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Baugesetzgebung

„Fast-Nullenergie“ fürs Klima

EU-Richtlinie bestimmt die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.

„Fast-Nullenergie“ fürs Klima „Fast-Nullenergie“ fürs Klima
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Bereits seit Juli 2010 gilt die neue Richtlinie 2010/30/EU der Europäischen Union zur Energieeffizienz von Gebäuden. Die Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) soll helfen, den Energieverbrauch von Gebäuden nachhaltig zu senken und ihre Effizienz zu erhöhen. Demnach dürfen ab dem Jahr 2021 nur noch Häuser errichtet werden, die strenge Einsparvorgaben erfüllen und größtenteils über Erneuerbare Energien versorgt werden. Bis 2012 soll die Direktive in das deutsche Recht eingegangen sein.

Der Gebäudebestand ist laut Internationaler Energie Agentur (IEA) der größte Energiekonsument der EU und verbraucht 40 Prozent des Endenergiebedarfs. Die gesetzten Klimaziele der EU sind deshalb ehrgeizig: Bis zum Jahr 2020 wollen die Mitgliedsstaaten die Effizienz von Gebäuden erheblich steigern und verstärkt Erneuerbare Energien für Heizung, Warmwasser und Lüftung einsetzen. „Mit den bestehenden Regelungen wurden nur 27 Prozent der Gebäude erfasst. Mit der Neufassung der Richtlinie erreichen wir künftig alle Gebäude in Europa“, erklärt Michaela Holl die Novellierung. Holl ist Fachreferentin der Generaldirektion Energie und Verkehr bei der Europäischen Kommission.

Neubauten im „Fast-Nullenergie-Standard“

Ab Jahresbeginn 2021 sollen deshalb in den EU-Staaten nur noch sogenannte „Niedrigstenergiegebäude“ errichtet werden. Dies bedeutet im Sinne der EU-Richtlinie, dass diese Häuser „eine sehr hohe [...] Gesamtenergieeffizienz“ aufweisen müssen. Der noch übrige Energiebedarf soll aus Erneuerbaren Energiequellen stammen. Bei Neubauten über 1.000 Quadratmetern Nutzfläche muss künftig vor Baubeginn der Einsatz regenerativer Ressourcen durch etwa Kraft-Wärme-Kopplung, Fernwärme oder die Nutzung von Wärmepumpen geprüft werden. So soll sichergestellt werden, dass er ökologisch, technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Konkrete Höchstwerte für den Energieverbrauch gibt das EU-Gesetz jedoch nicht vor.

Mehr Qualität und Kontrolle beim Energieausweis

Darüber hinaus werden regelmäßige Kontrollen von Heizkesseln und Klimaanlagen alle fünf Jahre Pflicht. Die Mindestanforderungen für die Gesamtenergieeffizienz müssen bei Bedarf an die Vorschriften angepasst werden. Da öffentliche Gebäude eine Vorbildfunktion haben, gilt für sie die Regelung bereits ab 2019. Die EU stärkt mit der Direktive auch die Rolle des Energieausweises: Der Haus-Paß soll europaweit für Neubauten ausgestellt werden und den Energiekennwert von Häusern und Wohnungen ausweisen, die vermietet oder verkauft werden. Darüber hinaus soll er Modernisierungstipps enthalten. Neu ist, dass nach Abschluss von Kauf- und Mietverträgen der Energieausweis an Käufer bzw. Mieter ausgehändigt werden muss. Unabhängige Institutionen sollen die Qualität sowie die kontrollierte Ausstellung der energetischen Hauspässe sichern.

Anforderungen beim Altbau

Die EU-Gebäudestandards gelten auch für renovierte Altbauten, wenn die Sanierungskosten ein Viertel des Immobilienwerts übersteigen. Zu den Ausnahmen zählen Häuser mit einer Fläche unter 50 Quadratmetern; auch Ferienhäuser oder religiös genutzte Gebäude müssen die Richtlinie nicht erfüllen. Gleiches gilt bei denkmalgeschützten Bauten, wenn dadurch das Erscheinungsbild unangemessen beeinträchtigt wird.

Deutsche Hauseigentümer von Altbauten betrifft dies weniger. Sie müssen schon jetzt zahlreiche Vorgaben einhalten, sonst drohen Bußgelder. Dazu gehört etwa, dass der Gesamtenergieverbrauch gegenüber dem Stand von 2007 um 30 Prozent gesenkt werden soll. Dies regelt die bundesweite Energieeinsparverordnung EnEV seit 2009. Sie enthält die bisherigen EU-Gebäuderichtlinien und wird aufgrund der Neufassung bis 2012 novelliert. Große Teile der Richtlinie hat Deutschland damit bereits heute erfüllt.

Weitere Informationen:

Die EU-Gebäuderichtlinie zum Download auf der EU-Homepage für Rechtsvorschriften: www.europa.eu

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014