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Repowering

Weniger ist mehr

Neue Windräder ersetzen bestehende Anlagen und erzeugen mehr Strom.

Weniger ist mehr Weniger ist mehr
energlobe.de, Denny Rosenthal

Der Anblick ist imposant. Gleichmäßig drehen sich die riesigen Rotorblätter im Wind, jedes so lang wie drei aneinander gehängte Linienbusse. 21 Windmühlen, zwischen 47 und 62 Meter hoch, stehen im Bürgerwindpark der nordfriesischen Gemeinde Galmsbüll. Bis 2001 waren es noch 38 Mühlen, trotzdem ist der Ertrag des Parks heute höher. Mehr Strom mit weniger Anlagen – das ist möglich durch Repowering, den Austausch alter Anlagen durch effizientere Windräder. Während sich die Anzahl der Windräder fast halbierte, erhöhte sich die Leistung nahezu auf das Fünffache – auf 60 Megawatt. Galmsbüll steht damit exemplarisch für einen neuen Trend. „Im Repowering steckt in den kommenden Jahren viel Potenzial für die Windenergie“, sagt Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE).

Repowering nimmt Fahrt auf

Ein Vergleich der „repowerten“ Jahresleistung verdeutlicht diesen Trend. Nach einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG realisierten Windparkbetreiber zwischen 2002 und 2006 lediglich Projekte mit einer Gesamtleistung von knapp 300 Megawatt – also im Schnitt weniger als 80 Megawatt pro Jahr. 2009 wurden dagegen bereits Projekte mit einer Gesamtleistung von 136 Megawatt umgesetzt. Grund: An Land gibt es immer weniger freie Flächen mit hohem Windaufkommen. Deshalb werden jetzt bestehende Anlagen auf ertragreichen Arealen modernisiert. 1995 hatte eine neue Windmühle eine durchschnittliche Leistung von 0,5 Megawatt. 2007 lag die Leistung bereits viermal so hoch. Laut BWE werden 2012 in Deutschland rund 9.500 Anlagen das Alter von mindestens zwölf Jahren erreichen: „Das ist ein Alter, ab dem der Austausch auch wirtschaftlich sinnvoll ist“, bilanziert Wolfgang von Geldern, der den Wirtschaftsverband Windkraftwerke führt. Nach seinen Angaben sind derzeit in Deutschland 23.000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 25.000 Megawatt installiert, im Schnitt also etwas mehr als ein Megawatt pro Anlage. Von Geldern prognostiziert, „dass wir künftig mit 12.000 bis 15.000 Windanlagen bis zu 35.000 Megawatt Leistung vorhalten werden.“

Anreize durch den Gesetzgeber

Die Bundesregierung will bis 2030 den Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von derzeit 16 auf 30 Prozent hochschrauben und setzt dabei vor allem auf den Ausbau der Windenergie. Das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz, seit Januar 2009 in Kraft, honoriert das Repowering. Für Windenergieanlagen an Land erhöhte sich die Vergütung von 7,87 auf 9,2 Cent je Kilowattstunde; hinzu kommt für Repowering-Anlagen zusätzlich ein halber Cent je Kilowattstunde. Dieser Bonus wird gezahlt, wenn die neue Anlage eine zwei- bis fünffach höhere Leistung hat, im gleichen oder benachbarten Landkreis aufgestellt wird und ein mindestens zehn Jahre altes Windrad ersetzt.

Außerdem fördert das Bundesumweltministerium seit Januar 2010 die Repowering-InfoBörse, die Kommunen beim Austausch alter Anlagen berät. Bundesumweltminister Norbert Röttgen stärkt der Infobörse den Rücken. „Sie hilft Städten und Gemeinden bei der Optimierung von Windenergiestandorten und zeigt ihnen Lösungen auf, die auch soziale, ökologische und strukturelle Aspekte berücksichtigen“, sagt der Minister. „Nur so wird es gelingen, unsere Ausbauziele zu erreichen und gleichzeitig Natur und Landschaft zu schonen.“

Anteil der Windenergie wächst

Windenergie liefert derzeit mit 60 Prozent den größten Anteil für die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland. 2007 wurden rund 40.000 Gigawattstunden Strom aus Windenergie produziert, was etwa sieben Prozent des Bruttostromverbrauchs entspricht. Branchenkenner von Geldern prognostiziert, dass in zehn Jahren 15 bis 20 Prozent des gesamten Stroms aus Windkraft erzeugt werden können. „Die Entwicklung der Windenergie ist keineswegs abgeschlossen. Die Anlagen werden immer besser und der erzeugte Strom billiger.“

Weiter Informationen:

KPMG-Studie: Onshore-Windenergie – Repowering-Potenziale in Deutschland. Marktstudie von 2009: www.kpmg.de

Deutscher Städte- und Gemeindebund: Repowering von Windenergieanlagen – Kommunale Handlungsmöglichkeiten: www.erneuerbare-energien.de

Präsentation zum Themen mit vielen Grafiken: www.wind-energie.de

Repowering-InfoBörse: www.repowering-kommunal.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014