Sie benutzen einen veralteten Browser. Bitte updaten Sie Ihren Browser oder aktivieren Sie Chrome Frame um die Darstellung zu verbessern.

Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Eine Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten, befindet sich hier.

EEG-Novelle

Stetigkeits-Bonus für Erneuerbare

Die Großen Koalition hat den Stetigkeits-Bonus für Erneuerbare noch diskutiert. Jetzt kommt die Absage durch die schwarz-gelbe Regierung.

Stetigkeits-Bonus für Erneuerbare Stetigkeits-Bonus für Erneuerbare
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Der Stetigkeits-Bonus soll das Problem der wetterbedingt schwankenden Wind- und Sonnenenergie lösen: Das Geld fließt, wenn die Ökostromproduzenten dauerhaft Elektrizität einspeisen – auch bei Flaute und bedecktem Himmel. Nun hat die schwarz-gelbe Bundesregierung dem Modell eine Absage erteilt.

Erneuerbare Energien sollen sich nach der Stromnachfrage richten. Das ist ein revolutionärer Ansatz im Ökostromsegment. Denn bisher wird grüne Elektrizität unabhängig von der Nachfrage über eine Art Subvention, die Einspeisevergütung, finanziert.

Bald sollen die Regenerativen auch am Markt teilnehmen können, geht es nach Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Allerdings spricht er sich in seinem Entwurf des Erfahrungsberichts für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) klar gegen das Modell Stetigkeits-Bonus aus. Damit stehen die Chancen schlecht, dass sich dieses Konstrukt in der Novelle des Regelwerks wiederfinden wird, die im Januar 2012 in Kraft treten soll. In der Regenerativ-Branche stößt das auf Bedauern.

So funktioniert es

Der Staat zahlt Ökostrom-Anbietern einen Aufschlag, wenn sie nicht fluktuierend einspeisen, sondern ihre Energieproduktion verstetigen. Speist ein Ökostromproduzent seinen Strom in den acht Stunden mit der größten Nachfrage ins Netz, bekommt er einen Bonus. Speichert er in den acht Stunden mit dem geringsten Bedarf die Energie, zahlt der Staat ebenfalls einen Aufschlag. Wenn sich der Grünstromproduzent allerdings nicht dem Markt entsprechend verhält, verliert er Geld.

Der Bonus sollte auch für sogenannte Kombikraftwerke fließen, die verschiedene regenerative Anlagen und Speicher koppeln. Wenn Solar- oder Windanlagen wetterbedingt keine Elektrizität produzieren, springt zum Beispiel eine Biogasanlage ein. Produzieren die Photovoltaikzellen zuviel Strom, fließt er in einen angeschlossenen Speicher. Dazu steuert der Anbieter die Anlagen per Computer. Man spricht deshalb auch von einem virtuellen Kraftwerk.

Pro

Beim Bundesverband Erneuerbare Energie bedauert man, dass der Kombikraftwerks-Bonus nicht kommen soll. Schließlich mache er die Regenerativen prognostizierbar. Der Energieexperte Holger Rubel von der Boston Consulting Group hätte im Stetigkeits-Bonus auch eine Chance gesehen, Speicher zu fördern. „Eine Forschungsinitiative allein reicht nicht, wir brauchen auch Marktanreize für den Einsatz von Speichern, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien so vorangehen soll, wie die Politik plant.“ Die Bundesregierung hat angekündigt, rund 200 Millionen Euro in die Entwicklung innovativer Energiespeicher zu stecken.

Contra

„Das Modell ist sehr komplex und aufwändig in der Umsetzung“, kritisiert das Umweltministerium. Zusätzlich zum Börsenpreis muss nämlich ein weiterer Mechanismus entwickelt werden, der die laststärksten und -schwächsten Stunden ermittelt. Christoph Maurer von der Energieberatung Consentec, der Marktintegrationsmodelle für das Bundeswirtschaftsministerium untersucht hat, sieht beim Stetigkeits-Bonus ein entscheidendes Problem: „Die Erneuerbaren Energien orientieren sich hier nicht am Markt – das wäre aber wichtig, um das System zu entlasten.“ Auch die Erneuerbaren Energien müssten ohnehin auf lange Sicht Teil der Marktwirtschaft werden.

Die Gegenmodelle:

Optionale Marktprämie: Der Favorit der Regierung

Grünstromprivileg: Unter schwarz-rot noch im Gespräch kommt jetzt die Absage

Weitere Informationen:

Der EEG-Erfahrungsbericht des Bundesumweltministeriums

Studie von Consentec und r2b im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zur Direktvermarktung

Energieexperten analysieren Förderung von Speichern für das Bundesumweltministerium

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014