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Flutkatastrophe

Das Mädchen ist Schuld

Grund für die massiven Überschwemmungen in Australien ist die regelmäßig auftretende Klimaschwankung La Niña.

Das Mädchen ist Schuld Das Mädchen ist Schuld
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Die aktuellen Überschwemmungen in Australien haben eine Ursache: die Klimaschwankung La Niña („das Mädchen“), die Australien regelmäßig überkommt. Die Folgen sind Überschwemmungen durch Starkniederschläge.

Down Under im Ausnahmezustand. Rekordniederschläge und weiträumige Überschwemmungen zerstören Häuser und überfluten Straße und Zugstrecken. Neben dem Bundesstaat Queensland ist nun auch der Bundesstaat Victoria betroffen. Die Schuld dafür trägt das Klimaphänomen „La Niña“. Das Mädchen – so die Übersetzung – bringt das Wetter rund um den Pazifik regelmäßig durcheinander und Extremereignisse sind die Folge.

Klimaphänomene La Niña bringt Wassermassen durcheinander

La Niña tritt etwa alle drei bis fünf Jahre mit unterschiedlicher Intensität auf. Anders als beim bekannteren Gegenstück, dem El Niño-Phänomen, kommt es bei La Niña im Westpazifik zu einer starken Erwärmung der Meeresoberflächen, bei gleichzeitiger Abkühlung des Wassers im Ostpazifik vor der südamerikanischen Küste. In der Folge verstärken sich die Ost-Passatwinde über dem indonesischen Archipel und damit die Intensität der Tiefdrucktätigkeit. Aufsteigende heiße Luft sorgt dann dort für besonders heftige Niederschläge, vor allem in Verbindung mit schweren Gewittern. Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD): „Die aktuelle La Niña-Situation ist die stärkste der vergangenen Jahrzehnte.“

Heftigste Regenfälle seit Beginn der Messungen

Deutlich wird das an den Regenmassen, mit denen Queensland zu kämpfen hat. Seit Dezember fiel in Rockhampton viermal so viel Niederschlag wie sonst üblich: 520 Liter pro Quadratmeter. 160 Kilometer weiter südöstlich, an der Station Makowata, wurden sogar 820 Liter pro Quadratmeter gemessen, das ist mehr als die mittlere Jahressumme in weiten Teilen Deutschlands. Begonnen hatten die heftigen Regenfälle im November. „Tasha“, der erste tropische Zyklon der Saison, traf am zweiten Weihnachtstag auf die Ostküste Queenslands und verschärfte die Situation mit Niederschlagsmengen von bis zu 250 Litern pro Quadratmeter in 24 Stunden. Die Regenfälle sind gebietsweise die heftigsten seit Beginn der Messungen vor 110 Jahren. In Queensland bleibt die Lage auch in den nächsten Tagen angespannt. Wetterexperte Friedrich rechnet im Laufe des Februars und März mit weniger Regen. Dann würden sich die Niederschläge langsam beruhigen. „2012 können sich die Australier auf weniger Regen einstellen“, so Friedrich. Und auch in den nächsten drei bis fünf Jahren ist mit einer Entspannung zu rechnen. Erst danach steigt die Wahrscheinlichkeit für La Niña wieder.

Teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte Australiens

Schon jetzt ist die Jahrhundertflut vermutlich die teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte Australiens. Die schweren Regenfälle haben Straßen und Eisenbahnlinien, Getreideernten und Schächte der Kohleindustrie zerstört. Noch können die Schäden allerdings nicht abschließend beziffert werden, so der Rückversicherer Munich Re. Eine erste Bilanz wird wohl erst nach dem Rückgang der Wassermassen möglich sein.

Auswirkungen auf Industrie

Auch die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind noch nicht abzusehen, massive Folgen für die internationale Stahlindustrie werden befürchtet. Queensland ist der weltgrößte Exporteur von Kokskohle. Das Problem: Drei Viertel der Kohle-Bergwerke liegen mittlerweile still. Der Rohstoff ist neben Eisenerz die wichtigste Grundlage für die Stahlindustrie. In den von den Fluten betroffenen Minen werden rund 35 Prozent der gesamten Kohleexporte des Landes produziert. Die Industrie befürchtet einen Anstieg der Stahlpreise.

Weitere Informationen:

DWD-Grafik „Phänomen La Niña“: www.dwd.de

DWD-Grafik „Hauptniederschlagsgebiete Australien“: www.dwd.de

DWD-Grafik „Southern Oszillation Index“: www.dwd.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014