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Einspeisetarif

Schatten auf Solarstrom

Solarzellen auf dem Dach lohnen sich ab Juli 2011 nur noch, wenn die Einspeisetarife nicht drastisch gekürzt werden.

Schatten auf Solarstrom Schatten auf Solarstrom
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Stichtag 1. Juli: An diesem Tag werden die Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen erneut angepasst. Sollten die Tarife tatsächlich um 15 Prozent sinken und die Modulpreise im gleichen Zeitraum nicht deutlich fallen, lohnen sich insbesondere kleine Dachanlagen kaum noch. Das zeigt ENERGLOBE.DE anhand konkreter Rechenbeispiele.

Je nach Marktlage soll ab Juli 2011 der Tarif für jede eingespeiste Kilowattstunde um drei bis 15 Prozent sinken. Hält der Solarboom unvermindert an und wird in Deutschland eine installierte Leistung von 3.500 Megawatt erreicht, sinkt die Förderung um vier Eurocent – so steht es im novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ein solches Szenario ist durchaus realistisch: Im ersten Halbjahr 2010 betrug der Zubau 3.853 Megawatt; insgesamt wurden im vergangenen Jahr Solaranlagen mit einer Leistung von 7.000 Megawatt installiert. Sollte sich der Markt allerdings weniger euphorisch entwickeln und in 2011 weniger als 3,5 Gigawatt zugebaut werden, erfolgt die nächste Anpassung der Fördersätze wie bislang vorgesehen erst zum Jahresanfang 2012.

Juli 2011: Kürzungen zwischen drei bis 15 Prozent

Die Rechenbeispiele zeigen zwei Extreme: Bei einer Kürzung des Einspeisetarifs um drei Prozent ist die Rendite mit 5,9 Prozent noch lukrativ; wird im Worst-Case-Szenario um 15 Prozent gekürzt, sinkt die Rendite auf 2,6 Prozent.

Bei einer kleinen, herkömmlichen Aufdachanlage mit einer Leistung von drei Kilowatt Peak und einer für Deutschland durchschnittlichen Sonneneinstrahlung ergibt sich folgendes Bild:


Wie rentabel eine noch in diesem Halbjahr in Betrieb genommen Photovoltaikanlage wirtschaftet, ist von vielen Faktoren abhängig. Neben den Modulpreisen, ist die Größe der Anlage, ihre Leistungsfähigkeit sowie der Standort entscheidend. Darüber hinaus hängt der Gewinn am Jahresende stark davon ab, ob der Strom ins Netz eingespeist oder für den Eigenverbrauch genutzt wird – für diesen gelten nämlich weitaus günstigere Einspeisetarife, und die Hausbewohner sparen sich den Bezug von konventionellem Strom.

Entwicklung der Modulpreise

Die Modulpreise bestimmten lange den Hype um die Solarzellen. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Kosten halbiert: Im Jahr 2006 musste man für ein Kilowatt Peak rund 5.000 Euro ausgeben, heute knapp über 2.700 Euro. Eine Vorhersage über die Höhe von Modulpreisen für das Jahr 2011 ist schwierig, von einer geringfügigen Reduzierung kann jedoch ausgegangen werden. Auf Anfrage von ENERGLOBE.DE bestätigt David Wedepohl, Sprecher des Bundesverbandes der deutschen Solarwirtschaft (BSW), dass sich die Solarbranche 2010 dazu bekannt habe, die Systempreise von Photovoltaikanlagen bis 2020 um mindestens 50 Prozent zu senken. Nähere Prognosen zur kurzfristigen Preisentwicklung will der Verband „aus kartellrechtlichen Gründen“ jedoch nicht abgeben.

Traumrenditen in 2009

Den größten Einbruch bei den Modulpreisen verzeichnete die Branche 2009: Innerhalb dieses Jahres sank der durchschnittliche Endkundenpreis für eine fertig installierte Aufdachanlage bis 100 Kilowatt Peak von 4.000 Euro auf rund 2.900 Euro. Es war rückblickend das beste Jahr für die Inbetriebnahme einer Solaranlage, doch viele angehende Hauseigentümer mussten lange auf die Installation ihrer Solarzellen warten. Aufgrund der hohen Nachfrage – angetrieben von zahlreichen gewerblichen Kunden, die großflächige Solarparks errichteten – kam es zu großen Lieferengpässen und Verzögerungen.

Rentabilität: eine Frage der Vergütung

Neben den Modulpreisen und den zahlreichen Fördermöglichkeiten für die Errichtung einer Photovoltaikanlage, etwa mit den Programmen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank), bestimmte die Höhe der Einspeisetarife die Rentabilität der Investition auf dem Dach. Die Konditionen sind überzeugend: Wer sich für eine Solaranlage entscheidet, erhält auf 20 Jahre – plus dem Jahr der Inbetriebnahme – eine staatlich garantierte Einspeisevergütung vom örtlichen Energieversorger, wenn er seinen Sonnenstrom ins Netz eingespeist. In diesem Jahr bekommen Solarstromer beispielsweise 28,74 Cent je Kilowattstunde vergütet. Zum Vergleich: Für die im Jahr 2009 installierten Anlagen betrug die Einspeisevergütung noch rund 43,01 Cent. Bleibt es bei den geplanten Kürzungen des Einspeisetarifs bis 2012 auf 22,70 Cent je Kilowattstunde, hat sich die Vergütung seit 2004 halbiert. Damals erhielten Solaranlagenbesitzer noch satte 57,40 Cent für jede eingespeiste Kilowattstunde.

Je größer die Anlage, desto geringer die Betriebskosten

Bei einer doppelt so großen Photovoltaikanlage (sechs KWp), der die gleichen Parameter zugrunde liegen wie in der obigen Tabelle aufgeführt, verbessert sich die Rentabilität merklich. Denn: Je größer die Anlage ist, desto geringer fallen die Betriebskosten ins Gewicht. Bei einer sechs KWp-Anlage steigt die Eigenkapitalrendite für eine im Januar 2011 in Betrieb genommene Anlage bei Betriebskosten von 198 Euro auf 7,39 Prozent. Bei einer Kürzung des Einspeisetarifs ab Juli um 15 Prozent sinkt sie hingegen auf 3,21 Prozent.

Eigenverbrauch: Höhere Renditen plus Ersparnis für konventionellen Strom

Hausbesitzer, die ihren Solarstrom zum Teil selbst verbrauchen, profitieren von einer Sonderregelung: Die Eigenverbrauchsregel ist bei kleineren Anlagen die lukrativste Lösung. Eine Voraussetzung gibt es laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Mindestens 30 Prozent des Stroms aus der Steckdose müssen aus Eigenproduktion stammen. Für den Fall, dass der Eigenverbrauch darunter liegt, ist die Förderung um einige Cent geringer.

Seit Januar erhalten Selbstverbraucher rund 16 Cent pro Kilowattstunde, wenn sie etwa ein Drittel ihres Stroms selbst nutzen, zudem sparen sie für jede Kilowattstunde rund 22 Cent, welche beim Bezug von konventionellem Strom angefallen wären.

In unserem Rechenbeispiel würde sich die Eigenkapitalrendite so auf 8,04 Prozent erhöhen und die Verbraucher könnten 180 Euro Stromkosten einsparen.

Verschattung und langfristige Leistung der Solaranlage

Nicht zu unterschätzen ist das Problem der Verschattung auf den Solarmodulen. Dringt das Sonnenlicht aufgrund von nahestehenden Bäumen oder einem Kamin nicht mit ganzer Strahlkraft auf die Solarzellen, wird dadurch die gesamte Leistung der Photovoltaikanlage gemindert, denn die Solarzellen sind in Reihe miteinander verschaltet.

Bei der Auswahl der Module ist Weitblick gefragt: Hausbesitzer, die in eine Anlage investieren wollen, sollten sich für Solarzellen entscheiden, für die sie auch noch in 20 Jahren eine Garantie oder Schadenersatz beanspruchen können. Welches Solarunternehmen dann noch auf dem Markt ist, lässt sich freilich schwer vorhersagen, doch sollte man beim Kauf der Module das Unternehmen auf Krisensicherheit prüfen.

Renditen: nicht nur eine Frage der Modul- und Systempreise“

Laut BSW-Sprecher Wedepohl hänge die Rendite einer Solarstromanlage nicht nur von den Modul- und Systempreisen, sondern auch von einer fachgerechten Installation und Planung sowie von der Haltbarkeit der eingesetzten Komponenten ab: „Ich würde Verbrauchern raten, nicht nur auf Stichtage, sondern auch auf Qualität der verbauten Komponenten zu achten. Schließlich soll eine Solarstromanlage mit 25 bis 30 Jahren länger halten, als ein Auto.“ Hierzu eigne sich der für Verbraucher kostenlose Photovoltaik-Anlagenpass, abrufbar unter: www.photovoltaik-anlagenpass.de.

Weitere Informationen:

Tipps zu Fördermöglichkeiten der Solaranlage auf der Website www.solarfoerderung.de

Zehn Tipps für angehende Solarstromer auf der Webseite: www.bauen.de

Ob Sie mit Ihrem Dach in Ihrer Region eine rentable Sonnenausbeute erzielen, können Sie mithilfe des PV-Onlinerechners auf www.solarserver.de ermitteln.

Auswertung der Bundesnetzagentur zur Entwicklung des Photovoltaikmarktes in den Jahren 2009 und 2010: www.solarwirtschaft.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014