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Anpassung

Vorbereitung auf den Klimawandel

Warum Deutschland eine Strategie braucht, um sich auf die Veränderungen der Erderwärmung einzustellen.

Vorbereitung auf den Klimawandel Vorbereitung auf den Klimawandel
energlobe.de, Denny Rosenthal

Selbst wenn das Zwei-Grad-Ziel zur Klimaerwärmung eingehalten wird, müssen sich die Menschen an höhere Temperaturen gewöhnen. Es wird künftig mehr heiße Tage und Hitzewellen geben, Frühwarnsysteme und eine vorausschauende Stadtplanung werden immer wichtiger.

In diesem Sommer bestimmten immer wieder Nachrichten über extreme Wetterereignisse die Schlagzeilen: Wirbelstürme, Überflutungen und Waldbrände. Subjektiv nehmen diese Meldungen zu, belegen lässt sich die Zunahme von Extremen aber nur schwer. So ist bei Niederschlägen, Stürmen und Hagelschauern kein eindeutiger Trend erkennbar, wohl aber bei besonders heißen Tagen, wie Paul Becker, der Vize-Chef des Deutschen Wetterdienstes, auf dem Kongress des Umweltbundesamtes anhand von Wetterdaten der letzten 50 Jahre zeigte. Die Anzahl von Sommertagen mit Temperaturen über 25 Grad Celsius hat sich bereits mehr als verdoppelt. „In den Regionen Sachsen und Brandenburg wird es bis Mitte des Jahrhunderts 15 bis 27 zusätzliche Hitzetage geben“, so Becker.

Besonders Frühwarnsysteme vor Hitzewellen werden künftig gefragt sein, um die Bevölkerung zu warnen und die Zahl der Hitzetoten möglichst gering zu halten. Auch die Anforderungen an Klimaanlagen haben sich erhöht, wie ICE-Reisende diesen Sommer erleben mussten. In Städten ist die Gefahr von Hitzewellen besonders starkt: Stadtplaner sollten zünftig mehr Frei- und Grünflächen einplanen, damit sich die Wärme nicht aufstaut.

Roadmap der Anpassungsstrategie

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind zwei Seiten einer Medaille. Dass die Weltgemeinschaft so schnell wie möglich Treibhausgase verringern muss, ist bekannt. Noch weitgehend unbekannt ist die Bedeutung einer Anpassungsstrategie, die nach dem Plan der Bundesregierung im Frühjahr 2011 stehen soll. Aber das gestaltet sich schwierig: Klimamodelle geben heute wenig Auskunft über die Entwicklungen, eine hohe Unsicherheit begleitet alle Prognosen. Umso schwieriger ist es daher, sogenannte No-Regret-Initiativen zu beschließen, also Maßnahmen, die in jedem Fall richtig und hilfreich sind.

Deutschland verpflichtete sich bereits 1992 in einer UN-Klimakonvention, Anpassungen voranzutreiben. Bei der Klimakonferenz 2007 auf Bali war das Thema zentraler Teil des Aktionsplans. Ein Jahr später beschloss die Bundesregierung die deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Ihr Ziel ist es, Natur, Gesellschaft und Wirtschaft auf die zukünftigen Änderungen vorzubereiten. Auf europäischer Ebene legte die Kommission 2007 das sogenannte Grünbuch mit ersten Maßnahmen vor, eine konkretere Ausgestaltung des Vorhabens wurde im April 2009 im sogenannten Weißbuch veröffentlicht.

KLIWAS, GLOWA und CSC

Es gibt 40 nationale Projekte, die sich mit den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen. Dazu gehört das Forschungsprogramm Klima, Wasser, Schiffe (KLIWAS): Das Bundesministerium für Verkehr untersucht die Folgen für Wasserstraßen und Schifffahrt in Deutschland. Die Wasserbestände in den Flüsse variieren heute schon beträchtlich, sodass Ingenieure aufgrund eines weiteren Absinkens beim Flusspegel gezwungen sind, Schiffe mit weniger Tiefgang zu konstruieren. GLOWA steht für 'Globaler Wandel des Wasserkreislaufes' und ist ein interdisziplinäres Projekt. Es bewertet die Anfälligkeit von Menschen und Ökosystemen durch den Klimawandel. Neu gegründet wurde das Climate Service Center (CSC) am Forschungszentrum Geesthacht mit Sitz in Hamburg. Es soll die Informationen über das Klima verständlicher machen – diese sind von besonders großer Bedeutung für die Versicherungswirtschaft, um Schäden besser vorhersagen zu können.

Weitere Informationen:

Homepage von KomPass

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014