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Smart Meter

„Ein Steve Jobs fehlt mir“

Der Chef der Bundesnetzagentur fordert von den Stromversorgern innovative Tarifmodelle zum Stromsparen.

„Ein Steve Jobs fehlt mir“ „Ein Steve Jobs fehlt mir“
Bundesnetzagentur

Die deutschen Stromversorger zeigen zu wenig Pioniergeist bei der Entwicklung intelligenter Stromzähler, der "Smart Meter", und eines neuen Spartarifsystems. Das ist zumindest der Eindruck von Matthias Kurth, Chef der Bundesnetzagentur. Sie "mäkeln, was alles nicht stimmt, was alles nicht passt", sagte Kurth bei einer Tagung der Netzagentur in Bonn. Die Manager sollten sich seiner Meinung nach ein Beispiel nehmen am Chef des US-Internetkonzerns Apple. "So ein Steve Jobs, der einfach sagt: Ich mach das jetzt. Und dann bringt er das iPhone und das iPad auf den Markt, und alle hecheln ihm hinterher – das fehlt mir", so Kurth. Von Leuten wie Jobs würde er sich gerne treiben lassen. Stattdessen sehe es so aus, als müssten "wir Bürokraten in der Bundesnetzagentur" Treiber des Fortschritts sein.

Der Einsatz von intelligenten Zählern müsse laut Kurth zu einer ganz neuen Tarifphilosophie bei den Versorgern führen. Smart Meter messen den Verbrauch der einzelnen Haushalte minutengenau. So kann erstmals genau festgestellt werden, zu welchen Tageszeiten die Nachfrage besonders hoch beziehungsweise niedrig ist. Individuelle Spartarife sollen den Verbrauch in die Stunden geringer Nachfrage verlagern. Durch diese Glättung des Stromangebots erzielen die Unternehmen theoretisch Kostenvorteile, die sie an ihre Kunden weitergeben können. Ab 2011 müssen sie mindestens ein zeit- oder lastabhängiges Angebot unterbreiten. 

"Spiel ohne viel Spaß"

Auf eine Einbaupflicht und die Vorgabe technischer Standards hat die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben bewusst verzichtet. Ihr Ziel ist es, den Wettbewerb um die beste Technologie zu fördern. Die Anbieter wiederum monieren fehlende Vorgaben und fordern mehr Planungssicherheit. Vor allem müsse geklärt werden, wer die Einführungskosten der neuen Geräte tragen soll: Kunde oder Anbieter.

Aus diesem Grund wird sich das Gros der Versorger auf Minimallösungen beschränken, die gerade noch den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. "Das ist ein Spiel, an dem wir nicht viel Spaß haben werden – wir werden es trotzdem machen", so Kurth. "Aber ich meine, ein bisschen weniger Bedenkenträger und ein bisschen mehr Innovatoren würden uns als Netzagentur die Arbeit erheblich erleichtern." In einem Innovationsprozess könne nicht alles von der Regulierungsbehörde festgelegt werden, betonte er. Die Verantwortung liege auch bei den Marktteilnehmern.

"Wir brauchen ein Geschäftsmodell" 

Sie sind nach Ansicht des Netzagenturchefs als Erste gefragt. "Was wir brauchen ist ein Geschäftsmodell, wie wir es etwa im Mobilfunk haben." Denn mit den neuen Stromzählern allein können die Verbraucher noch nicht sparen. Solange es keine zusätzlichen Tarife gibt, könne nicht entschieden werden, wer die Geräte bezahlen soll. Kurth: "Allein die Tatsache, dass ich weiß wie hoch mein Verbrauch ist ohne dass ich sparen kann, ist ein sehr unbefriedrigendes Modell." Deshalb interessierten sich die Kunden bislang auch nicht für das Thema. "Das muss sich ändern", so Kurth. "Ich erwarte von den Energieversorgern bessere Angebote für die Haushalte."

Weitere Informationen:

Wie die flächendeckende Einführung von Smart Metern vorangetreiben werden soll, erläutert die Bundesnetzagentur in einem umfassenden Bericht an das Bundeswirtschaftsministerium. 

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014