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Treibhausgase

Grünkern gegen Klimawandel

PIK-Studie: Weniger Fleisch- und Milchkonsum bedeut spürbar weniger Methan und Lachgas. Das ist gut fürs Klima.

Grünkern gegen Klimawandel Grünkern gegen Klimawandel
energlobe.de, Maud Radtke

Fahrrad oder Auto? Die Entscheidung liegt für Klimaschützer auf der Hand. Genauso leicht fällt ihnen die Wahl, wenn es heißt: Rindersteak oder Grünkernburger? Denn ein eingeschränkter Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten sowie eine Anpassung landwirtschaftlicher Produktionsmethoden kann die globalen Emissionen von Treibhausgasen deutlich vermindern, berichten Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer aktuellen Studie.

Milch- und Fleischproduktion schadet dem Klima

„Milch und Fleisch machen wirklich einen Unterschied, das große Potenzial wurde bislang unterschätzt“, sagt der leitende Autor der Studie, Alexander Popp. Dieses sei durch die Studie erstmals in einer Modellrechnung quantifiziert worden. Angesichts des künftigen Bevölkerungswachstums und ansteigenden Pro-Kopf-Einkommens, das wiederum mehr Menschen Fleischkonsum ermöglicht, nähmen die Lachgas- und Methan-Emissionen deutlich zu, so Popp. Werde jedoch der Bedarf an Fleisch und Milch ab 2015 alle zehn Jahre um 25 Prozent reduziert, könnten die Emissionen dagegen bis 2055 auf das Niveau von 1995 sinken.

Der Studie zufolge bestehen auch technische Möglichkeiten, die Emissionen zu senken, beispielsweise durch den Einsatz alternativer Düngemittel. Das weitaus größere Einsparpotenzial liegt jedoch in einer Ernährungsumstellung. Durch beides zusammen ließen sich gegenüber dem Szenario, das das erwartete Bevölkerungswachstum und die Mehrkonsum von Fleisch- und Milchprodukten berücksichtigt, bis 2055 Lachgas- und Methan-Emissionen um 84 Prozent vermindern. „Wenn wir nichts tun, steigen die landwirtschaftlichen Emissionen an, wenn wir technisch etwas verbessern steigen sie weniger stark an, aber nur durch eine Verhaltensänderung werden die Emissionen sinken“, resümiert Popp.

Bislang stetiger Anstieg der Emissionen in der Landwirtschaft

Bislang hat der Ausstoß von Treibhausgasen in der Landwirtschaft, größtenteils Lachgas und Methan, stetig zugenommen. 2005 betrug ihr Anteil an sämtlichen von Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen etwa 14 Prozent. Lachgas ist ein etwa 300 Mal, Methan ein etwa 20 Mal wirksameres Treibhausgas als Kohlendioxid. Die Emissionen entstehen unter anderem beim Düngen von Ackerland, sowie durch die Ausscheidung von Dung und die Zersetzung von Pflanzen im Verdauungstrakt von Wiederkäuern.

Änderung des Essverhaltens in Industrienationen

Vor allem Menschen in den Industrienationen müssten ihr Essverhalten ändern, so Popp. Den Autoren der Studie sei bewusst, dass arme Menschen in Entwicklungsländern ihren Konsum an proteinreicher tierischer Nahrung nicht weiter einschränken können. Eine weniger fleischhaltige Ernährung in den Industrienationen sei dagegen sogar gesundheitsfördernd.

Dass eine totale Abkehr vom Fleischkonsum unrealistisch ist und die Menschen nicht von heute auf morgen weniger Wurst, Fleisch, Käse und Milch zu sich nehmen werden, haben die Wissenschaftler bei ihren Modellrechnungen berücksichtigt. Das Ergebnis zeigt: Auch kleine Veränderungen verlangsamen den Klimawandel. Wer etwas für das Klima tun will, muss also nicht gleich ganz verzichten. Nur einmal pro Woche Grünkernburger statt Steak zu essen hat schon einen positiven Effekt.

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014