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E-Mobility

Elektrisierende Prämien

Hinter den Kulissen streiten Politik, Autoindustrie und Verbände weiter über die Einführung von direkten Subventionen für E-Mobile.

Elektrisierende Prämien Elektrisierende Prämien
ENERGLOBE.DE, Denny Rosenthal

Deutschlands Weg in die E-Mobilität ist noch lang. Hinter den Kulissen streiten Politik, Autoindustrie und Verbände weiter über die Einführung von direkten Subventionen – wie sie in anderen Ländern beim Kauf eines E-Mobiles gezahlt werden.

Was haben China, die USA, Frankreich und Großbritannien gemein? Antwort: Sie alle subventionieren den Kauf von Elektromobilen mit 3.000 bis zu 6.500 Euro pro Neuwagen. Allerdings kostet allein die Batterie für einen E-Kleinwagen 10.000 Euro. In dieser Größenordnung sind E-Autos im Durchschnitt für Kauf und Betrieb teurer als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor.

In Deutschland sind solche Hilfen dagegen umstritten. „Subventionen können niemals mehr als ein Impuls sein“, sagt Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Vor über einem Jahr rief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Experten-Forum ins Leben, um Deutschland zum künftigen „Leitmarkt und Leitanbieter“ für E-Mobilität zu machen. Ein ehrgeiziges Ziel, denn die Asiaten, allen voran Toyota, haben die Nase beim Thema E-Mobility bis dato deutlich vorn.

Subventionen nur ein Impuls

Am 16. Mai überreichte der ehemalige SAP-Chef Kagermann den Abschlussbericht an die Kanzlerin. Laut NPE-Report sollen nun direkte und indirekte Hilfen in den Zukunftsmarkt fließen. Dies ist besonders interessant, da sich Kagermann persönlich klar gegen Kaufprämien ausspricht. Insgesamt bestand die Plattform jedoch aus sieben Arbeitsgruppen mit je rund 20 Mitgliedern. Die Autolobby konnte damit ihre Forderungen durchsetzen und sie warnt zugleich die Regierung, dass ohne zusätzliche Anreizmaßnahmen bis 2020 lediglich 450.000 E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren anstatt der geplanten Million. Daimler-Chef Dieter Zetsche betont, dass bis 2014 knapp vier Milliarden Euro fließen müssten.

Die Autoindustrie hat sich ihre Subvention selbst ausgerechnet“, kontert Regine Günther, Leiterin für Klima- und Energiepolitik bei der Umweltorganisation WWF und ebenfalls NPE-Mitglied. Sie kritisiert, dass der Bericht kein Konsens sei, sondern ein Bericht für die Automobilbranche.

Baukasten für die Kanzlerin

Für einen Durchbruch bei der E-Mobility brauche es nach Meinung von Kagermann zweierlei: „attraktive Produkte, die Käufer ansprechen, und Instrumente, mit denen wir die Kostenlücke bei den Elektrofahrzeugen der ersten Generation auf möglichst intelligente Weise reduzieren.“ Im Exklusivinterview mit ENERGLOBE.DE am Anfang des Jahres versprach er bereits: „Wir werden der Kanzlerin aber einen ganzen Baukasten mit Instrumenten an die Hand geben, um entsprechende Anreize zum Kauf von E-Mobilen zu bieten.“

Günstige Kredite und Steuervorteile sind Teile des NPE-Abschlussberichts: Privatkäufer können einen zinsgünstigen Kredit bis zu 30.000 Euro bei der staatseigenen KfW-Bank beantragen und Steueranreize von bis zu 3.000 Euro anrechnen lassen. Gewerbekunden können schon nach einem Jahr 50 Prozent der Anschaffungskosten ihres E-Autos steuerlich abschreiben. „Es kristallisiert sich für uns heraus, dass gewerbliche Kunden und Flottenbetreiber zu den ersten Nutzern gehören könnten – ebenso wie die Gruppe der besonders technikaffinen Verbraucher“, betont NPE-Vorsitzender Kagermann gegenüber ENERGLOBE.DE.

E-Mobility nur ein Nischenmarkt

Neben den Privilegien fordert der NPE-Bericht auch direkte Kaufprämien von bis zu 3.000 Euro je Fahrzeug – 150 Euro pro Kilowattstunde Leistung der Batterie. Auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast plädiert für eine Kaufprämie von 5.000 Euro, um das Tempo der Elektromobiltät zu beschleunigen. Die Regierung, insbesondere die FDP, schließt eine Kaufprämie weiterhin kategorisch aus.

Bei aller Relevanz der künftigen E-Mobility darf nicht vergessen werden, dass es sich in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren um einen kleinen Nischenmarkt handelt. Eine Million Fahrzeuge in Relation zu 40 Millionen Bestandsfahrzeugen mit Verbrennungsmotor – das entspricht einem Marktanteil von zweieinhalb Prozent.

Kompetenz entscheidet

Die Regierung muss nun Konsequenzen aus dem NPE-Bericht ableiten. Fest steht bereits, dass eine weitere halbe Milliarde in die Förderung der Batterieforschung fließt – und das Budget damit verdoppelt wird, wie Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) betont: „Über den Markterfolg der Elektromobilität entscheidet nicht das üppigste Subventionspaket, sondern die größte technologische Kompetenz.“

Weitere Informationen:

ENERGLOBE.DE-Interview mit Henning Kagermann: www.energlobe.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014