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Energieverbrauch

Achillesferse der Klimastrategie

Die EU-Staaten sollen bis zum Jahr 2020 ein Fünftel weniger Energie verbrauchen. Doch das Ziel wird deutlich verfehlt.

Achillesferse der Klimastrategie Achillesferse der Klimastrategie
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Die EU-Staaten sollen bis zum Jahr 2020 ein Fünftel weniger Energie verbrauchen. Doch nur vier von ihnen werden nach Berechnungen der EU-Kommission tatsächlich effizienter. Insgesamt sinkt der Verbrauch um lediglich zehn Prozent. Vor allem die Industrie zeigt wenig Fortschritte.  

Auf der Prioritätenliste von EU-Energiekommissar Günther Oettinger steht ein Ziel ganz oben: Der Energieverbrauch der Staatengemeinschaft soll in den kommenden zehn Jahren um ein Fünftel sinken. Doch nach derzeitigem Stand wird dieses Ziel deutlich verfehlt: „Es werden am Ende nicht mehr als zehn Prozent sein – die Hälfte wird nicht erreicht“, sagte Oettingers Kabinettschef Michael Köhler am Montagabend auf einer Veranstaltung des „Forums für Zukunftsenergien“ in Berlin. „Das Effizienzziel ist die Achillesferse der 20-20-20-Strategie“, so Köhler.

Diese wurde 2007 von den Staats- und Regierungschefs unter deutscher Führung formuliert. Der ehrgeizige Plan: Binnen zehn Jahren soll der Anteil erneuerbarer Energien um 20 Prozent steigen. Um den gleichen Betrag sollen Kohlendioxid-Emissionen und Verbrauch von Wärme und Strom sinken. Von Einsparungen in dieser Höhe ist man aber weit entfernt. Laut Köhler ergaben Berechnungen der EU-Kommission, dass nur vier EU-Staaten, darunter Deutschland, „wirkliche Effizienzgewinne“ erzielen, also ihren Gesamtenergieverbrauch drosseln werden. 

„Größte Überraschung meiner Amtszeit“

Die sparsame Nutzung der Ressourcen ist laut Kommission der kosteneffizienteste Weg zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Die geringen Fortschritte auf diesem Gebiet waren für Köhler eine „erschütternde Feststellung“. Enttäuscht ist er vor allem von der Industrie: „Die größte Überraschung in meiner Amtszeit war, wie wenig Energieeffizienz im verarbeitenden Gewerbe realisiert wird“, sagte Oettingers Chefberater. Er war davon ausgegangen, dass Einsparmöglichkeiten in den Unternehmen stärker genutzt würden, weil sie sich auszahlen. Schließlich sind fossile Brennstoffe und Strom teuer.   

Während in den Feldern Emissionsreduktion und Ausbau Erneuerbarer detaillierte und verpflichtende EU-Vorgaben gemacht wurden, konnte sich die EU bislang nicht auf verbindliche, rechtlich einklagbare Effizienzziele verständigen. Sie beschloss lediglich, dass Neubauten künftig strikte Effizienzauflagen erfüllen müssen – aber erst ab 2020. Auf dem EU-Energiegipfel am 4. Februar will die Kommission die Mitgliedstaaten zu konkreten Schritten drängen. In ihrem neuen Strategiepapier „Energy 2020“ ist von einer „klaren Definiton des Effizienzzieles“ sowie der  „strengen Überwachung der Einhaltung der Vorgaben“ in den Mitgliedstaaten die Rede. Beides soll in einem „Energieeffizienzplan“ festgeschrieben werden.

Kraftwerke sollen effizienter produzieren

Potentiale gebe es vor allem im Gebäudebereich und dem Verkehrssektor. Um Hausrenovierungen zu beschleunigen, würden finanzielle Anreize geprüft und die Frage der Aufteilung von Investitionen zwischen Eigentümer und Mieter angegangen. Bei öffentlichen Aufträgen soll das Effizienzkriterium stärker beachtet werden. Im anstehenden Weißbuch über die künftige Verkehrspolitik will die Kommission ein Bündel von Maßnahmen für den schonenderen Einsatz von Treibstoffen vorstellen. Und auch die Energiekonzerne müssen sparen: Unter anderem soll die Effizienz bei Energieerzeugung und -verteilung zu einem wichtigen Kriterium für die Genehmigung von Erzeugungskapazitäten werden. Womöglich dürfen bald nur noch saubere Kraftwerke gebaut werden. 

Weitere Informationen:

Das Strategiepapier „Energy 2020“ der EU-Kommission: http://ec.europa.eu

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Januar 2011, „Brüssel schlägt Alarm: EU verfehlt Energieziel“: ww.faz.net

Das Forum für Zukunftsenergien zum Thema Energieeffizienz: www.zukunftsenergien.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014