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Laufzeiten

Sichere Anlagen

Geringere Steuern, weniger Sicherheitskosten: Ein Finanzanalyst erklärt. warum sich Börsianer über die Einigung im Kanzleramt zum Energiekonzept freuen dürfen.

Sichere Anlagen Sichere Anlagen
energlobe.de, Denny Rosenthal

Nach der Einigung im Kanzleramt stiegen die Aktien der Energiekonzerne – nicht zuletzt, weil die Sicherheitsstandards für Reaktoren offenbar doch nicht verschärft werden.

Etwas vollmundig trat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Presse und verkündete "nicht mehr und nicht weniger als eine Revolution im Bereich der Energieversorgung." Nach achteinhalb Stunden Verhandlungen im Kanzleramt hatten sich die Spitzen von Union und FDP am Vortag auf Eckpunkte für das Energiekonzept geeinigt und dabei auch längere Laufzeiten für Kernkraftwerke beschlossen: Acht Jahre mehr für ältere, 14 Jahre mehr für jüngere Reaktoren.

Kaum waren diese Zahlen durchgesickert, stiegen die Aktienkurse der Kernkraftbetreiber Eon, RWE und EnBW. Nur der viertgrößte Betreiber Vattenfall Europe ist nicht börsennotiert.

Offenbar fanden Börsianer schnell Gefallen an der Einigung. Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Kurse durch eine interne Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die am Dienstag an gute Kunden in London und New York versendet wurden. "Conditions slightly more beneficial than anticipated", ist dort zu lesen: "Die Bedingungen sind etwas besser als erwartet".

Weniger Steuern pro Gramm

Dies gelte zum einen für die Brennelementesteuer: Sie falle mit 145 Euro pro Gramm geringer aus als die ursprünglich von Finanzminister Wolfgang Schäuble geforderten 220 Euro für jedes Gramm Kernbrennstoff. Unterhändler der vier Konzerne hatten im Finanzministerium vorgerechnet, dass die Nettobelastung bei 220 Euro pro Gramm deutlich über den von Schäuble avisierten 2,3 Milliarden Euro pro Jahr liegen werde.

Noch wichtiger ist für die Finanzanalysten der Bank allerdings ein anderer Punkt: Umweltminister Norbert Röttgen hatte vor der Verhandlungsrunde im Kanzleramt mehrfach schärfere Sicherheitsstandards für Reaktoren angekündigt, die länger am Netz bleiben dürfen – und damit hohe Zusatzkosten für die Betreiber impliziert. Die Reaktorhülle sollte laut Röttgen nachgerüstet werden, um dem Absturz eines Airbus des Typs A 320 standzuhalten.

Keine substantiellen Investitionen notwendig

Mit dieser Forderung hat sich Röttgen offenbar im Kanzleramt nicht durchgesetzt. "Nach allem was wir hören und lesen, soll es wohl bei den geltenden Standards bleiben", beklagt Cornelia Ziehm von der Deutschen Umwelthilfe in Berlin. Börsianer sehen das ganz ähnlich. Laut LBBW-Studie sind zwar die künftigen Sicherheitsvorgaben noch nicht vollends klar, aber: "Unsere politischen Kontakte signalisieren uns, dass keine substantiellen Investitionen notwendig sein werden, neben den gewöhnlichen Instandhaltungskosten, die bereits in unserer Produktionskostenrechnung enthalten sind."

 

Weitere Informationen:

Die Eckpunktevereinbarung der Bundesregierung mit den Energieunternehmen steht unter www.bundesregierung.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014