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Smart Grid

Sauberer Strom und saubere Luft

Im Harz wird an einem Modellprojekt die Integration Erneuerbarer Energien ins Netz getestet.

Sauberer Strom und saubere Luft Sauberer Strom und saubere Luft
energlobe.de, Denny Rosenthal

Wald und Gebirge, Täler und Schluchten: Mit dem Harz verbinden viele die schöne Natur, das UNESCO-Welterbe, vielleicht auch Heines Harzreise. Bei Wanderurlaubern ist Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge besonders bekannt und beliebt. Weit weniger bekannt ist, dass die Region aktiv zum Klimaschutz beiträgt und sich bei der Erzeugung von Ökostrom engagiert: In einem von der Bundesregierung geförderten Projekt wird erprobt, wie die ganze Region unabhängig von fossilen Energieträgern werden kann.

Gute Ausgangsposition

Schon heute ist der Landkreis Harz von einer Vielzahl alternativer Energiequellen geprägt: Windkraft, Photovoltaik, Biogas und andere Erzeuger regenerativer Energie tragen bereits zu mehr als 60 Prozent der Stromversorgung bei.

Seit Dezember 2008 nimmt der Harzer Landkreis als Regenerative Modellregion Harz (RegModHarz) an dem von der Bundesregierung geförderten Projekt E-Energy teil. Insgesamt sechs Regionen beteiligen sich an dem mit 140 Millionen Euro dotierten Förderprogramm, in dem es um zukunftsfähige Lösungen für eine umweltfreundliche Stromversorgung geht.

Informations- und Kommunikationstechnologien sollen die Entwicklung hin zu einem smarten Stromnetz vorantreiben, in dem die zunehmenden Strommengen aus Erneuerbaren Energien integriert werden können. Je nach Wetterlage können diese etwa bei Photovoltaik oder Windanlagen stark schwanken. Um diese fluktuierenden Strommengen in einem System aus Verbrauchern und Erzeugern effizient zu managen, ist der Ausbau der Netze notwendig sowie Technologien, die den Strombedarf und -verbrauch transparent und steuerbar machen.

100 Prozent Ökostrom

Das Besondere an der Modellregion Harz ist, dass dort schon eine Vielzahl von alternativen Stromerzeugern vorhanden ist. „Hier bieten sich ideale Bedingungen für eine technische und wirtschaftliche Erschließung und Einbindung erneuerbarer Energieressourcen“, bestätigt der Projektkoordinator des Förderprogramms Florian Schlögl.

Dazu haben sich 20 regionale und nationale Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Denkbar ist für die Modellregion eine Zukunft, in der mehr Strom aus Erneuerbaren Energien produziert wird als benötigt. Dieser überschüssige Strom könnte dann in andere Regionen mit einem Erzeugungsdefizit transportiert werden. „Hierfür muss ein intelligentes Netzmanagement entwickelt werden, dass die regionalen und überregionalen Stromnetze entlastet“, konstatiert Schlögl.

Kern des Projektes ist der Zusammenschluss eines virtuellen Regenerativkraftwerks mit Erzeugern Erneuerbarer Energien sowie deren Verknüpfung mit programmierbaren Haushaltsgeräten und Energiespeichern. „Erzeuger, Verbraucher und der Netzbetrieb sollen so aufeinander abgestimmt werden, dass auch weiterhin eine sichere und zuverlässige Versorgung mit einem maximalen Anteil erneuerbarer Energieträger aus der Region erreicht wird“, erklärt Wolfgang Bogenrieder, Generalbevollmächtigter 50Hertz Transmission und Mitglied des Projektrates RMH.

Die Verbraucher sind für das Gelingen des Projekts wichtig: „Eine Aufgabe ist auch, die Akzeptanz der Bürger für neue Technologien und einen nachhaltigen Umgang mit Energie zu gewinnen“, sagt Schlögl, der neben seiner Tätigkeit für die RMH die Arbeitsgruppe Regenerativkraftwerke am Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Kassel leitet. So sollen beispielsweise flexible Tarife für mehr Transparenz und einen bewussten Umgang bei der Nutzung des regionalen Ökostroms sorgen.

Als Speicher und Abnehmer des Ökostroms sollen zukünftig auch Elektroautos dienen. In dem Schwesterprojekt Harz.EE-mobility wird untersucht, wie die Reichweite der Elektroautos durch die geschickte Platzierung von Ladestationen ausgedehnt werden kann. Bis 2012 läuft das Modellprojekt in Sachsen-Anhalt noch. Ob bis dahin die Versorgung des Landkreises ausschließlich mit Ökostrom gelingt, ist also abzuwarten.

Weitere Informationen zur Regenerativen Modellregion Harz:

www.regmodharz.de

»DIE KRISE DER IDEE VON EINER WELTORDNUNG

(IST) DAS ULTIMATIVE INTERNATIONALE

PROBLEM VON HEUTE«

Henry Kissinger,„World Order”, August 2014