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Gasanbieter

Wenig Wille zum Gas-Wechseln

Verbraucherschützer raten zum Tausch des Gasanbieters: Je nach Region und Verbrauch lasse sich viel Geld sparen.

Wenig Wille zum Gas-Wechseln Wenig Wille zum Gas-Wechseln
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

In den Gasmarkt ist Bewegung gekommen: Neue Anbieter etablieren sich und der Wettbewerb hat zugenommen. Wie beim Strom kann man den Gasversorger frei wählen. Je nach Region und Verbrauch lassen sich so bis zu 40 Prozent der Gaskosten einsparen. Noch scheuen viele Verbraucher den Wechsel aus Angst vor Abwicklungsschwierigkeiten oder einem Versorgungsengpass. Zu Unrecht, meinen Verbraucherschützer.

Noch immer wissen viele Verbraucher nicht, dass sie neben ihrem Stromversorger auch ihren Gaslieferanten frei wählen können. Was auf dem Strommarkt bereits eingesetzt hat und immer mehr Verbreitung findet, sickert nun langsam auch bei den Gaskunden durch. Mit relativ geringem Aufwand können durch den Tausch des Gasversorgers jährlich bis zu 40 Prozent der Gaskosten eingespart werden. Dennoch ist die Wechsellaune gering und viele Verbraucher bleiben bei ihren regionalen Versorgern. Laut einer Online-Umfrage der Verbraucherzentrale Niedersachsen sind lange administrative Vorgänge, intransparente Verträge und ein Tarifwirrwar Schuld daran.

„Sorgen unbegründet“

Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben bislang nur 15 Prozent der deutschen Verbraucher ihren Gas-Tarif gewechselt und nur acht Prozent ihren Gasanbieter. Ein Großteil ist skeptisch und befürchtet, im Herbst oder Winter in einer kalten Wohnung zu sitzen. „Dabei ist diese Sorge völlig unbegründet“, beruhigt Thorsten Kasper, Energieexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Sollte etwa der Anbieterwechsel nicht ordnungsgemäß ablaufen, erhält jeder Haushalt von seinem Grundversorger weiter Gas, erklärt der Verbraucherschützer.

Billiges Gas: Spotmarkt versus Langfrist-Verträge

Die unterschiedlichen Tarife bei den Gasanbietern kommen durch die verschiedenen Beschaffungsmaßnahmen zustande. Während sich viele neue Anbieter auf den Spotmärkten mit billigem Gas eindecken, sind einige Stadtwerke und manche etablierte Gasversorger an ihre langfristigen Lieferverträge gebunden. Teilweise besteht bei vielen noch eine Bindung an den Ölpreis, was auch die Gaspreise nach oben klettern lässt, auch wenn das Gas gerade günstig zur Verfügung steht. „Die Gastarife könnten eigentlich günstiger sein“, sagt Kasper. Weil aber noch nicht alle Gasanbieter zu den billigsten Preisen einkaufen, könnten sie ihren Kunden auch keine großen Preisnachlässe anbieten. Der Gasmarkt verfüge zwar noch nicht über so viele Anbieter wie der Strommarkt, doch dies ändere sich langsam.

Über die Vergleichsportale verivox.de oder gastipp.de lassen sich die günstigsten Anbieter mit wenigen Mausklicks leicht ermitteln.

Verbraucherschützer raten zum Wechsel

„Die Wechselkultur ist in diesem Bereich noch nicht sehr ausgeprägt, obwohl wir gerade in den letzten Monaten einen deutlichen Zuwachs feststellen“, konstatiert Kasper. Die Bereitschaft, sich von ihren regionalen Versorgern zu trennen, belebe den Markt und schaffe bessere Angebote für die Verbraucher, so der Energieexperte. Auch wenn es nur wenig Anbieter gäbe, könnten Familien- sowie Singlehaushalte mehrere Hundert Euro einsparen.

Vor einem Wechsel sollte sich jeder Gaskunde gut über die Vertragsmodalitäten des neuen Anbieters informieren, so der Energieexperte. Der neue Vertrag sollte die Laufzeit von einem Jahr nicht überschreiten und bei Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht gewähren. „Oft locken Versorger mit günstigen Tarifen, die sie nach wenigen Monaten wieder durch höhere ersetzen“, erklärt Kasper. „Dann sollte es möglich sein, schnell aus dem Vertrag auszusteigen und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.“

Einen Tipp hat der Verbraucherschützer für die Wechselwilligen: „Die Preisgestaltung sollte transparent sein.“ Auf eine Vorauskasse oder die Zahlung einer Kaution sollte nicht eingegangen werden, rät Kasper. Im Falle einer Insolvenz des Gasversorgers bestehe das Risiko, das eingezahlte Geld zu verlieren. Gleiches gelte für Bonuszahlungen: „Darauf sollten Verbraucher nicht allzu viel geben, weil diese meist an unvorteilhafte Bedingungen geknüpft sind.“

So funktioniert der Wechsel

Nachdem man sich gründlich informiert und für einen neuen Gasanbieter entscheiden hat, sollte man die Kündigung dem neuen Anbieter überlassen. Dieser benötigt neben den persönlichen Daten auch Angaben zum bisherigen Gasversorger wie etwa die Nummer des Zählers und den aktuellen Stand des Gasverbrauchs. Der komplette Wechsel dauert in aller Regel etwa sechs bis zehn Wochen und zieht keine zusätzlichen Kosten nach sich. Weder Leitung noch Zähler müssen ausgetauscht werden. Die Ablesung der Zählerstände übernimmt nach wie vor der Netzbetreiber.

Ausnahme: Mehrfamilienhäuser mit einem gemeinsamen Gaszähler

Verbraucher in einem Mehrparteienhaus mit nur einem Gaszähler, bei dem die Heizkosten anteilig auf alle Mieter umgelegt werden oder über die Nebenkosten abgerechnet werden, können ihren Versorger nicht allein bestimmen. Dann gilt es beim Vermieter Überzeugungsarbeit für die Mietergemeinschaft zu leisten.

Weitere Informationen:

Einen Überblick über die Gasanbieter in Ihrer Region bekommen Sie auf den Vergleichsportalen: www.verivox.de oder www.gastipp.de.

Tipps zum Gasanbieterwechsel bei der Bundesnetzagentur und beim Bund der Energieverbraucher: www.bundesnetzagentur.de und www.energieverbraucher.de.

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014