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Energiemix

Grüne Krisengewinner

Ökoenergie ist ein sicheres Geschäft, da der Staat Rendite garantiert. Das zählt besonders in der Finanzkrise.

Grüne Krisengewinner Grüne Krisengewinner
energlobe.de, Denny Rosenthal

Die Finanzkrise hat den ökologischen Umbau der deutschen Energieerzeugung beschleunigt. Laut Bundesumweltministerium stieg der Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch im vergangenen Jahr um 0,8 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent. Die Investitionen legten sogar um ein Fünftel zu, Umsatz und Beschäftigung um neun beziehungsweise acht Prozent. Dagegen sank das Energieangebot aus allen anderen Quellen im Vergleich zu 2008 wegen des konjunkturbedingten Nachfrageeinbruchs. „Die Erneuerbaren haben sich als Fels in der Brandung der Wirtschaftskrise behauptet“, sagt Umweltminister Norbert Röttgen.

Politik sichert das Überleben

Noch vor einem Jahr hatte es nicht danach ausgesehen, im Gegenteil. „Insbesondere die Erneuerbaren werden von den Investitionsrückgängen betroffen sein“, hatte die Unternehmensberatung A.T. Kearney in einer Studie im Februar 2009 vorausgesagt. Viele Faktoren sprachen laut Studie dafür, dass dieser Trend noch Jahre anhalten wird. Die Finanzkrise habe die Kreditbedingungen für Unternehmen erheblich erschwert, worunter vor allem die Erneuerbaren litten. Schließlich seien sie im Gegensatz zu den traditionellen Kraftwerksbetreibern in hohem Maße auf Fremdkapital angewiesen. Außerdem machten Kapitalkosten den wesentlichen Teil ihrer Ausgaben aus.

Dass es nun anders kam, lag an der politischen Unterstützung für die grünen Energien. „Sie konnten sich völlig unabhängig von Markteinflüssen entwickeln“, sagt Jochen Diekmann vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. 2009 sei das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft getreten, das günstigere Bedingungen für Windanlagenbetreiber vorsieht. Außerdem habe die Solarbranche 2009 einen Boom erlebt, als abzusehen war, dass die Förderung des Sonnenstromes 2010 gekürzt wird. Daraufhin wurden Projekte vorgezogen.

Versorger schlucken grüne Konkurrenten

Der wichtigste Treiber dieser Renaissance seien die Energiekonzerne. Sie hätten die Vorteile der Erneuerbaren – sichere Renditen und geringes Risiko – für sich entdeckt und „steigen stark in das Geschäft ein“, sagt Florian Haslauer von A.T. Kearney. Dagegen hätten die kleineren Unternehmen nach wie vor Probleme. Etliche von ihnen seien in der Finanzkrise von größeren Versorgern übernommen worden. Der Anteil der unabhängigen Projektentwickler- und betreiber geht laut Haslauer zurück – obwohl durch den Ausbau der alternativen Energien der Wettbewerb in der Branche eigentlich beflügelt werden sollte.

Bis zum Jahr 2020 werden sich die jährlichen Investitionen in die Regenerativen in Deutschland von 14 Milliarden auf über 28 Milliarden Euro verdoppeln. Das prognostiziert jedenfalls der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE). „Die Voraussetzung dafür sind stabile politische Rahmenbedingungen“, sagt BEE-Geschäftsfürher Björn Klusmann. 2009 lagen die Investionen bereits 1,6 Milliarden Euro höher als die der konventionellen Strom- und Gasversorger.

Ökoenergie kann Lücke nicht schließen

In zehn Jahren sollen 30 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Momentan sind es etwa 15 Prozent. Allerdings wird der Ausbau der Erneuerbaren laut Haslauer nicht ausreichen, den Strombedarf langfristig zu decken. Er hält an seiner Prognose fest, dass Deutschland auf eine Stromlücke zusteuert. Zuvor hatten unter anderem die Deutsche Energieagentur und der Kölner Energieökonom Axel Ockenfels vor einem Versorgungsengpass gewarnt. Die Strompreise, glaubt Haslauer, könnten so bis 2020 um 50 Prozent steigen.

Weitere Informationen:

"Erneuerbare Energien behaupten sich in der Wirtschaftskrise", heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums.

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014