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Solarförderung

Verdienen mit der Sonne

Obwohl die Einspeisevergütung in Deutschland weiter sinkt, bleibt die Solarwirtschaft optimistisch.

Verdienen mit der Sonne Verdienen mit der Sonne

Im Januar brachte der Sachverständigenrat für Umweltfragen erneut Bewegung in die Diskussion über die Subvention von Solaranlagen in Deutschland. Zu hoch seien die Förderkosten bei einem zu geringen Energieertrag aus der Sonnenkraft, befand das Gremium in seinem Sondergutachten. Noch streiten die Experten darüber, ob die Förderungen für den Ökostrom für die jüngsten Preissteigerungen für Elektrizität verantwortlich sind. Fest steht: Im sonnenarmen Deutschland geht der Zubau von Solaranlagen allen Kürzungen zum Trotz weiter.

Was wurde im vergangenen Jahr gejammert, als der Solarbranche die Kürzung der Einspeisevergütung ins Haus stand: Modulhersteller schlossen zeitweise ihre Werke, Solarzellen wurden vor den Augen von Medienvertretern symbolträchtig zertrümmert. Damals schimpfte die Branche, die Einschnitte in die Förderung der Erneuerbaren Energien schädige die deutsche Solarwirtschaft und die Bundesregierung gefährde mit ihren Sparplänen hunderttausende Arbeitsplätze. Mittlerweile stimmt die Solarindustrie sanftere Töne an und einigte sich freiwillig mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen auf eine vorgezogene Kürzung der Einspeisetarife. Der Grund für die einvernehmliche Haltung: Der Zubau an Solaranlagen auf deutschen Dächern steigt trotz jüngster Kürzungen weiter an – die Erträge aus Sonnenenergie bleiben für Hausbesitzer offenbar weiterhin lukrativ.

Röttgen einigt sich mit der Branche auf vorgezogene Kürzung

Die Vertreter der Solarwirtschaft einigten sich mit dem Bundesumweltminister auf Kürzungen der Einspeisevergütung um bis zu 24 Prozent bis zum Jahr 2012. Laut Röttgen könne ein überhitzter Markt die Kosten für die aus der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Umlage erhöhen und so zu erheblichen Akzeptanzproblemen in der Gesellschaft für die Sonnenenergie führen.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen forderte deshalb in seinem ebenfalls im Januar veröffentlichten Sondergutachten „Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung“ eine Deckelung der neu installierten Leistung auf 1.000 Megawatt pro Jahr. Der Flensburger Energieökonom Olav Hohmeyer und Mitglied des Gremiums, vertrat damit eine radikalere Position als die neun führenden deutschen Energieökonomen, mit denen er Mitte Dezember einen „dringenden Appell zur Rettung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes“ an Bundesregierung und Bundestagsabgeordnete gerichtet hatte. Die Appel-Unterzeichner, unter ihnen Claudia Kemfert (DIW Berlin), Manfred Fischedick (Wuppertal Institut) und Felix Matthes (Öko-Institut Berlin), forderten eine Deckelung ab 3.500 Megawatt. Diesen Grenzwert will auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen festsetzen. Im Gespräch mit ENERGLOBE.DE machte Hohmeyer seinem Unmut über die Förderung von Sonnenstrom Luft: „Das große Geld darf mit Solaranlagen nicht mehr verdient werden, auch mit Blick auf die EEG-Umlage, die am Ende alle Kunden als Teil ihrer Stromrechnung zahlen.“

Anhaltender Solarboom im sonnenarmen Deutschland

Dass die Solarbranche besonders in den vergangenen zwei Jahren überdurchschnittlich anwuchs, hat mit den üppigen und staatlich garantierten Einspeisevergütungen zu tun. Nach dem EEG erhalten die Betreiber von Solaranlagen für jede produzierte Kilowattstunde Strom 20 Jahre lang Geld – im Jahr 2009 waren es noch 43,01 Cent pro Kilowattstunde. Anfang 2010 verdienten die Solaranlagenbetreiber noch 39,14 Cent je Kilowattstunde, bis zum Ende des Jahres sank die Vergütung dann auf 28,74 Cent. Verbraucht der Hauseigentümer seinen Sonnenstrom selbst, galten sogar noch attraktivere Tarife. Die großzügige Förderpolitik führte dazu, dass sich die Neuinstallation im größtenteils sonnenarmen Deutschland 2009 verdoppelte; im vergangenen Jahr wurden Solarstromanlagen mit einer Leistung von 7.000 Megawatt installiert. Prognostiziert wurde ein Zubau von lediglich 5.000 Megawatt. Insgesamt sind derzeit 800.000 Anlagen mit einer installierten Leistung von 17.000 Megawatt am Netz.

BSW sieht keine Überforderung

Die Unternehmensberatung Roland Berger kam in einer Studie aus 2010 zu dem Schluss, dass die Photovoltaik eine „wesentliche Säule zum Systemwandel zu 100 Prozent erneuerbaren Energien“ sei und sie durchaus wettbewerbsfähig werden könnte. Die Investitionen zum Ausbau der Photovoltaik würden sich lohnen, so ein Ergebnis der Erhebung. Bis 2030 sei nach Abzug aller Kosten von einem volkswirtschaftlichen Plus von 50 bis 75 Milliarden Euro auszugehen. Es verwundert wenig, dass die Unternehmensberatung zu diesen Ergebnissen kommt, schließlich war der Bundesverband für Solarwirtschaft (BSW) der Auftraggeber der Studie. Der Verband sieht im Kurs der Bundesregierung folglich auch keine Anzeichen für eine Überförderung.

Weiter wachsende Exportraten“

Der Solarverband sieht zwar keinen sonnigen Zeiten entgegen, betreibt allerdings auch keine Schwarzmalerei. Lobbyist Wedepohl hält die in den kommenden Jahren geplanten Kürzungen dennoch für „überaus ambitioniert“. Er hofft, „dass die Branche durch technische Exzellenz und ein Höchstmaß an Effizienz in allen Wertschöpfungsstufen“ wettbewerbsfähig bleibe. Einen Vorteil hätte die derzeitige Gesetzesformulierung nämlich noch immer: „Sollte der deutsche Markt einbrechen, so wird die Solarförderung weniger schnell zurückgefahren. Wächst er hingegen zu schnell, kann die Solarförderung für Neuanlagen auch schneller reduziert werden.“ Der Nutzen dieser so genannten marktzubauabhängigen Degression sei laut Wedepohl, dass auf eine Marktentwicklung in beide Richtungen reagiert und somit die Förderung eng an der Leistungsfähigkeit der Branche und dem gewünschten Zubauziel ausgerichtet werden könne. Die Zukunft sieht der Solarexperte durchaus optimistisch: „Wir rechnen in den nächsten Jahren mit weiter wachsenden Exportraten.“

Weitere Informationen:

Gemeinsamer Vorschlag des BMU und des Bundesverbands Solarwirtschaft zur vorgezogenen Absenkung der Vergütung für Photovoltaikanlagen vom 20. Januar 2011: www.bmu.de

Das Sondergutachten des Sachverständigen-Rates für Umweltfragen „Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung“ vom 26. Januar 2011: www.umweltrat.de

Aktuelles Zahlenmaterial und Informationen aus der Solarwirtschaft beim Bundesverband Solarwirtschaft: www.solarwirtschaft.de

Zusammenfassung der Ergebnisse aus der Studie von Roland Berger "Photovoltaik trägt wesentlich zur Umstellung auf erneuerbare Energien bei" vom 11. November 2010: www.rolandberger.com

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014