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Effizienz-Award

Firma mit Energiekonzept

SMA Solar Technologie AG hilft der Umwelt nicht nur durch Solarstrom, sondern produziert ihre Wechselrichter bereits heute co2-neutral.

Firma mit Energiekonzept Firma mit Energiekonzept
energlobe.de, Denny Rosenthal

Kritiker von Erneuerbaren Energien bemängeln oft, dass die energieintensive Herstellung von Windrädern und Solarzellen nicht in deren Klimabilanz mit einfließt. Anders bei der SMA Solar Technologie AG: Sie hilft der Umwelt nicht nur durch Solarstrom, sondern produziert ihre Wechselrichter bereits heute CO2-neutral. Dafür erhielt das Unternehmen den Energieeffizienz-Award 2010 der Deutschen Energieagentur (dena). Die Firma aus Niestetal bei Kassel setze einen Standard für zukünftige Vorhaben, so die Jury.

Die neue Fabrikhalle des Wechselrichterherstellers SMA ist 18.000 Quadratmeter groß, das entspricht zweieinhalb Fußballfeldern. Jede halbe Minute wird ein Wechselrichter gefertigt, jährlich können Produkte für fünf Gigawatt Leistung produziert werden – und das CO2-neutral. Dafür wurde der Solar-Pionier in diesem Jahr von der dena ausgezeichnet: „Die Wechselrichterfabrik demonstriert, dass eine moderne Industrieproduktion auf einem hohem technischen Niveau schon heute klimaneutral möglich ist“, sagt SMA-Vorstandssprecher Günther Cramer. Er beschreibt die Fabrik als „Leuchtturmprojekt“ für den Ausbau Erneuerbarer Energien.

SMA ist Weltmarktführer bei Wechselrichtern, die das Herzstück jeder Photovoltaik-Anlage bilden. Sie wandeln den Gleichstrom der Solarzelle in Wechselstrom um, sodass er in das Versorgernetz eingespeist werden kann. Fast zwei Drittel ihres Umsatzes von rund einer Milliarde Euro verdient die Firma in Deutschland. Heute setzt SMA nicht nur durch ihre Technologie auf CO2-Reduktion, sondern auch bei der Produktion.

Energie sparen, heißt bares Geld sparen

In der Fertigungshalle „Solar-Werk 1“ setzt SMA ein „Energiekonzept“ um, das den Energiebedarf in der Produktion minimiert und die benötigte Energie aus Ökostrom bereitstellt. Das Konzept integriert dabei anfallende Prozesswärme und energieeffiziente Technologien. Beispielsweise ist die Beleuchtungsanlage einer der größten Energieverbraucher, da die Elektronikfertigung eine Beleuchtungsstärke von 1.000 Lux benötigt. Ein gut beleuchteter Büroarbeitsplatz besitzt etwa die halbe Lux-Stärke. Um Energie zu sparen, setzt das Unternehmen Leuchten mit einem besonders hohen Wirkungsgrad ein, die sich je nach verfügbarem Tageslicht anpassen.

Diese Investition lohnt sich: Der Energieverbrauch sinkt im Vergleich zu konventionellen Technologien um ein Drittel oder drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr – das entspricht knapp 270.000 Euro. Der gesamte Bau mit innovativer Technik kostet mit über zehn Millionen rund 1,3 Millionen Euro mehr als beim konventionellen Bau, jedoch sind die Mehrkosten nach nur fünf Jahren wieder ausgeglichen. Die Rendite der Investition beträgt demnach stolze 21 Prozent, wie der Verband Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologie in einer Studie ermittelte.

Intelligente Vernetzung

Ökostrom und Fernwärme zur Produktion stammen aus einem mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerk sowie aus dem benachbarten Müllheizkraftwerk. Gekühlt werden sie über eine Absorptionskältemaschine, die die Abwärme des Blockheizkraftwerks nutzt, oder eine Kompressionskältemaschine, die wie eine Klimaanlage mit Strom arbeitet. Auch die Gebäudehülle der Fabrik spart Energie: Sie erfüllt die Ansprüche eines Niedrig-Energiehauses. Zusätzlich ist in die Gebäudehülle eine Photovoltaik-Anlage mit 1,1 Megawatt Leistung integrierte. Sie liefert Strom für das öffentliche Netz, was die CO2-Bilanz zusätzlich positiv beeinflusst.

Die dena-Jury lobt das Energiekonzept, „das verschiedene Energieträger auf intelligente Weise miteinander vernetzt, um Wärme, Kälte, Druckluft und Strom bedarfsgerecht zu erzeugen“. Die Firma aus Niestetal setze damit einen Standard für zukünftige Vorhaben. Dennoch sei es schwierig gewesen, ein Ingenieurbüro zu finden, das das ambitionierte Projekt auch energetisch umsetzen konnte, resümiert SMA-Vorstand Cramer.

Weitere Informationen:

dena-Effizienz-Award 2010

SMA Homepage

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014