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Glaubwürdigkeit

Wenig Vertrauen in Klimaforschung

Laut Umfragen in Großbritannien, den USA und Deutschland spüren Klimaskeptiker momentan Rückenwind

Wenig Vertrauen in Klimaforschung Wenig Vertrauen in Klimaforschung
energlobe.de, Denny Rosenthal

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat keine Angst mehr vor dem Klimawandel. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Infratest-Umfrage im Auftrag des Magazins “Spiegel”. Während im Herbst 2006 noch 62 Prozent eine globale Erwärmung fürchteten, sind es jetzt nur noch 42 Prozent. Jeder Dritte der insgesamt 1.000 befragten Personen hält die Prognosen für unberechtigt, nach denen sich der Planet in Zukunft weiter aufheizen wird. Mittlerweile glaubt sogar jeder Vierte, dass Deutschland vom Klimawandel profitieren wird.

„Da waren Leute mit ihren Stimmungskampagnen sehr erfolgreich“ urteilt Ottmar Edenhofer Chefökonom am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung PIK und einer der Leitautoren für den Bericht des IPCC. „Aber die Klimaskeptiker werden nicht den Sieg davontragen, auf lange Sicht wird sich das gesicherte Wissen gegen die interessengeleitete Stimmungsmache durchsetzen.“ Noch ist offen, ob die Klimawissenschaftler ihren Ruf durch transparentes Arbeiten nach anerkannten Standards wiederherstellen können.

Dass es Zweifel an ihrer Arbeit gibt, ist kein Wunder. Immerhin musste die Zunft der Klimaforscher in den vergangenen Monaten viel Kritik einstecken: Zuerst wegen des so genannten „Climategate“-Skandals kurz vor dem Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember 2009. Hackern gelang es, Computerdaten und E-Mails von einem Rechner des Forschungsinstituts an der britischen East Anglia Universität herunterzuladen. Den Wissenschaftlern wurde daraufhin unterstellt, Klimadaten gefälscht und der Öffentlichkeit vorenthalten zu haben.

Inzwischen kam ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zu dem Schluss, dass den Wissenschaftlern kein Vorwurf zu machen sei und diese nach gängiger Praxis gehandelt hätten. Doch das Image der Wissenschaftler ist beschädigt. Die Situation spitzte sich weiter zu, als im Januar dieses Jahres der Bericht des Weltklimarates IPCC mit Fehlern veröffentlicht wurde.

Auch in England und den USA zweifelt man am Klimawandel

Die negativen Schlagzeilen scheinen die Glaubwürdigkeit für die Klimaforschung international geschmälert zu haben. Die deutschen Umfrageergebnisse korrespondieren mit den Auswertungen ähnlicher Befragungen in den USA und Großbritannien. So hatte der britische Fernsehsender BBC im November 2009 und im Februar 2010 Umfragen zum Klimawandel durchgeführt und ebenfalls rund 1.000 Personen befragt. Immerhin die Hälfte der Befragten kannte die Vorwürfe gegen die Klimaforscher - nicht ohne Wirkung: Im Dezember 2009 waren noch 83 Prozent der Briten davon überzeugt, dass sich der Planet erwärmt, zwei Monate später nur noch 75 Prozent.

In den USA führte die renommierte Yale Universität im Januar 2010 eine ähnliche Studie durch. Ergebnis: Nur noch 57 Prozent der US-Amerikaner glauben überhaupt an die Existenz des Klimawandels. Zwei Jahre zuvor waren es immerhin 71 Prozent.

Alle drei Umfragen zeigen unisono: Die negativen Schlagzeilen rund um „Climategate“ haben in der Öffentlichkeit Spuren hinterlassen.

Weitere Informationen:

Alle Ergebnisse der Spiegel-Umfrage bei www.spiegel.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014