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Klimakonferenz

Kleine Schritte, gut verpackt

Experten rechnen nicht mit dem großen Durchbruch beim Klimaschutzgipfel. Der Fokus liegt auf Waldschutz, Technologietransfer und Finanzierung.

Kleine Schritte, gut verpackt Kleine Schritte, gut verpackt
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Experten rechnen nicht mit dem großen Durchbruch beim Klimaschutzgipfel im mexikanischen Cancún. Der Fokus der zwölftägigen Konferenz liegt daher von Beginn an auf einzelnen Mechanismen: Waldschutz, Technologietransfer und Finanzierung.

Schon am ersten Tag der 16. UN-Weltklimakonferenz in Mexiko dreht sich alles um ein „well balanced package“. Ein ausgewogenes Paket von Einzelentscheidungen wollen die Veranstalter des Großevents im Badeort Cancún erreichen. Eigentlich sollte es in den kommenden zwei Wochen um ein globales Klimaschutzabkommen nach 2012 gehen, da die verbindliche Vertragsperiode des Kyoto-Protokolls dann ausläuft. Verbindliche politische Beschlüsse gelten allerdings als unwahrscheinlich.

Das weiß auch die Veranstalterin Christina Figueres, UN-Beauftragte für Klimaschutz. Sie weist immer wieder auf die kleinen Schritte auf dem langen Weg zum eigentlichen Ziel hin – um dann doch große Erwartungen zu schüren: „Wir können eine neue Ära einleiten“, verkündet Figures.

Globales Abkommen rückt in den Hintergrund

Kleine Schritte groß verpacken – darum geht es. Nach dem gescheiterten Gipfel von Kopenhagen im letzten Jahr sind die Erwartungen auf allen Seiten sehr niedrig. Cancún soll zeigen: Die Weltgemeinschaft kann beim Klimaschutz doch noch zusammen arbeiten.

Aus diesem Grund steht das große Ganze gar nicht mehr im Vordergrund. Stattdessen soll es Entscheidungen über einzelne Maßnahmen geben, die schon lange in der Diskussion sind: Waldschutz, Anpassung oder Technologietransfer. Figures appelliert an die Kompromissbereitschaft der Verhandlungspartner. „Die Parteien können ihre Interessen nur durchsetzen, wenn sie ihren Verhandlungspartnern das geben, was diese brauchen.“

Im Fokus: Einzelne Maßnahmen

Fortschritte werden vor allem beim Schutz der Wälder erwartet: Vor allem in den Tropen sind sie wichtige Kohlendioxid-Speicher. Daher sollen die Länder finanziell unterstützt werden, die keine neuen Ackerflächen aus ihren Wäldern machen. Die geplante Vereinbarung wird von den Unterhändlern „REDD“ genannt: „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“.

Ein weiterer Punkt, der in Cancún weiter voran getrieben werden soll, ist der sogenannte Klimaschutzfonds. Mit dem Geld von Industriestaaten soll die klimafreundliche Entwicklung armer Länder gefördert werden. Er soll ihnen helfen, sich vor den Folgen der Erderwärmung wie Dürren, Überschwemmungen oder Stürmen zu schützen. Bereits der sogenannte „Copenhagen Accord“ geht auf den Fonds ein, ohne dass es allerdings verbindliche Regelungen gab. Auch weil Einzelheiten der Finanzierung und der Verwaltung der Mittel nicht geklärt sind. Umweltgruppen warnen die Europäische Union (EU) davor, Mittel aus anderen Entwicklungsprogrammen lediglich umzuwidmen und damit ihre finanzielle Unterstützung faktisch nicht zu erhöhen.

Blick schon auf Südafrika gerichtet

Ohne eine globale Vereinbarung für die Zeit nach 2012 ist das Zwei-Grad-Ziel in Gefahr. Die Vertragsstaaten wollen den Anstieg der Erdtemperatur möglichst auf zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen. Der vom Menschen verursachte Kohlendioxid-Ausstoß gilt als wichtigster Grund für die Erderwärmung. Doch auch auf mehreren Vorbereitungskonferenzen haben sich die Staaten in diesem Jahr nicht auf konkrete und verbindliche Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen einigen können. Und daher appelliert die UN-Klimabeauftragte Figures an die Delegierten in Cancún: „Das Ergebnis muss solide und zuverlässig für die zukünftige Arbeit sein.“

Weitere Informationen:

Offizielle Webseite des UN-Klimagipfels. unfccc.int

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014