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Stromnetze

Röttgens Renditeaussicht

Bundesumweltminister Röttgen stellt bessere Bedingungen für den Ausbau des deutschen Stromnetzes in Aussicht.

Röttgens Renditeaussicht Röttgens Renditeaussicht
www.norbert-roettgen.de

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) stellt bessere Bedingungen für den Ausbau des deutschen Stromnetzes in Aussicht. „Der Netzausbau ist nicht so weit, wie ich mir das wünsche“, sagte Röttgen in einem Gespräch mit Uptown. Er forderte einen „Netzausbau in Quantität und Qualität“ und bezeichnete diesen als „die wichtigste Weichenstellung, die wir für die Modernisierung unserer Energieversorgung vornehmen müssen.“

Wirtschaftliche Anreize

Dabei legt Röttgen den Fokus auf wirtschaftliche Anreize: „Investitionen, das ist meine Lebenserfahrung, finden dann statt, wenn man eine Aussicht auf Rendite hat“, so der Umweltminister. Es gehe ihm darum, „die Investitionsbedingungen auch durch Renditeaussicht für Netzausbau zu gewährleisten“.

Aktuell dürfen Netzbetreiber die Kosten für den Ausbau, etwa durch die Verlegung neuer Erdkabel, zwar auf ihre Kunden überwälzen – aber nur soweit, dass sie dabei eine Verzinsung ihres Eigenkapital von maximal 9,29 Prozent nicht überschreiten. Über die Einhaltung dieses Grenzwertes wacht die Bonner Bundesnetzagentur.

Mit dessen Präsidenten Matthias Kurth werde er demnächst über diese Renditeaussichten reden, kündigte Röttgen gegenüber Uptown an. Zwar ist innerhalb der Bundesregierung formal Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) für Ausbau und Regulierung der Stromnetze zuständig. Röttgen sieht sich jedoch nach eigenen Worten „mit in der Verantwortung“, ein günstiges Umfeld für den Netzausbau herzustellen. „Das betrifft regulatorische Fragen, das investive Umfeld und die Unterstützung der sozialen Akzeptanz der Leitungen, die verlegt werden müssen.“

Ausbau der Stromnetze unumstritten

In der Energiebranche ist unumstritten, dass die Stromnetze ausgebaut werden müssen, zum Beispiel, um bestehende Windparks entlang der norddeutschen Küstenregion besser zu integrieren. Denn der dort produzierte Windstrom wird nicht in der Region selbst benötigt– sondern in den industriellen Verbrauchszentren in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Die von Röttgen und Brüderle gemeinsam beaufsichtigte Deutsche Energie-Agentur (Dena) hat die Stromverbindungen, die ausgebaut oder gänzlich neu errichtet werden müssen, bereits 2005 in einer umfangreichen Studie identifiziert. Allein die Kosten für die Anbindung geplanter Offshore-Windparks in der Nordsee ans deutsche Stromnetz taxierte die Dena auf elf bis zwölf Milliarden Euro bis 2020.

Auch für das Höchstspannungsübertragungsnetz an Land mahnte die Dena den Ausbau an, um künftig lokale oder gar bundesweite Blackouts zu verhindern. Doch der eindringliche Appell der Dena verpuffte weitgehend ungehört. Für den Stillstand beim Netzausbau machte Röttgen die rot-grüne Vorgängerregierung unter Gerhard Schröder mitverantwortlich, die vor fast zehn Jahren mit den Stromkonzernen den Ausstieg aus der Kernenergie vereinbart hatte. „Ab da war spätestens klar: Wir müssen auf eine andere Energieversorgung setzen, und auch die Bedingung für diese andere Energieversorgung herstellen – und das ist Netzausbau“ betonte Röttgen: „Und trotzdem ist in den ganzen Jahren auf diesem Gebiet praktisch nichts passiert.“

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014