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Studie

Schutz zum kleinen Preis

Eine neue Studie sucht nach den günstigen Schlüsseltechnologien im Kampf gegen die Erderwärmung.

Schutz zum kleinen Preis Schutz zum kleinen Preis
energlobe.de, Denny Rosenthal

Preisfrage: Was kann die Erderwärmung begrenzen – und zwar zu möglichst geringen Kosten? Das haben Forscher des Projekts „Anpassungs- und Vermeidungsstrategien zur Unterstützung europäischer Klimaschutzpolitik“ (ADAM) berechnet.

Ihr Ergebnis: Das Abscheiden und Speichern von CO2 (CCS) und die intensive Nutzung Erneuerbarer Energien sind unentbehrlich. „Ohne verstärkten Einsatz der Bioenergie, wie zum Beispiel Biogas, könnten sich die Kosten des Klimaschutzes sogar verdoppeln“, so ADAM-Koordinatorin Brigitte Knopf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

2,5 Prozent des Weltwirtschaftswachstums

Maximal zwei Grad soll die globale Temperatur steigen, darauf haben sich die Teilnehmer der Klimakonferenz in Kopenhagen Ende 2009 geeinigt. Sonst drohen Naturkatastrophen, die vor allem Menschen in den ärmsten Ländern der Welt treffen würden.

Das Zwei-Grad-Ziel soll die Welt bis zum Jahr 2100 nach Berechnungen der ADAM-Forscher insgesamt etwa 2,5 Prozent des globalen jährlichen Bruttosozialprodukts kosten.„Dies ist der Betrag, den die Weltwirtschaft in etwa pro Jahr wächst“, erklärt Knopf. Diese Kosten decken sich laut Knopf mit den Ergebnissen anderer Studien.

Sanfter Rückgang des Wachstums

Die Wissenschaftler erwarten keinen plötzlichen Einschnitt, sondern einen sanften Rückgang des Weltwirtschaftswachstums. „Die jährlichen Verluste steigern sich langsam und gehen dann bis zum Ende des Jahrhunderts wieder zurück“, erläutert Knopf.

Der höchste Verlust des Bruttosozialprodukts dürfte im Jahr 2050 zu erwarten sein. „Die Kosten für den Klimaschutz sind verglichen mit denen der Erderwärmung gering.“ Lord Stern beziffert den Preis in seinem Report auf bis zu 20 Prozent des Weltwirtschaftswachstums.

Für die Untersuchung hat das ADAM-Forscherteam verschiedene Szenarien verglichen: „Die Modelle zeigen, dass es unterschiedliche technologische Entwicklungspfade gibt, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen“, sagt Knopf.

Weltweiter Atomausstieg erhöht Kosten kaum

Die Kernenergie gehört nach den Berechnungen der Forscher allerdings nicht zu den kosteneffizientesten Lösungen. Ein weltweiter Atomausstieg würde den Preis des Klimaschutzes demnach nur gering erhöhen. „Es gibt natürlich Regionen, in denen die Kernenergie eine günstige Option ist“, schränkt Knopf ein.

Solche nationalen Unterschiede gelten demnach auch für andere Maßnahmen: So seien die Lagerstätten für CCS beispielsweise in Deutschland begrenzt. In anderen Ländern sei die Rolle dieser Technologie für günstigen Klimaschutz wichtiger.

Weitere Informationen:

Fachaufsätze zum ADAM-Projekt www.pik-potsdam.de

Internetseite des ADAM-Projekts www.adamproject.eu

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014