprogramme

Run auf die Fördertöpfe

Die Förderung innovativer Heiztechnik wurde verbessert. Wer modernisieren will, sollte nicht lange zögern.

Run auf die Fördertöpfe Run auf die Fördertöpfe
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Die Bundesregierung fördert innovative Heiztechnik in Verbindung mit Erneuerbaren Energien jetzt großzügiger. Auch für Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung gibt es wieder Zuschüsse und vergünstigte Darlehen. Eile ist geboten: Ab 2012 wird die Förderung schon wieder sinken.

Die Weltleitmesse für Gebäude-, Energie- und Klimatechnik ISH 2011 Mitte März in Frankfurt begann vielversprechend. Zum Auftakt kündigte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium (BMU), Ursula Heinen-Esser, bessere Konditionen im Marktanreizprogramm für innovative Heizungstechnik (MAP) an. „Insbesondere in der Effizienz müssen wir unser Tempo stark anziehen“, erklärte Heinen-Esser.

Die schwarz-gelbe Koalition will den Wärmebedarf im Gebäudesektor, der etwa 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs ausmacht, bis 2020 um 20 Prozent reduzieren. Deshalb setzt sie stärkere Anreize für Investitionen in Solarthermie, Wärmepumpen und Holzheizungen. Eine degressive Ausgestaltung, durch die Zuschüsse sukzessive abgesenkt werden, soll zusätzlich kurzfristige Investitionsentscheidungen bewirken.

Keine Aufstockung der Mittel

Marktimpulse verspricht sich Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) vor allem von der Wiedereinführung des Kesseltauschbonus von 600 Euro in Verbindung mit der Förderung der Solarthermie von 120 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche. „Bei einer Solarkollektorfläche von zehn bis zwölf Quadratmetern erhalten Hausbesitzer bis zu 2.000 Euro“, rechnet Lücke vor. Neben den „deutlich attraktiveren“ Förderkriterien des Marktanreizprogramms erwartet er für 2011 auch durch die gestiegenen Energiepreise und den nachlassenden Photovoltaik-Boom zunehmende Investitionen in moderne Heizgerätetechnik.

Auch wenn von einer Aufstockung der Mittel für das Marktanreizprogramm nicht die Rede ist, hält der BDH die für 2011 vorgesehenen 420 Millionen Euro für ausreichend. Das sind zwar 30 Millionen Euro weniger als 2010, die sind dafür aber quasi garantiert. 2010 wurden die MAP-Mittel im Mai kurzfristig eingefroren. „Ein Programmstopp ist diesmal nicht zu erwarten“, heißt es dazu im Bundesumweltministerium.

Förderbeträge sinken sukzessive

Spätestens 2012 aber wird der Gürtel enger geschnallt: So sieht der vorläufige Bundeshaushalt im kommenden Jahr für das MAP Kürzungen von weiteren 40 Millionen Euro im Vergleich zu 2011 vor. Entsprechend werden die Förderbeträge ab 2012 abgesenkt. So gilt die erhöhte Basisförderung für Solarkollektoranlagen von 120 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche nur bis 30. Dezember 2011, danach sinkt der Betrag auf 90 Euro. Der Kesseltauschbonus sinkt ab 2012 auf 500 Euro. Der von 500 auf 600 Euro erhöhte Kombinationsbonus für den gleichzeitigen Einsatz von Solarthermie und Wärmepumpe beziehungsweise Biomasseheizung währt ebenfalls nur in diesem Jahr.

Ohne zeitliche Befristung gilt dagegen die wieder eingeführte Förderung emissionsarmer Holzvergaserkessel. Geräte, die maximal 15 Milligramm Staub je Kubikmeter ausstoßen, werden pauschal mit 1.000 Euro bezuschusst. Daneben bestehen alle bisherigen Förderungen von Pelletöfen, -kesseln und Holzhackschnitzelanlagen unverändert fort. Auch Wärmepumpen werden weiter bezuschusst – mit 2.400 Euro für Anlagen bis zehn Kilowatt im Einfamilienhaus und bis zu 11.400 Euro für höhere Leistungen.

Einzelne Sanierungsmaßnahmen werden wieder unterstützt

Weitere Fördermöglichkeiten für Hauseigentümer bietet die KfW an, die seit März auch wieder Einzelmaßnahmen zum energieeffizienten Sanieren unterstützt. Private Immobilienbesitzer erhalten Zuschüsse bis fünf Prozent der Investitionskosten (maximal 2.500 Euro) oder zinsvergünstigte Kredite für die Dämmung von Dach und Fassade, die Installation einer Lüftungsanlage, den Austausch der Fenster oder die Erneuerung der Heizungsanlage.

„Bauherren haben zukünftig wieder die Wahl, ihr Wohnhaus einmalig vollständig zu sanieren oder die energetische Qualität in einzelnen Sanierungsschritten zu verbessern“, sagte Axel Nawrath, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe. Das komme insbesondere privaten Hausbesitzern zugute, die oftmals aus Kostengründen zeitlich versetzte Sanierungsmaßnahmen bevorzugten.

Ab 2012 weniger Geld für die Gebäudesanierung

Die Mittel der Bundesregierung für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm, mit denen die KfW zinsgünstige Kredite und Investitionszuschüsse für energetische Sanierungsmaßnahmen finanziert, sinken seit Jahren. 2009 lag das Volumen bei 2,2 Milliarden Euro. In diesem Jahr stehen noch rund 436 Millionen Euro im Haushalt bereit. Weitere 500 Millionen Euro sollen für 2011 aus dem Energie- und Klimafonds kommen. Die Finanzierung daraus steht aber aktuell in Frage. Denn in den Fonds zahlen deutsche Kernkraftwerksbetreiber im Gegenzug zur 2010 beschlossenen Laufzeitenverlängerung ein, die mit dem dreimonatigen Moratorium im März vorläufig ausgesetzt wurde. Wie es danach weitergeht, weiß bisher niemand.

Richtig eng könnte es ab kommendem Jahr werden. Wie ENERGLOBE.DE erfuhr, kappt der Mitte März vom Kabinett verabschiedete Eckwertebeschluss zum Bundeshaushalt die Mittel zur CO2-Gebäudesanierung auf Restbeträge von 50,5 Millionen Euro für 2012 sowie 22 Millonen Euro für 2013. Im Bundesbauministerium will man diese Zahlen nicht bestätigen. Dort heißt es, man wolle das Fördervolumen von 2011 auch im kommenden Jahr halten. Dabei wird fest mit jährlich 500 Millionen Euro aus dem umstrittenen Energie- und Klimafonds gerechnet.

Sanierungsziele in „unerreichbarer Ferne“

Um die im Energiekonzept der Bundesregierung angestrebte Sanierungsquote von jährlich zwei Prozent des Gebäudebestandes zu erreichen, beziffert die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) das notwendige Fördervolumen auf fünf Milliarden Euro jährlich. Ohne die Anreizförderung durch das CO2-Gebäudesanierungsprogramm rücke das von der Bundesregierung gesteckte Ziel „in unerreichbare Ferne“, warnt der BSI-Vorsitzende Jens-Ulrich Kießling.

Weitere Informationen:

Die Förderbedingungen des Marktanreizprogrammes für erneuerbare Wärme finden sich auf den Seiten des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: www.erneuerbare-energien.de

Investitionszuschüsse für Modernisierungen privater Ein- und Zweifamilienhäuser genehmigt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): www.bafa.de

Die KfW vergibt im Rahmen des MAP zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse an gewerbliche oder kommunale Investoren: www.kfw-foerderbank.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014