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Biokraftstoff

Der Kohleverflüssiger

Industrie fördert Pilotanlage für neue Biokraftstoffe.

Der Kohleverflüssiger Der Kohleverflüssiger
ENERGLOBE.DE, Maud Radtke

Biokraftstoffe der ersten Generation nutzen öl-, stärke- oder zuckerhaltige Samen von Pflanzen. Die neue, sogenannte zweite Generation verwendet die ganze Pflanze inklusive der holzigen Bestandteile. Letztere erhöhen die Verbrennungsenergie erheblich – und wecken damit das Interesse der Industrie: Die gesamte Pflanzenenergie wird in flüssiger Form für Motoren nutzbar.

Für die Herstellung von Biomass to Liquid (BtL), also flüssiger Biomasse, gibt es zwei Wege. Bioethanol kann durch Vergärung hergestellt werden oder durch durch die Verbrennung von Pflanzen, deren Synthesegase dann in einen dieselähnlichen Kraftstoff umgewandelt werden. Mit dem zweiten Verfahren hat man in Deutschland schon vor rund 80 Jahren Kohle verflüssigt. In den 1930er Jahren wurden so LKW betrieben.

Das sogenannte Carbo-V-Verfahren von Ingenieur Bodo Wolf aus Freiberg ist die Weiterentwicklung des Syntheseverfahrens und mittlerweile zu einer Schlüsseltechnologie bei der Verflüssigung von Holz und Zellulose geworden. Nach der Wiedervereinigung nutzte Wolf seine Idee und gründete im Jahr 2000 die Firma Choren Industries. Unterstützt wurde er dabei von Volkswagen, Daimler Benz und dem Bundesministerium für Wirtschaft.

Seine Pilotanlage war so erfolgreich, dass Shell mit eigenem Know-how einstieg, um größere Mengen BtL-Diesel herstellen zu können. Ende 2009 zog sich Shell jedoch wieder zurück. Heute ist der Hamburger Unternehmer Michael Saalfeld, der auch Mehrheitsbesitzer beim Ökoenergie-Versorger Lichtblick ist, Hauptanteilseigner von Choren

Erste kommerzielle Produktion

Das Werk im sächsischen Freiberg ist mit einer Kapazität von 15.000 Tonnen oder 18 Millionen Litern weltweit das erste seiner Art für die kommerzielle Produktion von BtL-Diesel. 2008 erhielt die Firma, die heute bereits 285 Mitarbeiter beschäftigt, für ihre Pilotanlage den europäischen Umweltpreis.

BtL-Kraftstoffe könnten den industriellen Durchbruch für Bioenergie bedeuten, weil zur Produktion keine Energiepflanzen mehr benötigt werden. Und anders als bei Bioethanol bringt BtL-Diesel auch keine Leistungseinbußen mit sich. Allerdings ist bis zur kommerziellen Verwendung noch eine Menge Forschung nötig, bislang steckt die Technik noch in den Kinderschuhen.

Weitere Informationen:

Homepage von Choren: www.choren.com

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014