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Montrealer Protokoll

Das Ozonloch wird kleiner

Die Ozonschicht erholt sich. Züricher Forscher weisen nach, dass das globale FCKW-Verbot wirkt.

Das Ozonloch wird kleiner Das Ozonloch wird kleiner
energlobe.de, Denny Rosenthal

Klimaschutz ist möglich, braucht aber seine Zeit. Vor 23 Jahren verabredeten die Industriestaaten, die Ozonschicht zu schützen. Forscher können jetzt endlich nachweisen: Das Verbot von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) zeigt endlich Wirkung – die Ozonschicht erholt sich.

Eines der schwersten globalen Umweltprobleme des letzten Jahrhunderts scheint gebannt. Forscher der Universität Zürich belegen jetzt, dass sich die Ozonschicht langsam regeneriert. Das globale Umweltschutzabkommen von 1987 hatte Erfolg.

Seit den siebziger Jahren ist bekannt, dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe und andere chemische Substanzen die Ozonschicht zerstören. Diese befindet sich 15 bis 40 Kilometern über dem Erdboden und schirmt die schädliche ultraviolette Strahlung der Sonne ab, die bei Menschen Hautkrebs hervorrufen kann.

Montrealer Protokoll: Globales Verbot von FCKW

1987 reagierten die Vereinten Nationen auf dieses globale Umweltproblem. Im Montrealer Protokoll vereinbarten sie, FCKW zu verbieten. Sie wurden damals als Treibgase in Spraydosen oder als Kältemittel in Kühlschränken verwenden. 1989 trat das Abkommen in Kraft. Es verpflichtet die Länder, den Einsatz von FCKW zu senken und schließlich vollständig darauf zu verzichten. In Deutschland wurden FCKW 1989 als Treibmittel für Spraydosen gesetzlich verboten. Bis zum Ende des Jahres 2006 haben 191 Vertragsstaaten das Montrealer Protokoll ratifiziert und ihre Produktionsmenge an Ozon abbauenden Stoffen insgesamt um 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1987 reduziert.

Maßnahmen sind erfolgreich

Rund zwanzig Jahre später gelang der Gruppe um den Züricher Klimaexperten Jörg Mäder der Nachweis, dass die politischen Maßnahmen wirken. Die Ozonschicht erholt sich langsam und das Risiko für Hautkrebs und Umweltschäden verringert sich.

Bislang war unklar, ob die weltweiten Schutzanstrengungen nützlich waren, da die Ozonkonzentration von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird; zum Beispiel dem Wechsel der Jahreszeiten oder Transportströmen in der Atmosphäre. „Um also das vergleichsweise schwache Signal des FCKW-Verbots aus den Messreihen herauszufiltern, braucht es entsprechend viele Daten“, erklärt Studienleiter Mäder. Sein Fachgebiet ist die statistische Datenanalyse von Zeitreihen. Um in seiner Studie den Nachweis zu erbringen, hat er die Daten mehrerer Jahre von Messstationen überall auf der Welt ausgewertet.

Gemeinsame Anstrengungen lohnen sich

„Die jetzt vorliegenden wissenschaftlichen Nachweise sind ermutigende Belege dafür, dass es möglich ist, globale Umweltprobleme durch eine gemeinsame Anstrengung der weltweiten Staatengemeinschaft erfolgreich anzugehen,“ sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Auch ein positiver Effekt für den Klimawandel: Stoffe, welche die Ozonschicht zerstören, haben gleichzeitig ein hohes Treibhauspotenzial, viel höher als bei Kohlendioxid: Ihr Verbot nützt auch dem Kampf gegen die Erderwärmung.

Politische Maßnahmen brauchen Zeit

Das Beispiel zeigt jedoch, dass Umwelt- und Klimaschutz einen langen Atem brauchen. Denn auch wenn sich die Ozonschicht erholt, ist sie noch lange nicht intakt. Das Ozonloch über dem Südpol beispielsweise, das sich jedes Jahr im September bildet, wird auch den jüngsten Studien zufolge vermutlich erst in zehn bis 15 Jahren kleiner werden. Mit der Wiederherstellung der Ozonschicht auf dem ursprünglichen Niveau rechnen Wissenschaftler erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrtausends. Denn auch die zunehmende Erderwärmung hemmt die Regeneration.

Außerdem sind trotz FCKW-Verbot alte Kühlschränke immer noch in Betrieb. Damit ihr Kühlmittel die Umwelt nicht weiter belastet, ist es wichtig, dass Verbraucher diese fachgerecht entsorgen. Tun sie das nicht, wird FCKW freigesetzt und schädigt die Ozonschicht und das Klima.

Weitermachen: Flourierte Treibhausgase ersetzen

Nach den bestätigten Erfolgen nimmt die Politik neue Regelungen ins Visier. Auf der Agenda des Bundesumweltministeriums stehen die sogenannten F-Gase, also fluorierte Treibhausgase. Sie werden heute anstelle von einer besonderen Form von FCKW, den teilhalogenierten FCKW, genutzt: als Treibgas in Sprays, als Treibmittel in Schäumen und Dämmstoffen oder als Kältemittel in Klimaanlagen. Das Problem dabei: Diese Gase sind zwar nicht mehr schädlich für die Ozonschicht, haben aber auch ein hohes Treibhauspotenzial. Sie wirken 100 bis 24.000 mal stärker als Kohlendioxid. Derzeit tragen die F-Gase mit rund zwei Prozent zum Treibhauseffekt bei. Um Emissionen einzusparen, müssten auch diese Stoffe zukünftig ersetzt werden.

Umweltminister Röttgen warnt die Staatengemeinschaft davor, den durch das FCKW-Verbot erwirkten Vorteil nicht zu verspielen, in dem man diese Stoffe durch Alternativen ersetzt, die zwar nicht mehr die Ozonschicht, aber immer noch das Klima schädigen. „Wir brauchen eine Lösung für die F-Gase.“ Röttgen will sich bei den UN- Klimaverhandlungen in Cancún dafür einsetzen, dass Maßnahmen zum Schutz von Ozonschicht und Klima eng mit einander verknüpfen werden.

Weitere Informationen:

Jörg Mäder von der ETH Zürich im Fachmagazin "Atmospheric Chemistry and Physics Discussions": www.atmos-chem-phys-discuss.net

Montrealer Protokoll: http://ozone.unep.org

Umweltbundesamt über FCKW: https://umweltbundesamt.de und www.umweltbundesamt.de

Info-Broschüre des Umweltbundesamtes : Kühlgeräte mit FCKW immer ein Problem. Warum Fluorchlorkohlenwasserstoffe noch ein Thema sind. 2009. www.umweltdaten.de

Das Umweltbundesamt über die Entwicklung der F-Gase: www.umweltdaten.de

Das Bundesumweltministerium über Fluorierte Treibhausgase: www.bmu.de

Umweltbundesamt: Emissionen fluorierter Treibhausgase in Deutschland 2008. Inventarermittlung der F-Gase 2008 Daten von HFKW, FKW und SF6 für die nationale Emissionsberichterstattung gemäß Klimarahmenkonvention für das Berichtsjahr 2008. Juni 2010. www.umweltdaten.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014