Sie benutzen einen veralteten Browser. Bitte updaten Sie Ihren Browser oder aktivieren Sie Chrome Frame um die Darstellung zu verbessern.

Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Eine Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten, befindet sich hier.

Video-Interview

Moratorium ist unzureichend

Atomexperte Wolfgang Renneberg über die Sicherheit von Kernkraftwerken und ihre Überprüfung während des Atommoratoriums.

Moratorium ist unzureichend Moratorium ist unzureichend
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima gerät die Atompolitik der Bundesregierung ins Wanken. Vorerst hat sie ein dreimonatiges Moratorium für die sieben ältesten Kernkraftwerke verhängt. Der Pannenreaktor Krümmel steht schon lange still. Nun sollen alle 17 deutschen Atommeiler auf ihre Sicherheit überprüft werden.

Die entscheidende Frage sei jetzt, nach welchen Bewertungskriterien diese Überprüfung durchgeführt werde, so Wolfgang Renneberg vom Büro für Atomsicherheit. Renneberg hat mehr als 20 Jahre in der Atomaufsicht gearbeitet. Von 1998 bis 2009 war er Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit, Strahlenschutz und Entsorgung des Bundesumweltministeriums (BMU).

In dieser Funktion hat er auch an einem Kerntechnischen Regelwerk gearbeitet, das der damalige Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) 2003 in Auftrag gegeben hatte. Seit 2009 liegt das Papier fertig in der Schublade des BMU. „Darin sind alle wesentlichen Anforderungen enthalten, die für die Prüfung von kerntechnischen Anlagen notwendig sind“, erklärt Renneberg.

Für die nun anstehende Überprüfung der Atommeiler kann es allerdings nicht verwendet werden – dazu müsste es Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) im Bundesanzeiger veröffentlichen. Röttgens Begründung, warum die Veröffentlichung aussteht: „Der Entwurf des Kerntechnischen Regelwerkes ist veraltet und muss überarbeitet werden.“ Die Überarbeitung soll bis Mitte 2011 abgeschlossen sein.

Es ist also möglich, dass das Regelwerk erst nach den Sicherheitschecks veröffentlicht wird. Bis dahin gelten die alte Sicherheitsstandards – sie stammen aus den siebziger und achtziger Jahren.

In dieser Zeit sind auch viele deutsche Reaktoren gebaut worden. Keiner von ihnen beherrscht das Risiko einer Kernschmelze. „Es zeigt sich aber, das so etwas notwendig ist“, sagt Renneberg gegenüber ENERGLOBE.DE mit Blick auf die Atomkatastrophe in Fukushima.

Weitere Informationen:

Stellungnahme des Bundesumweltministers Norbert Röttgen zum Kerntechnischen Regelwerk: www.bmu.de

Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit über das Kerntechnische Regelwerk: www.grs.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014