Sie benutzen einen veralteten Browser. Bitte updaten Sie Ihren Browser oder aktivieren Sie Chrome Frame um die Darstellung zu verbessern.

Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Eine Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten, befindet sich hier.

Rudea

Geschäfte auf Gegenseitigkeit

Die von Medwedew geplante Energieeinsparung entspricht der doppelten Menge des russischen Gasexports in die EU.

Geschäfte auf Gegenseitigkeit Geschäfte auf Gegenseitigkeit
energlobe.de, Denny Rosenthal

Vor fast genau einem Jahr gründeten die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) und der staatliche russische Kohlenwasserstoff Fonds die russisch-deutsche Energieagentur Rudea. Ziel des binationalen Projektes, das in enger Zusammenarbeit mit dem russischen Ministerium für Energie und dem deutschen Wirtschaftsministerium entstand: die Steigerung der Energieeffizienz und die Förderung der Erneuerbaren Energien in Russland. „Bereits heute ist die rudea eine Erfolgsgeschichte“, bilanziert Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

Finanziert wird die russisch-deutsche Energie-Agentur von ihren beiden Gründern und durch Aufträge aus der Wirtschaft. Das Auftragsvolumen übersteigt bereits sechs Millionen Euro, dabei kommen knapp eine Million von der dena und etwa anderthalb Millionen vom russischen Partner, der 60 Prozent der Anteile hält. „Geplant ist die baldige Erweiterung der Gesellschafter um die Gasprom-Bank, die 30 Prozent des Moskauer Anteils übernehmen soll“, so Kohler. Die Beteiligung sei auch wichtig, um neue Finanzierungsmodelle für Modernisierungen anzubieten.

Medwedew will 40 Prozent Energie einsparen

Derzeit verschwende Russland sehr viel Energie bei Gebäudeheizungen, die zu 40 Prozent mit Fernwärme über oftmals marode Leitungen versorgt würden, erläutert Kohler. Hinzu komme, dass die russischen Kraftwerke meist reine Heizkraftwerke seien, ohne Kraft-Wärme-Kopplung zur gleichzeitigen Stromproduktion. Während Erneuerbare Energien noch nicht sonderlich hoch im Kurs stehen, ist das Thema Energieeffizienz in Russland eng mit dem Namen von Dmitri Medwedew verbunden: Der Präsident rief vor einem Jahr das Ziel aus, 40 Prozent des bislang prognostizierten Energiebedarfes bis zum Jahr 2020 einzusparen. Die geplante Einsparung entspricht in etwa der doppelten Energiemenge des derzeitigen Gasexports Russlands in die EU. Dadurch ist Russland nach Einschätzung Kohlers aber auf das Hightech-Knowhow der EU-Staaten angewiesen – allen voran auf Deutschland, die bei Technologien und Marktinstrumenten für Energieeffizienz weltweit führend sind.

Die Rudea mit Sitz in Moskau und derzeit 17 Mitarbeitern hilft deutschen Unternehmen Effizienztechnologien nach Russland zu exportieren. So wurden von deutscher Seite bislang Projekte in den Bereichen Biomassenutzung, energetische Gebäudesanierung und Einführung von Contracting in die russische Energiewirtschaft in Auftrag gegeben. Zusammen mit deutschen Firmen entwickelt die Rudea konkrete Projekte und hilft bei der Umsetzung. So zum Beispiel in Jekaterinburg: Zwei Heizhäuser sollen mit BHKWs und moderner Anlagentechnik ausgestattet werden, dazu soll auch die Straßenbeleuchtung erneuert werden. Projektpartner sind neben der Stadt Jekaterinburg unter anderem Siemens und Osram.

Kernregion Ural

Der geografische Schwerpunk des Programms liegt auf der Region Ural, da es das wichtigste Industriezentrum des Landes ist. Fast die gesamten Gasvorräte und zwei Drittel der Ölvorkommen befinden sich dort. Weitere Handlungsfelder der Rudea liegen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, um über Kampagnen und Initiativen zu kommunizieren, wie energiebewusstes Leben und Arbeiten ermöglicht werden kann. Zudem erarbeitet die Rudea Strategien für eine nachhaltige Energiewirtschaft durch Energieeffizienz und den Einsatz innovativer Technologien. So haben beispielsweise mehrere Regionen in Russland die Agentur damit beauftragt, Pläne zu erarbeiten, wie sie das nationale Effizienzziel bis 2020 erreichen können.

Daneben will sich die Rudea auch an den weltweiten Debatten um Energieeffizienz beteiligen, um internationales Fachwissen in Russland verfügbar zu machen. Russische Manager sollen zudem einen einmonatigen Austausch bei westlichen Partnerfirmen absolvieren. „Besonders an der deutschen Contracting-Erfahrung sind die Russen sehr interessiert“, betont dena-Chef Kohler.

weitere Informationen:

Homepage der Rudea

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014