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Batterieforschung

Elektroautos suchen Anschluss

Die Elektromobilität in Deutschland hinkt hinterher. Mit Forschungsförderung soll die Branche an Fahrt gewinnen.

Elektroautos suchen Anschluss Elektroautos suchen Anschluss
energlobe.de, Denny Rosenthal

Die deutsche Elektromobilität soll an Fahrt gewinnen. Damit bis 2020 mindestens eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren, setzt die Bundesregierung jedoch nicht wie 2009 angekündigt auf ein Marktanreizprogramm. Vielmehr soll die Forschungsförderung und die im Mai 2010 gegründete Nationale Plattform Elektromobilität die Markteinführung von Elektroautos vorantreiben.

Kommt der deutsche Markt rechtzeitig in Fahrt?

Henning Kagermann, der ehemalige SAP-Vorstandschef und Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften Acatech, wurde im April 2010 zum Vorsitzenden des nationalen Lenkungsausschusses für Elektromobilität berufen. Der erfahrene Manager soll dafür sorgen, dass Deutschland angesichts der starken Konkurrenz aus Asien nicht seine Exportchancen verspielt.

„Wir hinken nicht nur in der Batterieproduktion hinterher, es gibt auch nicht genügend ausgebildete Wissenschaftler im elektrochemischen Bereich“, resümiert Kagermann im energlobe.de-Interview. Zu lange habe die Industrie auf den Verbrennungsmotor gesetzt. Betriebswirtschaftliche Anreize habe es ebenfalls nicht gegeben. „Jetzt müssen wir uns in allen Bereichen anstrengen, von der Forschung und Entwicklung bis hin zu Produktionsverfahren“ konstatiert Kagermann.

Im Fokus: die Batterieforschung

Doch die erste Generation der Stromer kommt mit einer Schwachstelle auf den Markt: der Batterie. Sie ist das Herzstück in Elektrofahrzeugen. Und deren teuerste Komponente. Rund 10.000 Euro kostet aktuell eine Batterie, mit der ein E-Auto - je nach Modell - durchschnittlich 150 Kilometer weit fahren kann. Danach muss der mobile Speicher wieder aufgeladen oder ausgetauscht werden.

An die Batterieforschung werden deshalb große Erwartungen geknüpft. Vor allem japanische Unternehmen haben bislang die Nase vorn. Branchenexperten gehen davon aus, dass 2015 die Massenproduktion mit der nächsten Generation von Lithium-Ion-Batterien beginnen wird. Sie sollen bis dahin leistungsfähiger und kostengünstiger in der Herstellung werden.

Obwohl in den vergangenen Monaten zahlreiche Forschungsinitiativen ihre Arbeit ausgeweitet haben, ist der Abstand zu den Asiaten groß. „ Durch eine massive Förderung und den Zukauf von Fachexpertise im Ausland könnte Deutschland im Markt zumindest kurzfristig aufholen“, erklärt Bettina Lenz vom EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie Next Energy. Die Chemikerin konzentriert sich mit ihrem Team auf die Netzintegration dezentraler elektrischer Energiespeicher und entwickelt Managementsysteme für Batterien.

“Mittlerweile gibt es mehr kompetente Forschungszentren”, so Lenz. Langfristig seien für ein Weiterkommen der Batterieforschung jedoch die Einrichtung neuer Lehrstühle und der kontinuierliche Ausbau der Lehre erforderlich.

Forschungsförderung ohne Marktanreizprogramm

Deutschland soll bei der Elektrifizierung des Verkehrs aber unbedingt im Rennen bleiben. Die Erwartungen an neue Exportchancen sind hoch.

Bereits im Februar 2010 kam die Acatech in ihrer Studie zur Elektromobilität zu dem Schluss, dass Deutschland nicht zu einem subventionierten Leitmarkt für Elektromobilität werden dürfe. Viel bedeutsamer sei es, Deutschland zu einem Leitanbieter für marktfähige Elektromobilität zu machen.

Die Bundesregierung stellt deshalb bis zum Jahr 2011 eine halbe Milliarde Euro aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung. Bis zum Ende der Legislaturperiode werden jedoch insgesamt 2,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung im Bereich Elektromobilität ausgegeben. Finanzielle Unterstützung beim Kauf eines mit Strom betriebenen Autos wird es nicht geben. 

Weitere Informationen:

Stellungnahme der Acatech wie Deutschland zum Leitanbieter für Elektromobilität werden kann (pdf-Dokument).

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014