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Energieversorgung

Die Wasserstoff-Wirtschaft

Vertreter aus Forschung, Wirtschaft und Politik sehnen seit Jahren eine auf Wasserstoff basierende Wirtschaft herbei

Die Wasserstoff-Wirtschaft Die Wasserstoff-Wirtschaft
energlobe.de, Denny Rosenthal

Jules Verne sah in Wasserstoff den Energieträger der Zukunft. Auch Vertreter aus Forschung, Wirtschaft und Politik sehnen seit Jahren die Wasserstoffwirtschaft herbei. Aber die smarte Revolution lässt weiter auf sich warten. Überschüssige Solar- oder Windenergie könnte dem Speichermedium jedoch zum Durchbruch verhelfen.

Wasserstoff als Energieträger ist seit langem bekannt. Die Brennstoffzelle wurde bereits 1839 vom Waliser William Grove erfunden. Und der französische Science-Fiction-Autor Jules Verne beschrieb den Stoff 1874 in seinem Buch "Die geheimnisvolle Insel" als kommenden Energieträger. Genauer bezeichnete er Wasserstoff als "Kohle der Zukunft".

Kurz vor der Millenniumswende gab es einen regelrechten Hype um das Thema Wasserstoff. Der Begriff einer Wasserstoffwirtschaft machte die Runde. Der damalige Shell-Vorstand Fritz Vahrenholt sah die Solar-Wasserstoff-Wirtschaft als „Endziel“. Und ergänzte: „Für Mobilität sorgen dann Brennstoffzellenautos.“ Das war im Jahr 1998. Er bezeichnete damals den Wasserstoff als "wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts". Heute ist Vahrenholt im Vorstand des Energieriesen RWE für Erneuerbare Energien zuständig.

Weg vom Öl

Die Wasserstoffwirtschaft basiert, wie der Name schon sagt, auf Wasserstoff und nicht mehr auf Öl. Dabei ist dieser Gedanke nicht ganz richtig, denn Wasserstoff ist keine primäre Energiequelle, sondern ein Stromspeicher, in der Kategorie ähnlich wie ein Pumpspeicherkraftwerk. Er wird erst aus fossilen oder regenerativen Energieträgern gewonnen.

Auch der Ökonom und Trendforscher Jeremy Rifkin nahm das Thema auf. Als Präsident der Foundation on Economic Trends in Washington veröffentlichte er 2002 das Buch „H2-Revolution: Mit neuer Energie für eine gerechte Weltwirtschaft“. Er beschreibt darin Wasserstoff als Auslöser einer dritten industriellen Revolution, die alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche beeinflussen wird.

Die Welt auf Wasser

Dass Wasserstoff die Zukunft gehört, darüber waren sich rund 450 Vertreter aus Forschung, Wirtschaft und Politik einig, die sich im Juni 2003 in Brüssel auf Initiative der Europäischen Kommission trafen. Ihr erklärtes Ziel lautete: Europa soll zum Motor einer weltumspannenden Wasserstoffwirtschaft werden. Eine Umstellung auf eine dezentrale und umweltschonende, auf Wasserstoff basierende Energieversorgung wäre schon in 20 Jahren denkbar, hieß es.

Aber in den folgenden Jahren rückte der Energieträger wieder in den Hintergrund. Die Erneuerbaren Energien standen nun im Mittelpunkt – an Stromspeicher dachte niemand. Doch der steigende Anteil des Ökostroms am Energiemix belebte auch das Thema Wasserstoff wieder. Die deutsche Regierung nahm die Forschung an Stromspeichern wieder ins Visier: 2008 wurde die bundeseigene NOW GmbH gegründet, das Kürzel bedeutet „Nationale Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“. Sie koordiniert Produkte und Anwendungen aus dem Technologiefeld Wasserstoff und Brennstoffzelle und betreut sie bis zur Marktreife. Außerdem forschen Wissenschaftler am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Stuttgart, um die Effizienz des Energiespeichers zu erhöhen.

Kohle der Zukunft

Jules Verne stellte sich das neue Zeitalter übrigens so vor: "Wasserstoff und Sauerstoff werden für sich oder zusammen zu einer unerschöpflichen Quelle von Wärme und Licht werden, von einer Intensität, die die Kohle überhaupt nicht haben könnte.“ Er wird wohl Recht behalten. Die Frage ist nur, wann seine Science-Fiction Wirklichkeit wird.

Weitere Informationen:

Homepage der Nationalen Organisation Wasserstoff-
und Brennstoffzellentechnologie (NOW)

»ENERGIEAUSSENPOLITIK

IST ZWAR EIN LANGES WORT

ABER ES IST ZU RECHT

EIN WORT«

Außenminister Frank-Walter Steinmeier, 28.Mai 2014