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Stromerzeugung

Stiefkind Kombikraftwerk

Die Förderung für Erneuerbare Kraftwerke ohne wetterbedingte Stromschwankungen bleibt aus – obwohl die Regierung sie versprochen hat.

Stiefkind Kombikraftwerk Stiefkind Kombikraftwerk
energlobe.de, Denny Rosenthal

Sie sind der Trumpf der grünen Strombranche: Kombikraftwerke schalten Solar- und Wind- mit Biomasseanlagen oder Pumpspeicherkraftwerken zusammen und beheben so das größte Manko der Regenerativen, die Stromschwankungen.

Wenn der Himmel bewölkt und es windstill ist, springen die wetterunabhängigen Anlagen ein und erzeugen Strom. Staatliche Unterstützung hat die Politik schon lange in Aussicht gestellt. Geld fließt aber bis heute nicht.

BEE: Fehlende Förderung bremst Ausbau

Die fehlende Förderung bremse den Bau von neuen Kombikraftwerken, bemängelt der Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE).

Das muss sich nach Meinung des Geschäftsführers Björn Klusmann ändern: Er fordert, die Bundesregierung solle „die überfällige Verordnung zur Förderung von regenerativen Kombikraftwerken auf den Weg bringen“ – und dabei auch die Speicher von Elektrofahrzeugen einschließen. Die E-Mobile könnten Strom einspeisen, wenn Windflaute herrscht.

Kurt Rohrig vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik hat das regenerative Kombikraftwerk mit seiner Forschungsgruppe entwickelt.

Er erklärt, wie die so genannten virtuellen Kraftwerke die einzelnen dezentralen Anlagen intelligent steuern: „Wir nutzen die Informationen des deutschen Wetterdienstes und berechnen daraus die Wind- und Sonnenenergie, die unsere Anlagen voraussichtlich erzeugen werden.“

So ermitteln die Wissenschaftler die Lücke zwischen dem erwarteten Stromverbrauch und der Einspeisung aus Wind- und Solarstrom. In dieser Zeit müssen dann Biomasse und Wasserkraft einspringen.

Streit über Modell verhinderte Förderung

Die Kombikraftwerke hatte bereits der Bundeswirtschaftsminister der Großen Koalition, Michael Glos (CSU), gelobt: „Wir müssen im Rahmen der kommenden Erneuerbare-Energien-Gesetz-Novelle die richtigen Anreize setzen, damit solche Lösungen nicht im Stadium des Demonstrationsprojekts verharren.“

Sie müssten in Zukunft realisiert werden, weil sie die wirtschaftlich effizienteste Nutzung erneuerbarer Energien darstellen, sagte der Minister 2007. Die gesetzliche Grundlage gibt es nach Angaben des BEE bereits im Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Allerdings konnten sich die Koalitionspartner nicht einigen, wie die Förderung denn auszusehen habe: Die SPD favorisierte wie der BEE einen so genannten Kombibonus, den es zusätzlich zur EEG-Einspeisevergütung gegeben hätte.

Schwarz-Gelb: Unterstützung versprochen

Die Union wünschte sich zusätzlich eine Marktprämie. Anlagenbetreiber sollten sie dann erhalten, wenn sie auf die EEG-Förderung verzichteten und ihren Strom statt dessen vermarkteten. Darauf wollte sich die SPD allerdings nicht einlassen. So blieb die Förderung für die Kombination regenerativer Anlagen aus – trotz Befürwortung auf beiden Seiten.

Auch die schwarz-gelbe Regierung verspricht in ihrem Koalitionsvertrag die Förderung der Kombianlagen: „Für virtuelle Kraftwerke, die eine gleichmäßige Versorgung mit erneuerbaren Energien gewährleisten, soll ein Stetigkeitsbonus eingeführt werden“, heißt es da. Passiert ist bisher aber nichts. Es war keine Stellungnahme vom Bundesumweltministerium (BMU) dazu zu bekommen, wann die Bundesregierung ihr Vorhaben umsetzt.

Weitere Informationen:

Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung www.cdu.de

Einführender Film zur Funktionsweise des Kombikraftwerks aus Erneuerbaren Energien: www.unendlich-viel-energie.de (7:18 min.)

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014