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Konzessionen

Gallische Dörfer

Kommunen nehmen die Energieversorgung zunehmend selbst in die Hand, wie zum Beispiel das Regionalwerk Bodensee.

Gallische Dörfer Gallische Dörfer
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Kommunen drängen zunehmend in die lukrative Energieversorgung. Dabei geht es um den Aufbau eines eigenen Vertriebs, dezentrale Erzeugungsanlagen und den Netzbetrieb. Das Regionalwerk Bodensee gilt als Vorreiter.

Die vielen in den nächsten Jahren auslaufenden Konzessionsverträge für den Betrieb von Strom- und Gasnetzen sind häufig Anlass für Gemeinden, über Kooperationen und Stadtwerkegründungen nachzudenken. „Wenn eine Gemeinde so etwas vorhat, sollte sie drei Jahre vor Ende des Konzessionsvertrags mit der Planung anfangen. Und es sollten mindestens 50.000 bis 100.000 Einwohner zusammen kommen, damit sich ein eigenständiger operativer Betrieb rechnet“, rät Wolfgang Zander, Geschäftsführer des energiewirtschaftlichen Beratungsunternehmens BET in Aachen. „Wenn eine Kommune noch keinen eigenen Versorgungsbetrieb hat, dann sollte sie einen Partner dazu nehmen, der das Know-how mitbringt“, so der Unternehmensberater.

2006 wurde die Gründungsidee geboren

Als Vorreiter gilt das Regionalwerk Bodensee. Bereits im Mai 2006 fanden sich sieben Gemeinden – Tettnang, Meckenbeuren, Oberteuringen, Eriskirch, Kressbronn, Langenargen und Neukirch – mit der Idee zusammen, angesichts der 2008 auslaufenden Konzessionsverträge für Strom und Gas gemeinsam ein Energieversorgungsunternehmen zu gründen. Im Oktober desselben Jahres wurden die bisherigen Konzessionsinhaber EnBW, Thüga und die Technischen Werke Friedrichshafen über die Pläne informiert.

Zwei Jahre später ist es schließlich soweit. Zusammen mit zwei Partnern, den Technischen Werken Friedrichshafen und dem Albwerk Geislingen, die jeweils 24 Prozent der Unternehmensanteile halten, entsteht das Regionalwerk Bodensee, das seit Anfang 2009 Strom und Erdgas verkauft. In nur zwei Jahren wechseln rund ein Drittel der 30.000 Haushalte zu dem Anbieter vor Ort. Langfristiges Ziel ist es, Marktführer und Grundversorger zu werden. Die regelmäßigen Einnahmen aus dem Netzbetrieb stützen den Aufbau des Vertriebs: „Ohne die Konzessionen wäre das Regionalwerk nicht denkbar“, sagt Geschäftsführer Enno Steffens.

Schwarze Zahlen nach nur zwei Jahren

Seit 2010 erwirtschaftet das Unternehmen Gewinne. Überschüsse kämen der Kommune zugute, betont Enno Steffens, Geschäftsführer des Regionalwerks. 2,1 Millionen Euro investierte das Unternehmen im Jahr 2010  allein in die Netze. Darüber hinaus ist der Ausbau von Erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und Windkraft geplant. Weitere Konzessionen sollen hinzu kommen und auch der Einstieg in die Wasserversorgung ist vorgesehen.

„Die Idee war, ein Bürgerwerk zu gründen“, so Steffens. Viele Kunden würden das Unternehmen auch so sehen. „Manche fragen nach einem Mitgliedsantrag, wenn sie einen Stromliefervertrag abschließen wollen“, berichtet er.

Doch nicht jeder beobachte die Entwicklung am Bodensee mit Wohlwollen. Der Altkonzessionär EnBW mache dem Regionalwerk mit günstigen Strompreisen bewusst Konkurrenz, ist Steffens überzeugt. Auch die Netzübergabe sei immer noch nicht vollständig abgeschlossen.

„Wir respektieren die Entscheidung der Gemeinden, ihr Stromnetz selbst betreiben zu wollen“, heißt es dagegen von der EnBW Regional AG aus Stuttgart. Zur Konkurrenzsituation in der Region sagt Ulrich Kleine, Leiter Kommunale Beziehungen bei EnBW: Ein neuer Anbieter müsse sich am Markt und im Wettbewerb behaupten. Darauf habe die Regional AG keinen Einfluss.

Das Thema Konzession habe nichts mit dem Thema Strompreis zu tun, fügt Gerhard Kleih, Geschäftsführer der EnBW Vertrieb GmbH, hinzu. „Zum anderen ist Wettbewerb keine Einbahnstraße. Herr Steffens hätte es vermutlich gerne so, dass beim Fußball nur seine Mannschaft über die Mittellinie spielen darf. Da haben wir ein anderes Verständnis der Spielregeln."

Weitere Informationen:

Die Homepage der Regionalwerke Bodensee: www.rw-bodensee.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014