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Studie

Deutsche wollen schlaue Städte

Eine Umfrage ergab, dass sich die Deutschen intelligente Lebensräume wünschen

Deutsche wollen schlaue Städte Deutsche wollen schlaue Städte
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Zum grauen Alltag vieler Großstädte gehören Staus, Luftverschmutzung und die Verschwendung von Ressourcen und Energie. Wie einfach wäre es da, wenn eine App auf dem Handy im Minutentakt über freie Parkplätze in der Nachbarschaft informiert oder sich bei günstigen Stromangeboten die Waschmaschine von alleine anstellt?

Wer würde nicht gern in einer intelligenten Stadt leben? 84 Prozent der Deutschen könnten sich das schon jetzt vorstellen. Dies ergab eine repräsentative Studie der Unternehmensberatung Accenture. Dabei steht die intelligente Stadt für einen Lebensraum, in dem Erneuerbare Energien eingesetzt, der CO2-Ausstoß verringert und Verkehrs- sowie Telekommunikationsnetze die Abläufe in der Stadt komfortabler und effizienter machen. Die Unternehmensberatung ließ das Marktforschungsinstitut Forsa bundesweit über 1.000 Verbraucher im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragen.

Und kam dabei auch zu einem überraschenden Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten wünscht sich, dass mit dem intelligenten Um- und Ausbau der Städte schnell begonnen wird. So würden es 61 Prozent begrüßen, wenn die dafür notwendige, intelligente Infrastruktur innerhalb der kommenden zwei bis fünf Jahre eingeführt wird.

Energieversorger sollen es richten

Forscher und Politiker sollen hierbei die gewaltigen Herausforderungen einer smarten Stadt annehmen. Der Aufbau eines intelligenten Stromnetzes, eines Smart Grid, ist dabei zentral. Auch eine vermehrte Nutzung von regenerativen Energiequellen wie Wind- und Sonnenstrom sowie die Elektromobilität spielen wichtige Rollen. Jeder dritte Bundesbürger sieht auch die Energieversorger in der Pflicht – jedoch nicht ohne Vorbehalte. „Die Verbraucher vertrauen den Stadtwerken mehr als den großen Energieversorgern“, stellt Studienautor Stephan Werthschulte gegenüber ENERGLOBE.DE fest. „Sie glauben, dass die großen Vier eher aus Eigen- als aus Allgemeininteresse handeln“, so der Geschäftsführer im Bereich Energieversorgungswirtschaft bei Accenture. Besonders beim Thema Energieeffizienz vermuten viele Umfrageteilnehmer, dass die großen Versorger nicht wirklich am Energiesparen interessiert sind. Doch Kundennähe und der Verkauf von günstigem Strom allein werde den Stadtwerken auf Dauer nicht helfen, folgert Werthschulte. Denn der Umbau hin zu einer smarten City werde vor allem eins: teuer.

Mehr Lebensqualität in einer smarten City

Die Studie beweist: Die Deutschen erwarten viel von einer intelligenten Stadt. „Viele versprechen sich deutliche Verbesserungen beim Umweltschutz und in der Lebensqualität“, bestätigt Werthschulte. So stellen sich die meisten Befragten ein smartes Stadtszenario vor, in dem Energie- und Verkehrsflüsse optimal aufeinander abgestimmt sind, erklärt der Studienautor. „Das soll die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und damit auch Jobs sichern“. 88 Prozent der Befragten wünschen sich sinkende Energiepreise. „Das ist sicher unrealistisch“, kommentiert Werthschulte das Ergebnis. „Die erforderlichen Investitionen und somit die Kosten für die Investoren sind einfach zu hoch.“

Kehrseiten der intelligenten Stadt: fehlende Datensicherheit und Baulärm

Doch die clevere Stadt der Zukunft beflügelte nicht nur kühne Phantasien bei den Befragten, auch handfeste Sorgen bestimmen das Meinungsbild. So befürchtet jeder Zweite, die zunehmende Vernetzung könne den Datenschutz gefährden. Auch der drohende Baulärm beim Umbau der Städte sowie steigende Kosten für Energie und Lebenshaltung macht einer großen Mehrheit zu schaffen. „Über kurz oder lang, werden wir in intelligent gesteuerten Städten leben“, prophezeit Stephan Wethschulte. „Entscheidend wird eine integrierte Sichtweise sein, damit alle betroffenen Akteure den Umbau der Energiesysteme in Städten voranbringen können.“

Weitere Informationen:

Artikel „Die Stadt der Zukunft denkt mit“ in der Welt am Sonntag vom 11.07.2010.

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014