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Wachstum

Gemeinsam ergrünen

Das 12. chinesische Fünfjahresprogramm sieht Milliardeninvestitionen in grüne Technologien vor. Davon können ausländische Firmen profitieren.

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ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Das zwölfte chinesische Fünfjahresprogramm sieht die Förderung grüner Technologien vor. Davon können ausländische Firmen profitieren.

Im März will die chinesische Regierung ihr neues Strategiepapier für die Wirtschaftspolitik bis Ende 2015 vorstellen. Die Eckpunkte sind bekannt: Erneuerbare Energien, Elektromobilität, Smart Grid und Umwelttechniken sollen gefördert werden. „Bei diesen Ankündigungen schauen natürlich auch ausländische Unternehmen auf den chinesischen Markt“, sagt Christian Schmidkonz, Professor an der Münchener Business School.

Bis 2020 sollen allein 165 Milliarden Euro in Windkraft investiert werden. „Daneben dürfte neu im Fokus der Ausbau der Solarenergie stehen, während der Bau von Wasserkraftwerken weiter voran getrieben wird “, erklärt Corinne Abele, die den chinesischen Markt für Germany Trade & Invest  beobachtet. Auch internationale und deutsche Firmen wollen von diesem Kuchen ein Stück abhaben. Sie müssen sich allerdings bewusst sein, dass sie beim Eintritt in den chinesischen Markt auf Tuchfühlung mit ihrer zukünftigen Konkurrenz gehen. Zudem warnt der Verfassungsschutz vor Industrie- und Wirtschaftsspionage in China.

Peking hat erkannt, dass man mit grünen Technologien gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann: Der Schutz von Klima und Umwelt geht einher mit dem Aufbau einer zukunftsträchtigen Branche. Hinter den staatlichen Investitionen in die neuen Märkte steckt natürlich auch ein Förderinteresse für die eigene Wirtschaft. „Kreativität ist daher bei ausländischen Firmen gefragt und eine gesunde Portion Skepsis“, meint Schmidkonz. Das passt sehr zum Jahr 2011, das nach dem chinesischen Kalender das Jahr des Hasen ist. Menschen, die in diesem Jahr geboren werden gelten als ehrgeizig, talentiert und geschäftstüchtig.

Winkraft „made in China“

Die Windbranche ist ein klassisches Beispiel für die Entwicklung eines  Zukunftmarktes in China. In den vergangen Jahren waren internationale  Windbauer wie Vestas oder Repower beim Einstieg in den chinesischen  Markt gezwungen, ihre Produktion schnell in großem Umfang zu lokalisieren. Der  sogenannte „local content“-Anteil in Höhe von 70 Prozent ist inzwischen abgeschafft, weil er nicht mehr notwendig ist. China ist heute der größte Windanlagenhersteller der Welt. Bei der Ausschreibung großer Windfarmen können die neuen chinesischen Firmen die Vergabe durch günstige Preise für  sich entscheiden. „Das Know-how haben sich die lokalen Firmen in wenigen  Jahren angeeignet“, blickt Abele zurück. In den nächsten Jahren ist der Bau von sieben großen Windfarmen geplant – ausländische Unternehmen haben kaum Chancen, einen Zuschlag zu erhalten. Allerdings bietet der Offshore-Markt interessante Möglichkeiten. „Bei Offshore-Windrädern besteht in China noch keine komplette Lieferkette – hier können ausländische Firmen einsteigen“, so Abele. 

Solar im Binnenmarkt ausbauen

Die Solarbranche in China hat andere Voraussetzungen. Die einheimischen  Panelhersteller sind auf ausländischen Märkten groß geworden. Ein nationaler Markt wird sich erst in den nächsten Jahren entwickeln,  getrieben von staatlichen Förderprogrammen. „Ausländische Firmen, die  Know-how bei gebäudeintegrierter Photovoltaik bieten oder Anlagen zur Herstellung von Solarmodulen liefern, können hier noch punkten“, so Abele.

Investitionen in grüne Technologien

Innerhalb der EU ist Deutschland Chinas wichtigster Handelspartner. China will in den nächsten fünf Jahren unter anderem in Umwelttechnik investieren. In diesem Bereich gelten deutsche Firmen als Vorreiter. Nach Angaben der deutschen Außlandshandelskammer ist ein Engagement in den aufstrebenden Schwellenländern wie China heutzutage wichtiger Teil der Internationalisierungsstrategien deutscher Unternehmen, die auf dem Weltmarkt aktiv sind. Dies gilt sowohl für Mittelständler als auch für Großkonzerne.

Wirtschaftswissenschaftler Schmidkonz sieht für ausländische Firmen mittelfristig die Strategie, auf das Format des „Wholly Owned Foreign Enterprise“ (WOFE) zu setzen. Das sind Firmen in China, die vollständig in fremdem Besitz sind und durch ausländisches Investment aufgebaut wurden. Ihr Vorteil: Sie können unabhängig reagieren und ihr geistiges Eigentum besser vor der Konkurrenz schützen.

Weitere Informationen:

Zusammenfassung des Positionspapiers der Europäischen Handelskammer über die Aktivitäten europäischer Unternehmen in China 2010: www.europeanchamber.com.cn

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014