Sie benutzen einen veralteten Browser. Bitte updaten Sie Ihren Browser oder aktivieren Sie Chrome Frame um die Darstellung zu verbessern.

Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Eine Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten, befindet sich hier.

Kleines Licht

Glühbirne 3.0

Die neue Form der Lichtquelle wird nur noch eine Schicht sein.

Glühbirne 3.0 Glühbirne 3.0
energlobe.de, Maud Radtke

Die Glühbirne – wer hat sie erfunden? Der Amerikaner Thomas Alva Edison, der Deutsche Thomas Göbel oder der Schotte James Bowman Lindsay? Bis heute gibt es keine klare Antwort. Doch über diese Frage sollen sich die Historiker einigen. Unbestritten hingegen ist die technische Revolution, die durch die Erfindung ausgelöst wurde. Die Glühbirne brachte Licht in den Alltag der Menschheit – zumindest elektrisches.

Die zweite Licht-Revolution trägt die Bezeichnung „Organische Licht emittierende Dioden“, kurz OLED, und wird von Forschern des Fraunhofer-Institutes vollbracht. OLEDs sind Bauelemente aus ultradünnen, organischen Schichten, die beim Anlegen einer Spannung Licht aussenden. Glühbirnen und Neonröhren werden somit bald ins Reich der Geschichte verbannt. Stattdessen erhellen dann großflächige Panels oder Folien aus leuchtenden Kunststoffen unsere Räume. Herausragende Vorteile dieser Zukunftstechnologie: Sie lässt sich auf alle möglichen Flächen aufbringen und benötigt nur wenig Strom. Da kann dann nicht einmal mehr die viel gepriesene Energiesparlampe mithalten.

Führendes Zentrum für organische Halbleiter

Das europaweite Epizentrum dieser Entwicklung ist das noch neue COMEDD, das „Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden“. Die Bedeutung dieser Technologie zeigt die investierte Summe von 25 Millionen Euro, die Bundesregierung, Freistaat Sachsen und Europäische Union in einen Topf geworfen haben. Herzstück des COMEDD sind mehrere Vakuumbeschichtungsanlagen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Verfahren: die Beschichtung von Glassubstraten sowie die von flexiblen Substraten, sprich Kunststoffen, der wohl letztlich die Zukunft gehören wird.

Für das erste Modell wurde technisches Know-how von Sunic System aus Südkorea in Kooperation mit der Aixtron AG Deutschland ins Boot geholt. Letztere Technik wird mittels der Rolle-zu-Rolle-Beschichtungsanlage der Dresdner Firma „Von Ardenne Anlagentechnik“ umgesetzt. Die Anlage wird in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP realisiert. Aber nicht nur organische Beleuchtungssysteme lassen sich in Dresden herstellen, auch Kunststoffsolarzellen gehören zum Portfolio. Professor Karl Leo, der Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für FEP, sieht denn auch die Monopolstellung der sächsischen Technologieschmiede: „Mit COMEDD etablieren wir ein europaweit führendes Zentrum für organische Halbleiter.“

Ein hauchdünner Bildschirm

Doch nicht nur in Forschung und Entwicklung arbeitet man vehement am Licht der Zukunft, Produkt-Designer haben die Leuchttechnik als neues Spielfeld entdeckt und erste OLED-Lampen entworfen. Osram präsentierte die erste OLED-Tischlampe, gezeichnet von Ingo Maurer, einem Lampendesigner, der sich auf Lichtinstallationen spezialisiert hat (Uptown, September 2008). Auch Philips zeigt Superlative und bietet Bauteile mit 20.000 Stunden Leuchtdauer.

OLED-Technologie bietet sich nicht nur für die Lichtbranche an, auch die Fernsehindustrie profitiert schon jetzt davon. Sony bietet mit seinem Modell „XEL-1“ mit Elf-Zoll-Bildschirm ein OLED-Gerät, allerdings noch mit dem traditionellen Trägermaterial Glas. Die Vorteile werden auf der Sony-Internetseite verraten: Ein hauchdünner Bildschirm mit einer besseren Farbwiedergabe und schärferer Bildqualität. Dazu eine verkürzte Reaktionszeit und durch das hohe Kontrastverhältnis von 500.000:1 eine überaus bemerkenswerte Helligkeit. Vor allem die Farben Grün, Weiß und Schwarz zeigen sich in einer ungewohnten Sättigung. Spiegelnde Bildschirme sind Vergangenheit. Und auch der Stromverbrauch wird deutlich reduziert: Die OLED-Bildschirme verbrauchen nur dann Energie, wenn sie aktiv sind. Selbstverständlich arbeiten auch andere namhafte Marken wie Samsung oder Toshiba an der Serienreife von OLED-Fernsehern.

Nur 60 Prozent brauchbar

Die Technik ist immer dieselbe: Auf eine transparente Elektrode wird eine dünne, leuchtende Schicht aufgetragen – diese muss nicht dicker sein als ein Tausendstel eines Menschenhaares. Darauf wird eine zweite Elektrode platziert. Fließt nun Strom durch dieses so genannte Sandwich, leuchtet die Kunststoffschicht. Das organische Material bietet übrigens einen weiteren Vorteil: Die Bauweise ermöglicht eine umweltverträgliche Fertigung. Bereits vor zehn Jahren entwickelten Forscher die ersten Kunststoffe, die unter Stromzufuhr leuchteten. Doch bisher ist die Produktion nicht vollkommen ausgereift, nur 60 Prozent der produzierten Displays sind brauchbar. Der Rest wandert immer noch auf den Müll.

Weitere Informationen:

Fraunhofer Institut zur OLED-Forschung: www.oled-forschung.de

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung über OLED: www.bmbf.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014