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Klimawandel

Arktis schmilzt

Durch den Klimawandel nimmt das Eis rund um den Nordpol ab – mit globalen Folgen.

Arktis schmilzt Arktis schmilzt
energlobe.de, Denny Rosenthal

Nirgendwo sonst auf der Erde sind die Auswirkungen des Klimawandels schon heute so stark sichtbar wie in der Region um den Nordpol. In den vergangenen 30 Jahren hat die Meereisbedeckung in den Sommermonaten um fast 40 Prozent abgenommen. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind auf der ganzen Welt zu spüren: Pazifikinseln könnten  durch den steigenden Meeresspiegel untergehen.

Mit vielen wissenschaftlichen Daten sind siebzehn Meeresforscher des Projekts „Laptev-See-Polynja“ von einer fünfwöchigen Schiffsexpedition zurückgekehrt. Während ihrer Reise auf einem Teil des Nordpolarmeers vor Nordsibirien haben die Wissenschaftler die Auswirkungen des Klimawandels auf das Meereis in der Arktis untersucht. Ihre Messungen zeigen, dass immer mehr warmes Wasser in die Arktis gelangt und die Eisbildung beeinflusst. „Das Eis wird dünner“, sagt der Projektmitarbeiter Igor Dmitrenko vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften.

Am Nordpol zeigt sich der Klimawandel besonders

Nirgendwo sonst auf der Erde sind die Auswirkungen des Klimawandels schon heute so stark sichtbar wie in der Region um den Nordpol. In den vergangenen 30 Jahren hat die Meereisbedeckung in den Sommermonaten um fast 40 Prozent abgenommen. In diesem Sommer sei die Eisfläche wieder kleiner gewesen, vergleichbar mit dem absoluten Minimalrekord im Jahr 2007, so Kassens. Sie untersucht schon seit mehreren Jahren die langfristigen klimatischen Veränderungen in der Meereisbedeckung.

Zum Ende des arktischen Sommers wird sich die Meereisfläche um den Nordpol auf rund fünf  Millionen Quadratkilometer reduziert haben. 1980 lag die Ausdehnung noch bei 7,8 Millionen Quadratkilometern. Diese Entwicklung erklärt sich nicht nur durch natürliche Ursachen, sondern vor allem durch den von Menschen verursachten Klimawandel, so die Einschätzung von Rüdiger Gerdes vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. „Heute spielen langfristige natürliche Klimavariabilität und der Einfluss des Menschen vergleichbare Rollen in der Arktis“, sagt er.

In der Laptev See, dem Teil des Nordpolarmeers, der nach einem russischen Forscher benannt ist, hat sich die Wassertemperatur des einströmenden Atlantikwassers seit 2004 um ein Grad erhöht. „Bis jetzt ist dieser Einfluss noch nicht kritisch“, sagt der „Laptev-See-Polynja“-Mitarbeiter Igor Dmitrenko. Wenn allerdings durch den zukünftigen Klimawandel noch mehr warmes Wasser in die Laptev See ströme, könne dies Auswirkungen auf das Meereis haben.

Auch die Fjorde in Grönland schmelzen

Auch eine Expedition von Greenpeace und Wissenschaftlern des amerikanischen Woods Hole Instituts im September brachte ähnliche Ergebnisse aus Grönland. Hier werden die Gletscher der arktischen Fjorde kleiner. Die diesjährigen Auswertung der Messergebnisse vom Kangerdlugssuaq Fjord und Sermilik Fjord stützen die Theorie, dass warmes Wasser aus subtropischen Regionen in die arktischen Fjorde gelangt und die Gletscher von unten schmelzen lässt. Die diesjährigen Ergebnisse liefern erstmals eine Datenserie eines gesamten Jahresverlaufs. „Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Temperaturen um circa ein Grad wärmer“, sagt Fiamma Straneo, Ozeanographin vom Woods Hole Institut in Massachusetts. Sie untersucht das Phänomen seit 2005. Damals war zum ersten Mal aufgefallen, dass die Gletscherschmelze und die veränderte Meeresströmung gleichzeitig auftreten. Die neuen Messungen zeigen: Das subtropische Wasser ist das gesamte Jahr über in den Fjorden vorhanden und kann die Gletscherschmelze vorantreiben. Um diesen Zusammenhang eindeutig zu belegen, benötigen die Forscher allerdings noch mehr Daten.

Auswirkungen der Eisschmelze

Schmilzt das Meereis, hat das unmittelbare Folgen für die Tiere der Arktis, zum Beispiel die  Eisbären. Nimmt das Eis ab, verkürzt sich ihre Jagdsaison. Die Tiere hungern und bekommen weniger Nachkommen. Aber auch der Mensch ist betroffen, da die Eisschmelze den Meeresspiegel weltweit ansteigen lässt. Küstenregionen und Inselgruppen sind gefährdet. Hier zeigt sich, dass es sich um ein globales Problem handelt: Das Meereis vom Nordpol beeinflusst den Wasserstand des Pazifiks auf der anderen Erdhalbkugel.

Schon jetzt warnt der Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, davor, dass es seinen Staat ohne ein Umdenken beim Klimaschutz in Zukunft nicht mehr geben wird. Die 1.200 Inseln liegen nur knapp über dem Meeresspiegel und drohen unterzugehen, wenn dieser sich aufgrund der Erderwärmung weiter erhöht. Für den Klimagipfel in Cancún Ende November fordert er: „Wir brauchen endlich Taten und keinen endlosen Prozess.“

Weitere Informationen:

Homepage des Forschungsprojektes „Laptev-See-Polynja“: www.ifm-geomar.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014