Sie benutzen einen veralteten Browser. Bitte updaten Sie Ihren Browser oder aktivieren Sie Chrome Frame um die Darstellung zu verbessern.

Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Eine Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten, befindet sich hier.

Smart Metering

Auf dem Weg zum Smart Grid

Intelligente Stromzähler ziehen in immer mehr Haushalte ein, sie sollen beim Energie sparen helfen.

Auf dem Weg zum Smart Grid Auf dem Weg zum Smart Grid
energlobe.de, Denny Rosenthal

In Deutschland entstehen immer mehr Pilotprojekte und Modellregionen für intelligente Stromzähler. Nicht nur Energiekonzerne, auch Telekommunikationsunternehmen und Stadtwerke erproben den Einbau von Smart Metern. Diese sind seit Beginn dieses Jahres nach dem Energiewirtschaftsgesetz in Neubauten und bei grundlegenden Sanierungen Pflicht. Der ehrgeizige EU-Fahrplan sieht vor, die Zähler bis 2020 in 80 Prozent aller Haushalte einzuführen.

Intelligente Stromnetze und Zähler gelten als Hoffnungsträger beim Energiesparen und der effizienteren Nutzung regenerativer Energiequellen wie Wind und Sonne. Das Geschäft rund um das intelligente Stromnetz ist mehrere Milliarden Euro schwer und verspricht in den kommenden Jahren zweistellige Wachstumsraten. So drängen neben Energiekonzernen und kommunalen Versorgern auch Telekommunikationsunternehmen wie die Telekom, Freenet oder Vodafone auf den Markt.

Vom Modellversuch zur Markteinführung

Viele Verbraucher kennen die Smart Meter noch gar nicht. Laut einer Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Accenture weiß nur jeder Dritte, dass sich mit zeitlich variablen Stromtarifen künftig Kosten einsparen lassen. Es besteht noch Informationsbedarf. Dabei haben die ersten Modellprojekte bereits 2008 begonnen – etwa mit E-Energy. Das Projektvorhaben, gefördert mit 60 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium und Bundeswirtschaftsministerium, erforscht, wie moderne Informations- und Telekommunikationstechnik alle Akteure innerhalb eines intelligenten Stromnetzes besser miteinander abstimmen kann. In sechs Modellregionen entstand damit ein sogenanntes Smart Grid. Es sollte die schwankende Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien besser verteilen sowie die Nachfrage aus Haushalten und Industrie steuern.

Mittlerweile haben die Energiekonzerne und Telekommunikationsunternehmen ihre eigenen Projekte angeschoben und statten immer mehr Haushalte mit der nötigen Infrastruktur aus: mit Datenleitungen, modernen Zählern, Internetanschlüssen und Steuerungsgeräten, welche den Verbrauch erfassen und weiterleiten.

In Friedrichshafen hat eine neue Zeitrechnung begonnen zumindest was die Strommessung angeht. In der Kleinstadt am Bodensee sind smarte Stromzähler in 2.000 Haushalte eingezogen. Sie sollen den Schwaben beim Energie sparen helfen. Alle 15 Minuten können die Smart Meter-Tester ihren exakten Stromverbrauch ablesen und so ihre Energiekosten genau im Blick behalten.

Intelligente Zähler ziehen in Haushalte ein

In Mülheim an der Ruhr läuft derzeit das größte Pilotprojekt für intelligente Zähler in Deutschland. Bis Ende 2011 installiert RWE dort 116.000 Smart Meter und stattet so alle Haushalte der Stadt mit den neuen Zählern aus. Bereits eingebaut sind rund 25.000. Die Begleitforschung zu dem Projekt soll noch in diesem Jahr beginnen, so Wolfgang Schley, Sprecher der RWE Rheinland Westfalen Netz. Schon jetzt lasse sich aber sagen, dass das Bewusstsein der Verbraucher für den Nutzen eines intelligenten Stromzählers noch geschärft werden müsse.

Auch der schwedische Energiekonzern Vattenfall begann in diesem Sommer, 10.000 Wohnungen im Berliner Märkischen Viertel mit intelligenten Zählern auszustatten. Vattenfall erhofft sich viel von dem neuen Geschäftszweig und gründete deshalb eine eigene Gesellschaft: die Vattenfall Europe New Metering GmbH mit Sitz in Hamburg. "Wir sehen in Smart Metering interessante Wachstumsperspektiven", so Geschäftsführer Jens Berding.

Auf dem Vormarsch: Haushaltsgeräte mit Köpfchen

Ein Schritt zum smarten Stromnetz ist mit der Einführung der Zähler getan. Der nächste folgt im kommenden Jahr: Ab 2011 müssen die Energieversorger neue Tarife anbieten – beispielsweise günstigere Nachttarife wenn der Wind weht und Überkapazitäten an Strom vorhanden sind. Die Verbraucher sollen davon profitieren und beispielsweise ihre Waschmaschine oder den Trockner genau dann laufen lassen, wenn viel Strom im Netz ist und dieser preisgünstig bezogen werden kann.

Damit könnten auch die neuen, vernetzten Haushaltsgeräte weiter in den Vordergrund rücken. Auf der Internationalen Funkausstellung IFA wurden unlängst die ersten Modelle vorgestellt: Miele etwa präsentierte eine Waschmaschine, die über eine Steuerungsbox verfügt. Über diese erfasst das Gerät den günstigsten Tarif und schaltet sich dann automatisch ein. Im April 2011 sollen die ersten cleveren Haushaltshelfer auf den Markt kommen.

Weitere Informationen:

Projekt E-Energy

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014